Modestrecke #158
Unhappy Hipsters
CREDITS
Fotos: Gene Glover
Models: Katrin, Nina, Tom, Timo und Hollis
Künstlerische Beratung: Nina Franz
Produktion und Styling: Timo Feldhaus
Eine Hommage an: unhappyhipsters.com

Das Menswear-Label A.D.Deertz aus Berlin will, so Designerin Wibke Deertz, “Kleidung machen, die selbstverständlich aussieht. So als würde sie einem bereits gehören.” Ihre modernen Klassiker sind deshalb nicht saison-, sondern inspirationsabhängig: Statt unter Zeitdruck immer neue Designs zu kreieren, perfektioniert Wibke Deertz lieber die schon bestehenden, wie etwa ihre College-Jacken aus beschichteter Baumwolle, die bunten Canvas-Taschen oder ihre handgewebten Karo-Schals. Die zeitlosen Kleidungsstücke von A.D.Deertz gab es bisher nur im Flagship-Store in der Berliner Torstraße zu kaufen, pünktlich zur Vorweihnachtszeit hat das Label nun endlich auch einen Online-Shop.
Das junge T-Shirt-Label JA-BÖRNSKI aus Berlin mach vom Design bis zur generellen Geschäftsethik so ziemlich alles richtig, was ein Label nur richtig machen kann. Nur am Promotext sollte das Team dann doch noch mal feilen. Da wird mit Schlagwörtern à la “urban glam“, “more future“ und “art meets fashion“ um sich geworfen was das Zeug hält. Hinter all der Phrasendräscherei stecken aber tolle Prints, die eigentlich für sich sprechen.
Die Stückzahl aller JA-BÖRNSKI-Produkte ist auf 250 limitiert. Dabei ist jeder der handgefertigten Siebdrucke ein Unikat und erhält seine eigene Seriennummer.
Die Designs aus dem Hause JA-BÖRNSKI kann man zwar – gedruckt auf weiße oder graue Shirts – mit stolz geschwellter Brust vor eben dieser tragen, aber auch auf Leinwand oder Papier an die heimische Wand hängen.
Die Shirts sind übrigens fair gehandelt und bestehen aus umweltfreundlichem Material wie Bio-Baumwolle oder Bambus-Viscose. Auch die für den Print verwendeten Farben sind umweltverträglich.
In Sachen Mode ist Berlin derzeit nicht nur die interessanteste, sondern wahrscheinlich auch facettenreichste Stadt des Landes. Das unabhängige Modemagazin Œ will der umtriebigen Berliner Modeszene mit all ihren Akteuren – Designer, Fotografen und Stylisten – eine ausdrucksstarke Plattform bieten. Weil die Diversität Berlins manchmal schwer in Worte zu fassen ist, lassen die Macher von Œ lieber Bilder sprechen und setzen diese liebevoll in Szene. Eine Ausgabe umfasst daher zehn verschiedene Editorials, die auf je verschiedene Sorten Papier gedruckt sind, um so die Stimmung und den Look der Fotostrecken zu untermalen. Diese besondere Haptik wird durch die offene Fadenheftung des Magazins noch unterstützt. Bei der Umsetzung ihrer Ideen haben die einzelnen Kontributoren jeglichen kreativen Spielraum, frei von redaktionellen Einschränkungen soll so ein direkter Einblick in die Berliner Modelandschaft gewährt werden.
Die erste Ausgabe von Œ erschien als “The All Together Now Issue“ im April diesen Jahres und stieß auf reichlich positive Resonanz. Grund genug für die Macher – Stylist Rainer Metz, die Designerinnen Lisa Borges und Lucie Schibel alias MAVEN und Verleger Arne Eberle – unter dem Titel “Oh, what a colourful world“ mit der soeben erschienenen Ausgabe 2 nachzulegen, die sich der Herbst/Winter-Kollektionen von Augustin Teboul, Reality Studio, Vladimir Karaleev, Issever Bahri und Sabrina Dehoff und gut 80 weiteren Designern annimmt, in Szene gesetzt von den Fotografen Lars Borges, Jette Stolte, Jan Mielke, Robert G. Bartholot und Rachel de Joode.
Œ erscheint zwei Mal im Jahr und kann unter hello@oe-magazine.de bestellt werden. Eine Händlerliste ist hier zu finden.
Letztes Wochenende haben wir noch selbst mit euch im about:blank gefeiert, nun steht bereits die nächste Sause an. Zum Anlass der musikalischen Gala der knuddeligen Houseschnuten von Laid am Freitag verlosen wir einen Beutel, der bereits jetzt DAS Accessoire des Saison ist: Die “crust-punk tote bag”.
Labelchef David Lieske aka Carsten Jost hat die aufwändig hergestellten Unikate persönlich gefärbt und mit Domestos behandelt. “Handbearbeitet in meiner Waschmaschine”, versichert er bei einem Ei mit Kräutern bei ihm Zuhause.
Die extrem raren Aufnäher von Crust Punk und Hardcore Bands wurden einzeln bei Ebay ersteigert. Durch ihre Alter und die chemische Behandlung und Waschung erhalten die Dreck-Band-Aufnäher die richtige Patina. “Crust Punk wegen dem about:blank house und punk crossover! Und weil wir sie so lieben!”, gibt Lieske zu Protokoll.
Insgesamt existieren nur 40 Taschen, von denen viele bereits verkauft sind. Sammlerstücke, ganz klar, die im geregelten Verkauf 35 Euro kosten. “Hurry, they are already selling like hot-cakes!” Also sichert euch die Tasche und schnell eine Mail mit dem Stichwort “Kruste” an wissenswertes@de-bug.de
Neben den unnachahmlichen Laid All Stars (Hinter Palisade steht ja Redshape, logo) wird es auf dem zweiten Floor einen vier Stunden Auftritt einer nur für diesen Abend gegründete Band geben, bestehend aus Sergej Jensen, Magnus Schaefer, Manuel Gnam und Taslima Ahmet.
Und an dieser Stelle sei noch eine News aus dem Hause DIAL / LAID verkündigt: Für Ende des Jahres wird das „bestangezogenste Hafenbecken für House jenseits des tradierten Dancefloors“ eine Kunst-Galerie in Berlin eröffnen. Wo genau, wird natürlich noch nicht verraten..
In der heute erscheinenden De:bug gibt es einen Text über den Unstil der englischen Unterschichtsplünderer, den der Medienunternehmer und Wallpaper-Gründer Tyler Brûlé vor einiger Zeit in einer Kolumne konstatierte. Was ein Quatsch, finden wir, und schreiben die wirkliche Wahrheit über die Jogginghose. Und über das Verhältnis von Gangsta-Werbung, Gangsta-Verhalten und den anschließenden Produkten, wie etwa das Turnschuhmodell Supernova Riot 3 von Adidas, dem die Ästhetik des Aufstands zur Werbefolie reicht. Und wie, warum und vor allem wann Bilder des Protests gegen die Staatsmacht für Marken interessant zu verwenden sind. Aber lest selbst.