FashionShow der Dritten Art

Am Standort Berlin überlegt man gerade, ob wir denn nun unsere sich stetig vermehrenden FashionEvents (von denen sich einige sowieso von Beginn an und aus der Natur der Sache heraus ad absurdum geführt haben) tatsächlich auch mal FashionWeek nennen dürfen, während andere das dann einfach so tun.
In New York hat die FashionWeek gerade wieder ‘mal stattgefunden.
Und überall werden neue und altbekannte Namen gefeiert oder vergessen, und man versucht wie alle Jahre wieder, die Trends von (Über-)Morgen auszumachen.
Die Herald Tribune sieht diese dann beispielsweise in der minimalst-tendenziellen Weiterentwicklung von Materialien oder auch Rückbesinnung auf Altbekannte, wie FeinstFeinstEdelStrick und ökologische btw. klassische Naturstoffe, wie Leinen (Immerhin, auch solche mit integrierter AloeVera-Versorgungs-Funktion finden hier ihre Erwähnung, aber remember: Der das Bein cremende Strumpf, der irgendwann um die Jahrtausendwende, glaub’ ich, Furore machte.).
Und die anderen? Ja, die suchen das Politische in der Mode und diskutieren seine jeweilige Relevanz für die Allgemeinheit oder aber für die gerne verschwiegene Engstirnigkeit einer bestimmten Szenerie, welches sie beispielsweise in der zigsten humoristischen, Aha-Effekte auslösenden Adaption hinlängst bekannter und oft praktizierter, handwerklicher, wie künstlerischer Bearbeitungs- und Umsetzungsfinessen im Bereich des Schneiderhandwerks und ihrer Präsentation sehen (bspw. Bauhaus und Bommel), die schon Generationen vor uns längst zur Platitüde erklärt hatten.
Ist das wirklich schon (oder besser: immer noch) alles, was Mode heute zu bieten hat? Und wurde nicht die Mode en gros ohnehin allerspätestens mit dem Einläuten der Globalisierung und Klein’s “No Logo” per se zum Politikum erklärt?
Ganz, ganz abseits von alledem fand Anfang dieses Monats im Museum of Science in Boston zum zweiten Mal eine Modenschau der etwas anderen Art statt. die Seamless – Computational Couture, die laut ihren Initiatoren “…einen alternativen Blick auf die Zukunft der Mode zeigen will, einen der Technologie und Kleidung auf engagierte und ästhetisch ansprechende Art kombinieren will.”. Zu sehen gab’s dort sowas hier:

Heartbeat Hoodie
diana eng
Heartbeat Hoodie explores the idea of involuntarily documenting parts of life using a camera to take photographs at moments of interest or excitement. The camera, strategically placed above the eyes on the hoodie, takes photographs as the wearer’s heart rate increases. The camera is wired discreetly through the seeming of the garment to a basic stamp that communicates with a wireless heart rate monitor. The basic stamp uses an algorithm to analyze the heartbeat for increases that might signify a moment of excitement or interest as opposed to physical exercise. At the end of the day, you can reflect on moments that caused interest and excitement by viewing the photographs. Since the photographs are taken involuntarily, you may find new points of interest that you were not conscious of.

Space Dress [Modes for Urban Moods]
teresa almeida
Modes for Urban Moods are a suite of wearable coping mechanisms which explore relationships in public spaces and materialize invisible social networks. They are tactile, spatial, sculptural expressions fashioned to the body. Space Dress is a dress that inflates, expands in size, according to its user decision and in specific situations. It is designed to cope with stress, anxiety and claustrophobic situations – or, simply, for comfort. It was originally designed for rush hour in the MTA, New York City’s subway system. Other Modes are: Wings, Loud Bubble and Emergency Ring.
…Und, so gerne ich manche Mode heute trage und ihren Mechanismen wie alle anderen hier und da erliege, würde ich dennoch lieber mehr von so etwas sehen, als all den anderen QuitschQuatsch und ich frage mich dann schon, warum auch wir selbst und eben nicht nur die ganzen verkaufsorientierten Brands uns stattdessen immer noch lieber an ReReRevivals aufhalten. Und jetzt komme mir keiner mit dem Spruch: “Technologie ist aber teuer!”…
Auch gut:






