Die Modestudenten öffnen ihre Ateliertüren

Während der Fashion Week präsentierten das Professorenteam Valeska Schmidt-Thomsen, Stephan Schneider und Grit Seymour im WMF-Club die Entwürfe aktueller Semesterprojekte und ihre acht Diplomanden. Dabei gab es einiges Überzeugendes zu sehen. Während die Grundstudenten sich in abwegigen, glanzvollen und wunderbar großformatigen Spielereien verloren, sprengten besonders manche erstaunlich ausgereifte Männerkollektionen den Studentenrahmen.

Julian Zigerli etwa setzte Leopardenprints auf halbdurchsichtige Techno-Materialen und zeigte großformatige Rucksäcke, die als Applikationen aus den eleganten Jacken herauswuchsen. Immer schön mit Taucherbrille und Tabi-Sandale, die für jeden Zeh ein eigenes Säckchen bereit halten.


Mads Dinesen, der zurecht zwei Preise einheimste, präsentierte kunstvolle Männerkleidung, die gleichzeitig auf eigentümliche Weise supertragbar aussah. Weites umhangartiges Gewandgeschlüngel, das sein Feld zwischen königlicher Tracht, Afrikanischer Folklore und futuristischem Waldmensch austarierte, aber nie die Bodenhaftung verlor. Was vielleicht an den bombastischen Bastschuhen lag, die er vorschlug. Dazwischen ordentlich sitzenden Sakkos mit Hosen in genau der richtigen Breite, nämlich superbreit. Als die, um Kopf und Hals der Models geschwungenen tote Schwänen passierten, wurde es andächtig still im Saal. Jeder wusste in diesem Moment, hier und heute, habe ich etwas Großes gesehen.

Außerdem fragte man sich während der gesamten Show, ob die Techno-Begeisterung, die die Studenten in ihrer Stoffauswahl, der Schnittführung und Farbpalette ausführte nun 90er Retro-Revival war, oder einfach die natürlich umgesetzte Idee ihrer modischen Gegenwart. Also die Techno-Faser nun doch noch in der Wirklichkeit tragbar wird.

Gestern lud das Institut für experimentelles Bekleidungs- und Textildesign der UDK zur Eröffnung des dreitägigen Rundgang. Heute und Sonntag kann man die Studenten noch in Installationen und atmosphärischen Raumkonzepten schauen.

Samstag 11-20 Uhr
Sonntag 11-18 Uhr

Universität der Künste Berlin
Strasse des 17.Juni 118
10623 Berlin-Charlottenburg
3.OG / Foyer

7 Responses

  1. jerd

    sieht wirklich super tragbar aus.

  2. georg h.

    ich hätte auch gerne so eine schlangenhaut radlerhose. damit laufe ich dann durch die rosenthaler strasse.
    naja, die skandinavischen berlin mitte richkids machen ja eh wieder jeden scheiss mit.

  3. georg h.

    ach ja..und ganz berlin versinkt mittlerweile im hochwasser.

  4. Philipp Lederer

    absolute shit. What the fuck, the snakes come to take over Berlin!!!

    I do not see it… I feel the professors want to have something spectacular so the students do… Not wearable, not good. I think it is simply artistic junk.

  5. roger

    gute sachen dabei.

    witzig das einige mode nach dem kritikpunkt “tragbar” beurteilen. beurteilen die musik auch nach “tanzbar” “eingängig” “schön”?