Warum ich niemals die Piratenpartei wählen werde...aber am liebsten doch wählen würde.

Die Piratenpartei hat einen Wahlspot. Hurra. Der wurde gevotet, nicht etwa von den Parteischergen ausgewählt, und der wurde auch nicht gemacht, sondern ganz crowdsourcingmässig geschenkt. Und der geht so:

So ein wenig bieder, aber geht schon. Wir werden schlimmeres sehen. Und toll, der Film ist auch noch Creative Commons (Ja, ich weiss auch, der Link geht auf eine 404 Seite, absichtlich oder nicht, wir können das nur ahnen)! Und die Musik von Pogotracks ist herzallerliebster Kinderelektropop. Ich persönlich bin mir gerade nicht so sicher ob die Samplegesetze in Australien so lasch sind, dass man wirklich Disneys Mary Poppins durchsamplen darf. So als Kunst. Wegen mir ist das alle mal OK, und das Orginalvideo ist zumindest noch nicht von YouTube geschmissen worden.

Ok. Jetzt sagt die “gemeinte” CC-Lizenz aber, dass man mit dem Film, und das meint auch die Musik im Film, machen kann worauf man Bock hat, sofern man die Urheber nennt. Über die Urheber wissen wir erst mal nicht viel mehr als den Myspace User. Der aber hat ja Disney gesampled. Zuhauf. Wer weiß was sonst noch. Darf er das? Hat der von Disney die Lizenz einen Teil von Mary Poppins zum CC-Allgemeingut zu erklären? Wir haben keine Ahnung, wir vermuten die Piratenpartei ebensowenig.

Und so sehr ich diesen Move mag, dieses: “wir senden mal eben einen Piratenspot dessen Rechte nicht geklärt sind, dessen Attitude aber vorgibt Creative Commons zu sein”, und so sehr man auf der eigenen Webseite vielleicht noch mit einem amerikanischen (in Deutschland halbwegs bodenlosen) Fair Use argumentieren könnte, wenn das im Fernsehen läuft, wird doch wem auffallen, dass das Mary Poppins ist. Oder etwa nicht? Und was dann? Hoffen die Kids von der Piratenpartei ernsthaft, dass wo CC draufsteht auch CC drin ist? Selbst wenn es so offensichtlicher Unfug ist? Oder hoffen die ernsthaft, dass sich da niemand von Disney oder sonst einer Verwertungsgesellschaft melden wird? In den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten? Da solle es doch laufen, oder verstehe ich hier etwas an “Wahlwerbespot” falsch?. Oder ist das einkalkulierter Optimismus zum Scheitern der eigenen Sache, weil, wir haben das doch alle nicht so ernst gemeint? Wir wollen doch nur mal ein bischen Aufruhr machen?

Style-Entscheidung für den Soundtrack gäbe bei mir Pluspunkte, völliges Wirrwarr selbst beim eigenen Werbespot über die tatsächlichen Inhalte der eigenen Partei gibt massiv Minuspunkte. Unter realmarxistischen Verhältnissen wäre man für so einen Wahlspot gekreuzigt worden. Manchmal wünscht man sich etwas die Schärfe früher “linker” Diskussionen zurück. Oder gibt es ein merkwürdiges Wahlgesetz das behauptet, freie Wahlen stehen über dem Urheberrecht von dem ich nichts weiss?

Ok, zugegeben, die anderen Parteien lügen sich sicher auch eins in die Tasche, dass sich die Balken biegen, aber will man genau das von einer neuen jungen Partei? Macht es dann nicht schon wieder genau so viel Sinn FDP oder CDU zu wählen, weil man zumindest halbwegs zu Recht annehmen kann, dass die zu den im Wahlspot angesprochenen Themen Gesetze verabschieden werden, die vorm Verfassungsgericht dann letztendlich keinen Bestand haben, weil die überraschenderweise immer noch mehr als gar nichts checken?

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66 Responses

  1. Mark

    Also Creative Commons ist ja auch nicht gleich Creative Commons. Laut dem Film darf der Spot ja z.B. nicht für kommerzielle Zwecke genutzt werden und muss unter der gleichen Bedingung auch weitergegeben werden. Man dürfte ihn also nicht verkaufen.
    Also darf man auf jeden Fall schon mal nicht uneingeschränkt damit machen was man will.

    Und ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass in Deutschland Zitate (also Samples) unter gewissen Umständen erlaubt sind. Welche das genau waren weiß ich jetzt allerdings auch nicht. Vielleicht weiß da ja jemand anders mehr.

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  2. Spreeprinzessin

    Diese weichgespülte Stimme im Wahlwerbespot ist ja unerträglich. Nach 19 Sek. war meine Grenze des Erträglichen erreicht. Was für Leute voten für so einen Spot? Allein deswegen kann ich die Piratenpartei nicht wählen.

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  3. Anna Nym

    @ Mark:

    Zitate sind grds. nur dann zulässig, wenn ihnen eine Belegfunktion zukommt. Bspw. eine Sendung über Michael Jackson, die sich mit einigen seiner Werke auseinandersetzt und zur Veranschaulichung Ausschnitte davon einbindet. Keinesfalls stellt die Aneinanderreihung von einzelnen Musikabschnitten ein zulässiges Zitat dar.

