Streaming-Charts und Single-Charts inklusive Streams

Bild: persönliche Last.fm-Charts von Ran Yaniv Hartstein, unter CC BY 2.0, gecroppt

Heute, Dienstag, um 17 Uhr erscheinen zum ersten Mal die deutschen Single-Charts inklusive Streaming-Daten. Wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) erklärt, fließen von nun an Musikstreamings aus bezahlten Premium-Angeboten in die Wertung der Offiziellen Deutschen Single-Charts mit ein; Media Control GFK erhebt die Daten.

Auf der Erklär-Website zum Charts-System des BVMI heißt es beim Punkt Single-Charts nun:

Qualifiziert sind Maxi-Singles, die nicht mehr als fünf Tracks haben dürfen und 23 Minuten Spielzeit nicht überschreiten dürfen. Dabei werden Remixe bei der Ermittlung der Trackanzahl und der Spieldauer nicht berücksichtigt. Ebenfalls für die Single-Charts qualifizieren sich Download-Tracks und Download-Single-Bundles und Premium-Streamings.

Zusätzlich werden getrennt wöchentlich Streaming-Charts veröffentlicht:

In die Streaming-Charts fließen sowohl die Premium- als auch die Free Streams (werbefinanzierte Streams der jeweiligen Plattformen) ein. Gewertet werden Streams ab einer Hördauer von mindestens 31 Sekunden. Die Streaming-Charts werden stückbasiert ermittelt, jeder gemeldete Stream zählt dabei gleich.

Zur Begründung der Aufteilung der Streaming-Charts und dem Ausschluss aus den weitere Charts heißt es in der Pressemitteilung:

Bei den Top 100 Single-Charts in Deutschland handelt es sich um sogenannte Wertecharts, die sich am Wert eines Musikprodukts und nicht allein an der Zahl der Verkäufe orientieren. Neben dem Wert verkaufter physischer Tonträger und Downloads finden dabei fortan auch Premium-Streams Berücksichtigung. Der Ausschluss der werbefinanzierten Streams aus der Single-Charts-Wertung ist diesem Wertprinzip geschuldet – das bedeutet, dass nur gewertet wird, was sich mit einem Preis für den Endverbraucher bemessen lässt. Gezählt werden nur Streams ab 31 Sekunden. Da es sich beim Musikstreaming vorrangig um eine trackbasierte Nutzung handelt, werden die Streamings bis auf weiteres nur für die Single-Charts herangezogen.

Interessanter als Charts wären natürlich absolute Download- und Streaming-Zahlen der einzelnen Tracks. Denn da tut sich gerade etwas: Wie Billboard erst letzte Woche schrieb, hat sich der Verkauf digitaler Musikformate 2013 zum ersten Mal wieder negativ entwickelt – zugunsten des Streamings. (Übrigens ein interessanter Text mit vielen Zahlen. Stand der Dinge usw).

Overall for the full year 2013, digital track sales fell 5.7% from 1.34 billion units to 1.26 billion units while digital album sales fell 0.1% to 117.6 million units from the previous year’s total of 117.7 million, according to Nielsen SoundScan.

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