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AUTOR
janj
 
DATUM
18.10.2007 | 17:10
 
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Schmuck im Herbst: Hirst am Hals

Wertvollstes Kunstwerk der Welt als Papp-Hänger


damien_hirst-schmuck2.jpg

Erinnert sich jemand an die Übernahme von Louis Vuitton durch die Aktivisten der “Neuen Bescheidenheit”? In Berlin (West) sorgte man vor zweieinhalb Jahren mit nichts so sehr für Ratlosigkeit wie mit den Jutebeuteln, die mit dem Louis-Vuitton-Muster in Kartoffeldruck versehen waren (De:Bug berichtete in Ausgabe 88). Ein Fake, der offensiv aussieht wie ein Fake, muss doch eigentlich echt sein?

Die Beutel sind längst aus dem Stadtbild verschwunden (kein Wunder, nach dem ersten Waschen waren sie taschentuchgroß und ausgeblichen). Aber die verfremdende Aneignung von Luxusgütern aus dem Geist hedonistischer Anti-Fetischisierung lebt fort. Der Totenkopf von Damien Hirst, wertvollstes Kunststück der Welt, ist jetzt inoffiziell aufgelegt als Kettenanhänger im Selbstbausatz.

Indem man sich auf Hirsts Totenkopf bezieht, erkennt man den Richtwert von Luxus und Kunst an. Indem man ihn aber in Pappe persifliert, emanzipiert man sich gleichzeitig von diesem Richtwert. Zu dieser Dopplbewegung kommt komplizierend hinzu, dass Hirsts Arbeit selbst schon ein ambivalentes Spiel mit dem Warenfetisch Kunst ist. Könnte auch sein, dass man sich damit nur zum überheblichen Checker macht, der behauptet, zwar das Feinste vom Feinsten zu kennen, dem aber überhaupt nicht in die Falle zu laufen. Diskursmäßig also keinesfalls aus Pappe, dieser Papptotenkopf von Hirst.


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DIE WOLKE HAT Einen Kommentar zu "Schmuck im Herbst: Hirst am Hals"

  1. schön auch die befestigung per schlüsselring an der halskette. i like.

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