    § 51 UrhG http://dejure.org/gesetze/UrhG/51.html
    Für Musikwerke gilt außerdem noch der Melodienschutz des § 24 II UrhG http://bundesrecht.juris.de/urhg/__24.html

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  4. malGucken

    Au man. Aufgrund einer Stimme in einem Spot eine Partei nicht wählen … Du würdest wahrscheinlich am ehesten Brad Pitt wählen, auch wenn er nichts zu sagen hätte. ;)

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  5. Ortwin

    “völliges Wirrwarr selbst beim eigenen Werbespot über die tatsächlichen Inhalte der eigenen Partei gibt massiv Minuspunkte”

    Hmm? Was meinst du genau?

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  6. Zaubernüsschen

    @Spreeprinzessin, wir sind wohl in der Minderheit. Wobei ICH nicht soweit gehen würde, die Piraten DESWEGEN nicht zu wählen. Aber Leute die die Piraten nicht so lang kennen, werden von der seichten bis debilen Musik/Kommentar-Mischung eher NICHT Piraten wählen. Ich fand es gab massentauglichere Wahlwerbespots, die dort zur Wahl gestanden sind. Wegen dem Lied würd ich mich auf keine Eventualitäten einlassen. Hat die Piratenpartei zu viel Geld?

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  7. Sascha

    War da nicht letztes Jahr so nen New-Age-Künstler der eine Wagenladung Formulare zur Gema brachte, weil er in seinem Song über 70 000 Songs sampelte

    http://www.e-recht24.de/news/urheberrecht/924.html

    Soweit ich das mitbekommen habe gelten doch auch kleinste Klangstücke bei entsprechender Schöpfungshöhe als geistiges Eigentum.

    Denke auch, dass die Piraten besser nen anderen Song als Hintergrund nehmen sollten.
    So doll ist der jetzt auch nicht, dass es sich lohnt dafür nen Rechtsstreit zu riskieren.

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  8. jo

    machst du alle deine sntscheidungen abhängig von werbespots? also auch welche produkte du kaufst, welchen handy-vertrag du abschliesst, etc?

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  9. name

    was haltet ihr von volgender Interpretation: die piraten hoffen vieleicht sogar das es ein “gezanke” um den spot gibt. denn die medien öffentlichichkeit würde sie bekannter machen! und selbst wenn sie den spot “plötzlich” nicht senden dürften. haben sie mehr als einen alternativ spot parat. das gezähter um das sampling und CC könnte die Copyright diskursion sher schön anschaulich machen. das es nämlich kaum zu überlicken ist wer an solch einem werk wie diesem spot welche rechte hat. und das das Copyright recht in solchen fällen völlig unpraktikabel ist.

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  10. Leyenhaft

    Bevor hier irgendwelche Vermutungen aufgestellt werden:

    http://bundesrecht.juris.de/urhg/__24.html

    (1) Ein selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes eines anderen geschaffen worden ist, darf ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes veröffentlicht und verwertet werden.

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  11. Name MUSS

    Toll, wieder eine Meinung die niemanden interessiert, weitermachen. :-)

    Da merkt mans wieder, elektronische Musik ist nicht gut.

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  12. hmm

    une hinweis-mail hätte nicht gereicht? disqualifiziert meiner meinung nach diesen blog,
    ein weiteres mal gelesen zu werden…

    ne hinweis-mail an die piraten und deren antwort wäre spannend gewesen…

    so ist es nur…bla..

    sorry

    mfg

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  13. @agentorange

    Óh man. Wenn du den Spot mal zum Anlass genommen hättest über diese Problematik nachzudenken. Darüber wie die Idiotie einen förmlich anspringt und der gesunde Menschenverstand auf die Barrikaden geht – angesichts eines Urheberrechts, das uns eine solche Nutzung untersagt. Das ist der Grund warum ich PIRATEN wähle. Damit gesunder Menschenverstand zumindest an einigen Stellen endlich in die Politik einzieht. Insbesondere dort, wo die Rechte der Menschen massiv beschnitten werden.

    Der Komponist ist natürlich in erster Linie verantwortlich. Wenn ich eine Lizenz herausgebe, dann impliziert das auch das ich das Recht dazu habe. Ohne Rechte keine Lizenz. Das bedeutet natürlich nicht, dass Dritte sein Werk nun verwenden dürften, und sich dazu bloß auf ihn berufen bräuchten. Aber zunächst ist der Lizenzgeber verantwortlich.

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  14. korbinian

    @Spreeprinzessin
    ich stimme dir absolut zu: man sollte parteien ausschließlich nach ihrer ästhetischen qualität beurteilen. und wählen sollte man grundsätzlich nur die partei die den kanditaten oder die kandidatin mit der besten stimme stellt.
    heil style!

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  15. bender

    @Spreeprinzessin

    Wer eine Partei nur wegen ihres Spots (nicht) wählt, sollte am Wahltag am besten gleich zu hause bleiben.

