Die Chicks on Speed ab kommendem Wochenende in Berlin

Seit mehr als 15 Jahren ist das freizügige Künstlerkollektiv der Inbegriff für das rücksichtslose Mashen schwer vereinbarer Medien mit schwer verantwortbaren Botschaften. Die drei ehemaligen Münchener Kunststudentinnen verweisen vermeintliche political correctness mit steter Regemäßigkeit mit provokantem Klaps auf den Arsch des Raumes. Mittlerweile, vielleicht höchstens innerlich etwas in die Jahre gekommen, definieren die Chicks immernoch die Grenzen zwischen Kunst, Mode, Musik, Performance und Striptease neu, oder reißen sie einfach ein.

Ab dem 10.9 kann man die langjährigen Arbeiten der international berüchtigen Rhythmusgruppe zum ersten mal ausgiebigst auf deutschem Hoheitsgebiet erhaschen. Der Kunstraum Kreuzberg (Bethanienhaus, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin) wird zum multimedialem Begegnungszentrum für diverse Künstler, die schon ein mal den Weg der Chicks on Speed begleitet oder bereitet haben. “Cultural Workship Now!” ist eine Kunst-Arche-Noah, die von jeder Gattung auch mehr als zwei Exemplare aufnimmt, Geschlechterrollen sind eh voll 80er. Neben der Ausstellung von konkreten Objekten, Installationen und Video-Arbeiten stehen dabei natürlich auch wieder Liveperformances auf dem Tableau. Hingucken erlaubt!

ART, MUSIC, FASHION, ACTION! Ein knalliger Slogan mit dem die Chicks on Speed durch die Welt touren und dabei schon große Kunstmetropolen wie Paris, New York, Madrid und Wien abgegrast haben. Nun ergänzen sie diese illustre Reihe treffend mit Berlin-Kreuzberg und zeigen damit erstmals auch in Deutschland ihre Arbeiten in großem Stil. Ihre unverhohlene Herangehensweise an kontroverse Themen ist bei den drei Femme Fatales genauso Ergebnis wie Ausgangspunkt diverser Künstlerkollaborationen, die sich ab dem kommenden Wochenende auch im Bethanien wiederfinden werden. Alte Freunde wie Douglas Gordon oder A.L. Steiner treten im Rahmen der Ausstellung genauso auf wie flüchtige Wegbegleiter, beispielsweise Jeremy Scott oder Karl Lagerfeld. Neben diesen Routiniers, ruft “Cultural Workship Now!” aber auch eine Reihe von frischen Gesichtern auf den Plan: Kroot Juurak, Vladimir Karaleev, Johnny Dogday, Bifacco und noch viele weitere Künstler beehren das Bethanien.

Zusätzlich zur Ausstellung finden vom 14.9-17.9 allabendlich auch noch Performance-Musik-Lectures statt, die kulturelle Konfliktpunkte in provozierend laszivem Gewand auf die Bühne zerren und denen man jeweils ab 8 Uhr für 5 bzw. 10 Euro beiwohnen kann. Nicht nur wer seinem latenten Voyeurismus mal wieder ein verstecktes Ventil bereiten will, sollte ab Samstag mal im Bethanien vorbeischauen zu dieser einmaligen Ausstellung.

“Cultural Workship Now! vom 10.9-23.10 im Bethanien.
Alle Infos ausführlich auf:
http://www.kunstraumkreuzberg.de
//
http://www.chicksonspeed.com

About The Author

3 Responses

Leave a Reply