Mottenlöcher sind die Sterne am Demutshimmel
Mit Cerutti 1881 im Grill Royal

Das Restaurant “Grill Royal” in Berlin ist die “Paris Bar” der 2000er-Jahre. Der bohemistische Tanz auf dem Vulkan. Jeder auf seinem eigenen Vulkan. Mit goldenen Handgelenken und nackten Gesichtern. Das kann man ehrlich oder eklig finden.

Heiner Bastian feierte hier die Eröffnung seiner Privatmehrzweckgalerie auf Sahnegrund direkt gegenüber der Museumsinsel. Bürgermeister Wowereit war da, Museumssdirektor Schuster nicht, der Frei-Champus war um halb elf aus. An einem stinknormalen Dienstag saßen Herbert Grönemeyer, Michael Michalski von Tchibo und Karl Heinz Müller von Bread & Butter vor ihren 220 Gramm Steaks (es gibt auch kleinere für 180 Gramm).

Der selbstbezichtigende Wirtschaftsliberale mit gecracktem USA-iPhone, bei dem Edge verdammt noch mal nicht ansprang, an Dennis Dorschs Tisch sagte: “Unternehmen ist das Gegenteil von unterlassen.” Dennis dachte: “I would prefer not to” und starrte das Mottenloch in seinem Cerutti-1881-Sakko, das wie angegossen sitzt, an. Mottenlöcher sind der melancholische Beweis für die Vergeblichkeit allen eitlen Bemühens. Mottenlöcher sind die Sterne am Demutshimmel.

Auch gut:








mottenlöcher haben zumindest definitiv mehr style als alle deutschen großkapitalisten inklusive grönemeyer zusammen …
bilanz:
1 kaffee, 2 tee, 1 wodkagurke (chronologisch korrekt) und mal wieder kein Motivationsschreiben fertig geschrieben für ein unbezahltes praktikum in berlins kunst und vibskovsexueller mitte.
dafür habe ich so viel gelacht, wie ich es seit freitag beim mittag nciht mehr gemacht habe. herr d. dorsch, ihre zeilen sorgen hervorragend für mein amusement und die tatsache, einen sonntag sich “wieder nicht für nach dem studium gekümmert” (zitat papa) zu haben.
chapeau
(humana, frnakfurter tor).