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  16. dridde

    Hui, tut sich ja doch noch was zu dem Aspekt. Das gleiche Problem habe ich vor nem guten Monat, als der Spot neu war, mal getwittert, worauf hin Adrian das dann seinem Blog aufgegriffen hat.

    http://blog.adrianlang.de/?p=603

    Da findet sich auch ein Statement des Autoren in des Spots. Löst das Problem in meinen Augen sicherlich nicht und ist nicht zuende durchdiskutiert, aber damit es nich untergeht, dass es schon einmal behandelt wurde.
    Gruß dridde

    Reply
  17. dridde

    Ups ich lügenbold. hatte es gar nicht getwittert, nur mit ihm drüber diskutiert *asche aufs haupt streu*. naja, ändert nix am anderen ^^

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  18. eldersign

    Dieser blödsinnige Kleinkrieg um juristische Spitzfindigkeiten ist doch genau der Grund, warum das geltende Urheberrecht mal gründlichst auf den Prüfstand gehört.

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  19. Michael

    Zahlen Fernsehsender nicht genau wie Radiosender eine pauschale an die Gema?
    Dann gäbs das problem ja garnicht.

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  20. ambee

    das problem besteht nicht in der ausstrahlung, sondern darin dass durch das sampling evtl urheberrechte verletzt wurden, sprich der remixer müsste sich vorher die einwilligung der inhaber des films oder der aufnahmen einholen.

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  21. Julian

    @leyenhaft: “Unter Benutzung”: heißt das nich eher dass mir Adobe nicht vorschreiben darf, wie ich meine mit photoshop erstellten Bilder verwerte? Klingt für mich ganz danach…

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  22. Sprechsucht

    Das Australian Copyright Council spricht:

    Ist es ein Remix, liegt das Copyright beim Remixer.
    Probleme mit dem ursprünglichen Rechteinhaber betreffen nur diesen.
    Die PP muss sich nur vom Remixer die Rechte geben lassen und hat mit Disney nichts am Hut.

    Ist es eine Parodie, gibt’s noch weniger Probleme.
    Dann darf der Remixer höchstoffiziell nutzen, was er will. So ungefähr zumindest.

    Doof wär’s natürlich, wenn ein Gericht das anders sieht und Geld verlangt.
    Gut wäre dabei, wenn es sich um Prozente vom Gewinn handelt P-]
    The Verve durfte deshalb sämtliche Einnahmen aus Bittersweet Symphony an die Rolling Stones abführen. (Kaum hörbares Sample einer RS-Coverversion)

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  23. E.

    “Diese weichgespülte Stimme im Wahlwerbespot ist ja unerträglich. Nach 19 Sek. war meine Grenze des Erträglichen erreicht. Was für Leute voten für so einen Spot? Allein deswegen kann ich die Piratenpartei nicht wählen.”

    Jede Partei muss versuchen, verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Mit deiner Einstellung wirst du keine Partei wählen können, Spots die große Massen ansprechen sind nunmal dämlich, das war immer so, und das trifft auf jede Partei zu.

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  24. Horst da Hustler

    Piratenpartei, ist das noch relevant? Gut, sie haben auch den letzten Dumbo drauf hingewiesen, dass es in Netzpolitik und Urheberrecht noch was zu tun gibt. Aber Lösungen ham se och nicht. Es reicht nicht, eine Internetpartei zu sein, man muss eine gute Internetpartei sein. Denke, von denen spricht in ein, zwei Jahren keiner mehr, wenn sich die Pros der Themen annehmen.

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  25. AndreasP

    Disney hat übrigens keine Urheberrechte an dem Song, ist allerhöchstens Besitzer von Verwertungsrechten (des Komponisten, Texters, der Musiker).

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  26. Meckersack

    Merkwürdig. Da hat man eine Partei, die so basisdemokratisch ist, wie keine Andere zuvor. In der jeder Mensch, zu jedem Thema seine Meinung abgeben kann. Die nicht in abgeschotteten Parteihäusern ihre Entscheidungen trifft und ihre Wahlwerbespots wählt, sondern in öffentlichen Foren. Ein Partei die das Wort “demokratisch” als erste wirklich verdient, da sie endlich Technik nutzt, die dies möglich macht.

    Und dann kommen Leute im “Statler und Waldorf” – Format daher, die anstatt offen mit zu diskutieren und konstruktiv etwas zu bewegen, lieber auf eine Art “Hinter dem Rücken lästern” stehen. Solche Leute sind es, die seit Jahren nicht wählen gehen, aber an jedem Stammtisch das Maul aufreißen. Jetzt ist die Frage, hat der Autor nicht verstanden worum es bei der Piratenpartei wirklich geht? Welche Möglichkeiten, etwas zu bewegen, er selbst hat? Oder warum verschwendet er seine Kraft darin destruktiv zu lästern, anstatt sein Umfassendes Wissen über Walt Disney direkt mit den Betreffenden zu teilen?

