Gestern präsentierte der renommierte Streetstyle-Fotograf Yvan Rodic aka Facehunter in Berlin seinen gleichnamigen Fotobildband erstmals in Deutschland. Viele junge Leute hatten die Möglichkeit den Starblogger live kennenzulernen und das im Prestel Verlag erschienene Bildband mit über 300 Fotos signieren zu lassen. Online goes Print. Das finden wir nicht schlimm.

Während die Seiten des Buches gedruckt wurden, hat sich von China aus ein anderer Trend festgesetzt und den Rahmen von Streetstylebloggen logisch erweitert. Ein unbekannter, schöner Obdachloser wurde von Bloggern zur Figur BrotherSharp gemacht und zur Stilikone geadelt. Nun ist der ausgerufene “Homeless-Chic”-Style wahrlich nichts neues, man denke nur an Rei Kawakubo, aber der Rück-Rücktransport aus der Welt des Schönen auf die harte Straße, die macht nun naturgemäß Probleme. Denn BrotherSharp ist nicht nur eine Figur, sondern, wenngleich topggestylt, auch ein Mensch. Dass wir es hierbei also nicht mit einem Aschenputtelhaften Aufstieg in den fürstlichen Hof zu tun haben, glaubt Sven Barthel vom Magazinblog Hype. Er findet das Phänomen des Street-Celebrity besorgnisserregend:

“Denn der bekannte Unbekannte ist geistig krank, er stammelt mehr als das er spricht und scheint den Rummel um seinen Look keineswegs zu realisieren. Das chinesische Paparazzi und Reporter dennoch ungefragt ihrer Kameras auf ihn richten, wirkt angesichts der Hilflosigkeit des Mannes ein wenig befremdlich. Im Gegensatz zum wirklichen Celebritiy verfügt der Vagabund über keine Rückzugsmöglichkeit. Die auf YouTube und chinasmack.com veröffentlichten Videos wirken verstörend.”

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3 Responses

  1. Muss

    Ähm, ja, lang lebe die Dekadenz. Obdachlose haben sicher primär ihren Stil vor Augen…

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  2. ferdi binger

    ist das krank. der oberlässige pennerstyle wird ja auch gerade in berlin (kreuzberg) gerne von irgendwelchen muttersöhnchen zelebriert. die fahren aber dann nach hause in ihr loft nach mitte.

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