Markus Lupfer auf der Mercedes Benz Fashion Week Berlin
Rock’n’Roll im Palais

(Lupfer vor Lippen)
High Quality voller Low-Culture-Zitate, das ist der Dreh von Markus Lupfer. Seine seidigen Jersey-Pullover schuppern wohliger auf der Haut als die Hände einer Thai-Masseuse (Ich kenne mich da aus). Aber dem Adel des Stricks setzt Lupfer per Hand applizierte Symbole aus dem wilden Leben entgegen: Pailletten-Lippen, Totenköpfe, Parfüm-Flachmänner.

(Der Parfümflachmann, er lebe hoch)
Man muss sich das so vorstellen wie die Rolling Stones an der Cote d’Azur, die sich in maßgeschneiderten Savile-Row-Anzügen die Birne wegrock’n’rollten.
Bei der sehr feudalen Präsentation der Kollektion im Palais am Festungsgraben ließen wir in Gedanken an Keith Richards den Champus übersprudeln – achteten aber penibel darauf, nichts aufs Parkett tropfen zu lassen. Und wir stießen an auf Lupfers machtvollen Schlag ins Gesicht der Fashion-Großindustrie: ein grauer Pullover mit zittrig verwackelten Pailletten-Punkten – so was von eindeutig eine Persiflage auf die Comme-des-Garcons-Linie für H&M mit ihren Polka Dots. À votre santé.

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