    Reply
  27. Horst da Hustler

    Das findest Du merkwürdig, Meckersack? Was hast Du denn erwartet? Das wir jetzt alle Beifall klatschen, unsere Jobs aufgeben und gemeinsam als Piraten in eine Zukunft voller freier Netzinhalte segeln? Wach ma auf, Politik ist Krieg mit anderen Mitteln. Ich mache Musik und hab einfach kein Bock auf die ganzen Ansätze, die durch die Hintertür in letzter Konsequenz doch immer nur bedeuten, dass ich als einziger Berufsstand meinen Scheiss umsonst machen soll. Als wären Kulturschaffende so ne Art esoterische Geistwesen, die sich von Luft und Liebe allein ernähren und dem höheren Wohl der Gemeinschaft verpflichtet sind, während jeder andere für seine Arbeit bezahlt wird. Warum soll ich als gekapertes Schiff also auch noch Beifall klatschen, wenn die Piraten am Horizont aufkreuzen? Kannste knicken, da lad ich die Kanonen und halt drauf, bis ich untergeh. Wumms.

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  28. Meckersack

    Na da hast du dich ja gerade selbst mit offensichtlicher Unwissenheit zu den Themen der Piraten disqualifiziert. Aber macht nichts, ist ja auch nicht einfach zu verstehen, was “Neugestaltung des Urheberrechts” bedeutet.

    Das gerade du bei einer Piratenpartei viel eher mitreden könntest und deinen eigenen Standpunkt mit einfließen lassen kannst, ist das was ich angesprochen habe. Dazu braucht man auch nicht so viel Zeit, dass man seinen Job an den Nagel hängen müsste. Aber es meckert sich ja so viel schöner, als wirklich mal etwas auf die Beine zu stellen. Warum auch Zeit für etwas konstruktives vergeuden wenn man in der selben Zeit so schön rummeckern kann? :)

    Such dir nen Stammtisch, bestell ein paar Bier und wenn du Glück hast kannst du mit deiner Musik gleich dort die Zeche bezahlen. *facepalm*

    Reply
  29. Horst da Hustler

    Was haste denn nur gegen Stammtische? Passt Dir das nicht, wenn Menschen zusammensitzen und sich im Austausch eine Meinung bilden? Ich hab das immer als Grundlage demokratischer Politik verstanden…Egal.

    Die Piraten sind ja auch in den allermeisten Punkten ganz clever aufgestellt, aber eben nicht im Urheberrecht. Musik (und alle anderen Kulturgüter) sind keine freien Güter, auch wenn die User das wegen der Verfügbarkeit gerne so wahrnehmen. Nur weil es dank Digitalisierung technisch möglich ist, Werke zu kopieren, ist es noch lange nicht moralisch und rechtlich ok. Und vor allem sehe ich nicht, wie das funktionieren soll. Hinter guter Musik steckt sehr viel harte Arbeit und einiges an Geld. Wie soll ein Künstler seinen Lebensunterhalt sichern und damit den Freiraum für seine Arbeit erhalten, wenn er vom Wertschöpfungssystem mehr oder weniger abgekoppelt wird? Wenn wir nichts mehr verdienen, weil unbegrenzt kopiert werden darf? Denn and der Kasse im Supermarkt können wir keinen Kulturpass zücken, mit dem wir Rabatt bekommen. Die Konsequenz wäre imho, dass immer weniger Leute es sich leisten könnten, Kunst zu schaffen. Der Schaden für die Gesellschaft wäre groß, wir würden langsam kulturell verarmen und nur noch die Großverdiener in der Musikindustrie könnten auf Dauer bestehen. Das kann nicht im Sinne von Musikliebhabern sein, und ich unterstelle den Piraten, da die Interessen von Künstlern zu ignorieren, um bei der Masse mit der Aussicht auf eine Gratiskultur zu punkten. Das sehe ich nicht als Vertretung meiner Interessen, und ich behaupte, das sehen viele andere Kulturschaffende auch so. Vielleicht sollten wir langsam mal ne eigene Partei aufmachen…

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  30. Thom.D

    Schade. Wenn das so ein Rechtemüsli ist, wird die Piratenpartei bestimmt eine andere Musik nehmen :( Ich mag den Song so sehr, wäre klasse er bleiben könnte!

    Reply
  31. Meckersack

    “…und ich unterstelle den Piraten, da die Interessen von Künstlern zu ignorieren…”

    Genau das ist ja deine Fehleinschätzung. Du lässt dich da (wie so viele) vom Namen der Partei verwirren. Man kann es nicht oft genug sagen: Die Piratenpartei ist NICHT für eine Abschaffung des Copyrights oder für kostenlose Downloads!

    Es geht darum, eine veraltete (Musik-)Industrie ab zu schaffen, die aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten natürlich dagegen ankämpft. Die Piratenpartei will ja gerade die Künstler mehr an ihren Werken verdienen lassen. Das geht aber nur, wenn dieses Geld von der unnötig gewordenen Musikindustrie auf die Künstler umgeleitet wird.

    Mein Hauptkritikpunkt (gerade an diesem Blogeintrag) ist aber, dass diese (unsere) Diskussion hier fruchtlos vergessen und übersehen wird. Hättest du die selbe Zeit aufgebracht um deinen Standpunkt in genau der selben Form im Forum der Piraten zu formulieren, hättest du mehr bewegen können. Oder deiner Meinung zumindest mehr Bedeutung verliehen. Aber destruktives Rumgemeckere bringt einfach garnichts. Genauso wie an einem Stammtisch, bei dem sich alle einig sind, dass die Politiker doch alle doof sind. Ändern tut es nichts. Es macht maximal der eigenen Wut etwas Luft.

