Ihr habt es schon gehört, Facebook-Aktie brummt, Bottomline dufte, Mobile rockt, etc. Die ganzen Sterbegerüchte rings um Facebook sind aus der Welt, denen geht es blendend. Und alles wegen Mobile. Mittlerweile der Hauptverdiener. Keine Frage also, Facebook setzt in Zukunft immer mehr auf Apps, statt auf die klumpige Webseite in blau-weiss.

Paper (das Anfang Februar kommt) soll der nächste Schritt werden, und anders als bei der neulich aufgemotzten Messenger App, die zwar sichtlich eigenes Design hatte, aber doch eher klassisch daher kam, geht es jetzt vor allem darum, Experience zu liefern. Schönheit. Apple. Facebook soll schön werden. Klingt fast absurd.

Und es geht darum, die Konkurrenten wie Flipboard (die ja mittlerweile so hip sind, dass sie auf neuen Samsung Tablets gleich eigene Homescreens bekommen) aus dem Rennen zu schlagen. Worum es nicht geht: News, Headlines, vorne dran sein.

Sieht man sich das Video an, dann ist das ein Versprechen, das mit diversen UI-Tricks auch eingelöst werden könnte. Alles fliesst, alles lässt sich anfassen, alles gleitet und irgendwie sieht (wenn man nicht gerade einen so unglücklichen Ausschnitt erwischt hat wie oben) alles beruhigend angenehm aus, dabei aber doch vielseitig genug, um nicht im endlosen Stream des Newsfeeds unterzugehen. Eigentlich wie gemacht für ein Tablet, aber die Tablet-Version ist nicht zu sehen.

Die Strategie ist zweigleisig. Dreigleisig vielleicht sogar, denn was genau da so an digitaler Belletristik auf einen einrieseln soll ist nicht so ganz klar. Es gibt Sektionen die in der Vorschau recht banal und unspezifisch wirken. “Planet”, “Headlines”, etc. Es gibt wohl die Geschichten von Freunden, die irgendwie wie der Newsfeed jetzt funktionieren dürften, vermutlich mit noch abstrakteren Algorithmen, die für einen aussuchen, was für einen nun ausgesucht wichtig sein soll, und es gibt einen eigenen Editor, in dem alles (Schrift, Bild, Video), mit viel weisser Fläche auf elegante Distanz gehalten wird, durch den man selber einsteigen soll, als Teil dieser schönen neuen Welt von Facebook.

Die Frage ob Paper allerdings so floppt wie Poke (oder halb, wie Home), oder ein Facebook-Deluxe werden kann, wird sich an Details entscheiden, die weit jenseits der Augenweide für Facebook-Ponys, dort nämlich, wo die Algorithmen sich mit unserem Interesse treffen, um eine libidinöse Beziehung einzugehen, die uns immer wieder zurückkehren lässt. Kurzum ob Facebook die Frage lösen kann, ob das was wird, zwischen uns uns Paper.

Reine Emotionalisierungstrategie also, die Facebook auch im vorletzten Video auf den Punkt gebracht hat.

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