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 MODE
AUTOR
janj
 
DATUM
25.07.2008 | 12:32
 
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Berlin Fashion Week – Nachlese 5

Das alles überstrahlende Schlusslicht der UDK-Show: Joel Horwitz


Als einzige Modehochschule zeigte die Universität der Künste/UdK Berlin unter Stephan Schneider, Grit Seymour und Valeska Schmidt-Thomsen die Semester- und Diplomkollektionen 2008 im Fashion-Week-Zelt am Bebelplatz. Eine wirtschaftlich potente Jury vergab im Anschluss sieben Preise für den Start ins professionelle Modehaifischbecken.
Die Spannbreite der Kollektionen reichte von klassisch Etepetete, was leicht etwas frühvergreist wirkt, bis zu konzeptuell mutwilligen Spielereien. Das Arbeiten mit Kontrasten, die sich auch reiben dürfen, wird an der UDK scheinbar großgeschrieben. Trachtenanmutungen plus Windbreaker, Bermuda zu Marschrucksack und Kampfstiefeln, klassische Stoffe zu verzerrten Silhouetten wurden mit frischem Mut umgesetzt, ohne dass es grün hinter den Ohren wirkte.

Mein ganz klarer Favorit: Joel Horwitz, dessen Kollektion ganz zum Schluss über den Catwalk lief.


(Der Aktentaschenmann als Popart-Bohèmien)

Der Diplomand arbeitet mit Digitalprints (Basso & Brooke: „Die Digitalprint-Technik wird die Mode revolutionieren.“) auf transparenten Kunstfasern, die sich changierend überlagern. Von Leggings und Hawaii-Hemd bis zum Anzug zitiert Joel Horwitz sowohl den deutschen Piefke-Camper mit seinen abwaschbaren Sitzgarnituren als auch den oberlippensteifen englischen Gentleman im Dreiviertel-Mantel. Joel treibt das lässige Spiel mit engstirnigen Uniformen auf die Spitze, ohne dass ihm der Laden auseinander fliegen würde. Er spielt genauso mit den Muster- und Farbüberlagerungen der transparenten Klamotten, wie er mit den Themen jongliert. Der Aktentaschen-Mann, der Hawaii-Urlauber, diese kleinbürgerlichen Klischees wandeln sich plötzlich zu abenteuerlichen Pop- und Op-Art-Bohèmiens.

Bis zu den Sneakern, die Onitsuka Tiger ihm für die individuelle Bearbeitung zur Verfügung gestellt hat, komponiert er die Outfits halsbrecherisch durch. Alles ist dominant, springt einen an, kippt aber nie ins Disharmonische.


(Onitsuka Tiger im Horwitz-Design. Reif für den Laden?)

Seine Bravourleistung wurde mit zwei Preisen gewürdigt. Torsten Hochstetter, Design-Chef bei Adidas, schenkte ihm ein Praktikum bei Adidas und die japanischen Modeagenten Mr. Und Mrs. Suwahara luden ihn zur Tokio Fashion Week ein.

Wann, ob und wie seine Klamotten in den Handel kommen und ob die Onitsuka Tiger mit seinen Mustern aufgelegt werden, kann ich nicht sagen. Aber ich bleibe dran.


Auch gut:

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  1. [...] Mehr dazu auch bei DE:BUG [...]

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