    Reply
  32. BenZol

    @ Horst da Hustler: Wieviel Kohle hast Du als “Künstler” denn schon verdient/verloren? Mit Deinen Argumenten klingst Du eher wie ein Dienstleister. Kunst zeichnet sich nämlich nicht dadurch aus, dass man Kunst und Geld als kausalen Zusammenhang sieht. Oder begreifst Du z.B. Klingeltöne komponieren schon als Kunst? Und was unterscheidet das Zwiebelmuster auf Deinem Frühstücksgeschirr von der Mona Lisa?

    Ich würde Dich daher eher als Angestellten der Musikindustrie bezeichnen denn als Künstler. Als solchem steht es Dir natürlich frei, Rechtssicherheit für Deinen Berufsstand zu fordern.

    Kunst: Bezahlung fakultativ
    Künstlerische Dienstleistung: Bezahltung obligatorisch

    Ich fände es schön, wenn man endlich mal die Trennung, vor allem urheberrechtlich, herstellen könnte. Ich weiß nicht, ob die Piratenpartei das schafft. Aber allein der gedankliche Impetus ist begrüßenswert.

    Gruß

    B.

    PS: Mit mir kann die Piratenpartei erst rechnen, wenn Tauss freigesprochen wurde.

    Reply
  33. @agentorange

    @Horst:

    Die PIRATEN versuchen eine Lösung zu finden, die es Künstlern ermöglicht ihre Interessen zu wahren.

    Allerdings muss ich dir leider auch ein wenig die Illusion nehmen, dass Gesetze primär dem Zweck dienten einer Gruppe einseitig eine Grundlage zum Geld verdienen zu schaffen. Jedenfalls sollte es nicht so sein. Viel mehr sollen die berechtigten Interessen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen in Einklang gebracht werden. Die Fragen die im Urheberrecht besteht ist heute:

    - Wie sehen die Interessen der Urheber und der restlichen Gesellschaft aus?
    - Wer sind die Urheber?
    - Wie bringen wir die Interessen in der Praxis in Einklang miteinander?

    Wie du an youtube und flickr sehr deutlich sehen kannst sehen wir uns heute mit sehr vielen Urhebern konfrontiert. Häufig greifen sie in ihrer Arbeit auf Werke anderer zurück und nutzen das auch als Mittel zur Kommunikation. Dabei verfolgt der Großteil der Menschen keine kommerziellen Absichten. Gehören diese Menschen wirklich strafrechtlich verfolgt?

    Etwas anderes, und da sind wir uns wahrscheinlich auch einig, ist die kommerzielle Verwertung von Werken, insbesondere wenn diese vollständig angeboten werden. Sprich: Jemand nimmt irgendeinen fremden Song, und bietet ihn ohne eine Lizenz zu besitzen zum Verkauf an.

    Und dann gibt es noch Filesharing: Nicht-kommerzieller Tausch von Medien ist grundsätzlich legal. Dennoch wird so getan, als sei alles was dort geschieht illegal und moralisch verwerflich. Natürlich ist es ein Ärgernis für die Urheber und Verwerter wenn deren Werke auf Grund des freien Tauschs abgewertet werden. Aber anders als einige behaupten ist das nur ein Teilbereich des Problems. Und anders als vielen Künstlern auf Grund massiver Propaganda seitens der Verwerter glauben gemacht wurde, engagieren sich die PIRATEN für eine Lösung dieses Problems. Die Urheber sollen zukünftig finanziell berücksichtigen werden – im Gegensatz zum status quo, der nur Fans kriminalisiert und keine Lösung für die bestehenden Probleme bietet.

    Ich verstehe die Künstler nicht, die seit Jahren von ihren Verwerten im Stich gelassen werden. Es wird in eurem Namen ein Krieg gegen die eigenen Fans geführt. Aber diejenigen, die euer Anliegen endlich in die Politik tragen, verdammt ihr?

    PIRATEN begrüßen jeden Künstler der sich einbringen möchte. Habt ihr ehrlich das Gefühl die Verwerter nehmen eure Interessen wahr?

    Reply
  34. bleed

    Der Reihe nach:

    1. an alle die hier neu sind. urheberrecht, creative commons, sind alles themen mit denen wir uns seit einem jahrzehnt beschäftigen. ich selber bin seit mindestens 20 jahren damit konfrontiert was für ein quatsch das ist, dass man zumeist nicht samplen darf.

    2. an alle die meinen hier würde was hinter dem rücken, unter ausschluss der öffentlichkeit, jenseits des dafür vorgesehenen forums diskutiert: seht euch noch mal genau an warum blogs was anderes sind als tagebucheinträge. schon mal von trackbacks gehört? blogsearchengines? diskussion über viele plattformen hinweg, web 2.0, etc. blabla?

    3. zu disney. natürlich sind die rechte von disney in dem track betroffen, weil, wie man am orginalvideo deutlich sehen kann, sämtliche vocalsamples aus dem film geschnitten sind. das ist erst mal in dieser hinsicht kein song der da gesampled wurde, sondern ein film, ist das so schwer zu verstehen? ob urheberrecht oder vervielfältigungsrecht, das spielt für die frage ob jemand klagt meist keine rolle.

    4. ich mag die generelle idee der piratenpartei, und finde z.B. die herangehensweise von “name” (http://de-bug.de/medien/archives/wahlspot-dilemma.html/comment-page-1#comment-373542) an das thema durchaus berechtigt. befürchte aber der backlash, den es durch eine solche diskussion geben könnte überzeugt dann gerade die die vom thema nicht eh schon komplett überzeugt sind, davon, dass die “piraten” eben einfach “diebe” sind. das halte ich für methodisch ungeschickt. und genau darum und um nichts weiter geht es hier.

    Reply
  35. StepStar

    OT:
    “…Mit mir kann die Piratenpartei erst rechnen, wenn Tauss freigesprochen wurde.…”
    @BenZol: Kann dich da gut verstehen und vielen wird es da ähnlich gehen… Allerdings, die ander Variante lautet ja, er wird für schuldig befunden und aus der Piratenpartei wieder entfernt, was in meinen Augen auch korrekt dann ist. Kurzum, egal wie es ausgeht kommt das bei rum was ich auch befürworten würde.

    “…Das gerade du bei einer Piratenpartei viel eher mitreden könntest und deinen eigenen Standpunkt mit einfließen lassen kannst…”

    Dem stimme ich zu und genau deswegen bringe ich für meinen Teil mich schon in ihr durch Mitarbeit ein. Selbst wenn sie in ein paar Punkten noch nicht die entgültige Warheit gefunden haben, so ist die Piratenpartei durch den breiten, öffenlichen Konsens, den sie führt, viel eher in der Lage Lösungen zu erarbeiten die auch in meinem Sinne sind. Da liegt genau der Unterschied zu den Etablierten.

    Reply
  36. Paul Lanon

    Mir fällt dazu nur ein:

    [...]
    “Maschendraht zaun” in the morning,
    “Maschendraht zaun” late at Night
    [...]

    Reply
  37. Thaniell

    Ach ihr habt doch alle noch nicht erkannt, dass die Piraten schon längst eine geheime Allianz mit Disney eingegangen sind! Ganz im Geiste des alten Walt für eine bessere Welt.
    Wer hat denn die erfolgreichste PR-Trilogie für die Piraten abgefackelt?! ;)

    Reply
  38. Dennis

    Gerade an dieser obigen Diskussion sieht man doch, wie überholt eigentlich das ganze Urheberrecht schon ist und spiegelt gar nicht mehr die aktuellen Erfordernisse wider. Es braucht ein neues Übereinkommen zw. Künstler und Konsumenten ohne Verwertungsgesellschaften. Wird immer wieder auch in meinen VW Seminaren diskutiert, dass es so nicht weitergehen kann…

    zwei interessante Bücher dazu
    -) Urheberrecht im Alltag: Matthias Spielkamp (Hrsg.) -> sehr leichter und guter Einstieg
    -) Wissen und Eigentum: Jeanette Hoffmann (Hrsg.)
    beide über http://www.bpb.de; da unter CC sind sie auch als pdf verfügbar… :)

    Ach ja ich wähle, obwohl ich sie erst seit 2 Wochen kenne –> die Piraten
    Die einzige Partei, die anscheinend das wirtschaftliche Potential erkennt, wenn man das Urheber- und Patentrecht reformiert, neben neuen künstlerischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten und Freiheiten

    Reply
  39. buzz

    @bleed Das wäre ein guter Artikel gewesen, wenn du das mal im Vorfeld wasserdicht recherchiert hättest, wie sich denn nun die genaue Rechtslage bei dem Spot darstellt. Aber so war es leider nur ein unfairer Tiefschlag gegen die PIRATEN. :(

    PS: Ich bin hier auch nur “zugereist” vom netzpolitik.org Artikel. Als einer der (ehemaligen) “Abonnenten der ersten Stunde” erlaube ich mir einmal die folgende, durchaus wohlmeinende Bemerkung. Ich habe de:Bug immer sehr gern gelesen, bin dann aber nach 4 oder 5 Jahren ausgestiegen, weil ich das Gefühl hatte, das wird mir ein wenig ZU dekadent/abgehoben. Ich fürchte, ihr habt euch seither auch in dieser Richtung noch ein gutes Stück weiter entwickelt… ;)

    Reply
  40. Kanzler

    Anhand vieler Kommentare zu diesem Post sieht man wieder wie undifferenziert und uninformiert die meisten Kritiker der Piratenpartei sind. Alle schön durch die großen Propaganda-Medien ferngesteuert.

    Die Pratenpartei will das Verwertungsrecht neu definieren, nicht abschaffen! Ein Ansatz ist z.B. ein ganz neues Abrechnungssystem und ne art Kultur-Flatrate-Steuer, die allen Künstlern zu gute kommen würde, eben nicht nur den ausgewählten Marketing-Künstlern der Musikindustrie. Die Verteilung der Gema und anderer Verwertungsgesellschaften ist doch ungerecht, da stopfen sich wie überall einige Elite-Gruppen die Taschen voll und nutzen Ihre Macht durch gigantische Werbebudgets nur dafür eben diese Macht zu erhalten. Und das geht alles auf Kosten der wahren Künstler. Das sind die wirklichen Fakten und die Piratenpartei ist die einzige Partei die genau das konkret thematistiert.

    Anstatt pauschale Verurteilungen nachzulabern, sollten sie gerade Musiker und andere Künstler mal wirklich selber ganz genau mit den Themen der Piratenpartei auseinandersetzen. Die ist gerade für Euch eine echte Hoffnung!!

    Reply
  41. better vote liberal

    Also mir ist abseits der Urheberrechtsdiskussion noch ein Grund eingefallen, warum die Piraten an dem Spot nochmal ein bißchen arbeiten sollten: Es ist schon lustig, dass man sich als Hüter des Grundgesetzes aufspielt, aber nichtmal weiß, dass es aus Artikeln (kurz Art.) und nicht Paragraphen (kurz § wie im Spot verwendet) besteht…..

    Reply
  42. Manniac

    Wer hat eigentlich behauptet, dass “Sampeln” keine freie Benutzung ist?

    Wenn das stimmen würde, wollten wir dann mal über die rechtlichen Probleme reden, die auf jemanden zukämen, wenn er Worte oder Halbsätze aus Roman XYZ in einem eigenen Roman verwendet hat? Oder weil er – im Sinne Warhols – Elemente der kommerziellen Alltragskultur, zum Beispiel Logos oder Produkte, in einer Collage zusammenbringt und anschließend verkauft?

    Das Lied ist doch ganz offensichtlich ein kreatives Werk, das zwar Audio-Samples aus Mary Poppins benutzt, aber so viel Eigenständigkeit mitbringt, dass Disney überhaupt nicht gefragt werden MUSS. Wäre ja noch schöner, wenn es auf einmal keine Kunstfreiheit mehr gäbe.

    Und als Urheber eines künstlerischen Werkes hat man natürlich das Recht, dieses unter einer CC-Lizenz zu veröffentlichen.

    Deinen Artikel fand ich insofern interessant, weil ich jetzt weiß, wie das Lied entstanden ist, aber die Fragestellung, ob freie Wahlen über dem Urheberrecht stehen, finde ich ziemlich unbegründet.

    Noch weniger verstehe ich Deine Folgerung aus dem ganzen, nämlich dass Du niemals die Piraten wählen wirst. Weil Du in der Musikverwendung eines ihrer Werbespots ein rechtliches Problem siehst? :-)

    Ungeachtet dessen: Wegen mir kann trotzdem *gerne* auch ein anderes Lied verwendet werden. An diesem hänge ich wahrlich nicht ;-)

    Reply
  43. börti

    Sicher gut, dass inzwischen – auch von der Piratenpartei – die immer größeren Eingriffe in Bürgerrechte zum allgemein besser wahrgenommenen Thema gemacht werden.

    Das Programm der Partei müsste auf Dauer jedoch besser ausgearbeitet und thematisch umfassender sein, um auch wirklich politisch zu bestehen. Das kann ja noch werden.

    Reply
  44. bleed

    @buzz bislang hab ich keine Antwort von der Piratenpartei (die sind wohl immer noch in der Bar ;) )

    @manniac Meine Folgerung ist nicht die Piraten nicht zu wählen, weil sie ein rechtliches Problem mit ihrem Wahlwerbespot haben können, sondern weil sie mit Creative Commons, das eins der Hauptthemen ihrer Kampagne ist, so lasch umgehen. Selbst wenn sie rechtlich gecheckt haben, dass die Lizenz für das Video OK sein könnte, hätten sie das längst mal verlautbaren können.

    Sieh dir mal http://netzpolitik.org/2009/wahlwerbung-remixen-sollte-legal-sein/ an, wie schnell man mit sogar noch scheinbar offiziell freigegebenen Bildern in legale Untiefen rutscht (ist ja glücklicherweise noch mal gut gegangen). Ich selber hatte schon mal mit der GEMA zu tun weil auf der abgegebenen Tracklist einer Party zwar nur (angebliche) Creative Commons Tracks waren, ein paar der Kids aber gleichzeitig in der GEMA waren.

    Ich finde ja auch dass Samplen eine Kunst für sich ist, aber der Bundesgerichtshof ist da genaugenommen anderer Meinung. (Vielleicht erinnerst du dich an die Kraftwerk vs. Pelham Debatte). http://de.wikipedia.org/wiki/Sampling_(Musik)#Rechtliches (oder woanders…)
    Und dass Disney nicht irgendwer ist, wenn es um Copyright geht kannst du gerne noch mal unter dem Mickey Mouse Protection Act nachsehen.

    Reply
  45. Flashback007

    Ich finde der Spot ist nicht schlecht gemacht (Visuell). Die Macher haben sich sicherlich ,auch bei dem Sound, sich was dabei gedacht. Trotzdem inhaltlich überzeugt mich der Spot nicht. Die Themen werden kurz angedeutet und die grafischen Erklärungen visualisieren mit Hilfe von knappen Schlagwörter die Schwepunkte. Was mir bei dem Spot fehlt -ist der MENSCH! Der Sprecher ist zwar zu hören, aber man sieht nur die Icons/Piktogramme. Ich ,als Wähler, fühle mich nicht angesprochen und kann mich mit keiner Figur oder Handlung identifizieren. Ich finde, dass das technische zu sehr im Vordergrund gestellt worden ist.
    Leider!!!

    Reply
  46. bleed

    PS: da sich keiner mehr so wirklich sicher ist, ob das mit dem Track so geht, wird die Musik im Wahlspot jetzt ausgetauscht.

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  47. Bella

    Der Spot thematisiert wissenschaftliche Publikationen, die von Schulen und Universitäten nicht ohne Gebühr bezogen werden dürfen.

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  48. Thaniell

    @better vote liberal:
    Die Piraten sind sich durchaus bewusst, wie das GG aufgebaut ist – die Paragraphenzeichen dienen hier aber zu Visualisierung – Mensch Junge, ein bisschen abstrakt denken.

    @Flashback007: Also ich persönlich finde es ja gerade genial, dass da keine Personen drin vorkommen, keine blöden Nasen die mich angrinsen und mir sagen wollen “wähl mich” oder mir ala Vodafail eine heile Welt vorgaukeln wollen – die natürlich am besten erhalten bleibt wenn ich sie wähle. Nein der Spot beschäftigt sich mit Inhalten und sagt wofür die Partei einstehen will. Das gleiche gilt für die Wahlplakate, ich finde das ungemein erfrischend, dass da zur Abwechslung mal nicht irgendeine Nase mich anbettelt ihr den den sicheren Unterhalt mit meinem Kreuzchen zu sichern ohne mir zu sagen, für was sie denn einstehen will.
    Also echt jetzt, da kommt mal wieder eine Partei mit Inhalten (nein ich sage nicht dass sie die einzige ist, aber sie hebt sich stark damit ab – und ja ist mir klar, dass das z.T. an fehlenden großen Nasen liegen könnte – andererseits kenne ich die Hälfte der Hinterbänklernasen auf Volksparteiplakaten ebensowenig) und dann ist das zu unemotional? Zu neutral und sachlich? Okay, wenn das die Mehrheit denkt haben wir echt nichts besseres verdient als vorne grinsende und hinten mauschelnde Volksparteivertreter…

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  49. flashback007

    @Thaniell

    O.K. wir sprechen jetzt hier über einzelne Geschmäcker, nämlich unsere.
    Ich denke, dieser Wahlspot, in dem Link: http://loom.tv/channel.php?c=19242,
    zeigt doch uns “Menschen” mit unserer Botschaft und dem Ziel zu kommunizieren und einer Aufforderung zum handeln. Diese Botschaft ist authentisch, die davor ist sicherlich “stylisch” aber nach meinem Empfinden zu synthetisch-sowohl von der Bildsprache als auch vom Sound.

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  50. flashback007

    @Thaniell

    Was für ein Zufall! Ich habe gerade diesen Link entdeckt .Für alle User und Politik interessierte ein MUSS:
    Joi Ito war DJ und Nachtclub-Betreiber, hatte in der Anfangszeit des Internet-Booms Ideen, die sich zu Geld machen ließen, und ist jetzt Risikokapital-Investor und Geschäftsführer der Creative-Commons-Organisation. Er beschäftigt sich intensiv mit dem Verhältnis von Internet und Demokratie und spricht mit dem “Elektrischen Reporter” wie das Internet Politik und Politiker verändert.

    http://netzpolitik.org/2009/neue-medien-veraendern-den-politiker-typ/#comments

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  51. n3verstop

    Wahlspot Dilemma? o d e r mediale Diskriminierung!

    Ein Dilemma ohne Vergleich? Diese Spots zeigen eine Einzelne Meinung der sich gerne Millionen Wähler anschließen dürfen. Die Qualität und Inhalte von Wahlwerbung auf die Piraten Partei zu extrapolieren, ist unseriös.

    Ernsthafte Diskussion und Transparente Meinungen hier:

    http://www.piratenpartei.de/tmp/images/Slogans_5.png

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  52. Thaniell

    Klar klingt Steinmeier da authentisch – auf sich bezogen. Aber als Partei ist die SPD im Moment meines Erachtens nicht authentisch. Denn im Grunde glaube ich ihr einfach nicht, dass sie effektiv zu ihren eigentlichen Inhalten steht.
    Das Video ist allerdings ein Ausschnitt aus dem TV-Duell – meines Wissens kein offizielles Wahlkampfvideo – falls die SPD sowas als offiziellen Wahlkampfspot bringen würde, wäre ich in der Tat ein bisschen beeindruckt . Nur mir fehlt momentan mal der Glaube. Würde zudem auch nicht reichen, um die SPD als solche wieder glaubwürdig zu machen.

    Und ansonsten, ja das Piratenvideo ist ‘stylisch’ im Sinne von nicht personenbezogen und emotional kalt. Gerade das sehe ich als extrem dicken Pluspunkt. Letztlich sollte, meines Erachtens, nicht die Personalie über die Wahl der Partei als Ganzes, sondern deren Ziele (und die Glaubwürdigkeit diese umzusetzen) entscheiden. Bei all den geheuchelten Versuchen zu menscheln, finde ich es gut, wenn man allein auf den Inhalt setzt.
    Ok, man könnte den auch mit Personen präsentieren – insofern das ebenfalls neutral gehalten ist, fein -> Geschmackssache. Ist es bei den üblichen Spots ja aber meist nicht.

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