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 MUSIK
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Thaddeus
 
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8.02.2010 | 11:31
 
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De:Bug & Groove Radio vom vergangenen Wochenende

Sendung verpasst? Hier ist der Loopstream

Alle, die unsere gemeinsame Radiosendung von De:Bug und Groove der letzten Samstagnacht verpasst haben: Die ganze Woche über könnt ihr die Sendung noch nachhören. Inklusive dem sensationellen DJ-Set von Dave Huismans aka 2562 aka A Made Up Sound.

Kopiert euch diese URL: mms://e4.nc3.biz:80/fritz.sonntag.1 oder als PLS: mms://e4.nc3.biz:80/fritz.sonntag.1.pls

und werft sie in VLC oder Windows Media Player. Viel Spaß beim Hören!

Die Playlist gibt es hier.

Unsere nächste Sendung läuft am 21. Februar.

Die gemeinsamen Radionächte von De:Bug und Groove laufen alle zwei Wochen auf Radio Fritz, dem Jugendprogramm vom Radio Berlin-Brandenburg (RBB), immer moderiert und bespielt von unserem Thaddi und Heiko von der Groove, natürlich live.


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Thaddeus
 
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5.02.2010 | 11:15
 
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De:Bug & Groove Radio

Morgen, in der Nacht von Samstag auf Sonntag, auf Radio Fritz. Unser Gast: 2562

Wir freuen uns wie Bolle, dass Dave Huismans, holländischer Dubstep-Pioneer, Buddy von Martyn und funky Grenzgänger, morgen im “Nightflight” auf Radio Fritz vorbeischaut. Wie alle zwei Wochen bespielen Herrmann & Hoffmann die Nacht, von Mitternacht bis 5 Uhr morgens. Wie in der Sendung üblich, wird 2562 zwischen 0.30 Uhr und 1.30 Uhr zu Gast sein, erst im Interview, dann hinter den Plattenspielern. Nicht verpassen, unbedingt reinhören. In Berlin und Brandenburg auf UKW (Frequenzen hier), als Stream im Rest der Welt (File hier). Und wie üblich könnt ihr ganz entspannt euer Wochenende genießen und die Sendung ab kommendem Montag eine Woche lang nachhören, wenn euch das lieber ist.

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Philipp Rhensius
 
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4.02.2010 | 15:49
 
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CTM-Diskussion (03.02) – How technology affects music

Experten diskutieren über die Frage, wie technische Entwicklungen Musik beeinflussen können

Lauter Hinterköpfe, die sich zur einen und zur anderen Seite hin bewegen und starr in Richtung des Podiums blicken, prägen die Sicht, abgestandene Luft erschwert die Konzentration, gelegentliche Lacher sollen daran erinnern, dass trotz aller Intellektualität der jugendliche Esprit noch nicht abhanden gekommen ist.

Es ist Mittwochabend auf dem Club Transmediale und die Abschlussdiskussion mit dem Thema “How technology affects music” erwies sich als interessanter Querschnitt philosophischer und technischer Betrachtungsweisen der Frage, inwiefern die technologische Evolution die musikalische beeinflussen kann und umgekehrt. Mit Gästen wie Robert Henke alias Monolake, dem Turntable-Künstler sowie künstlerischen Leiter des STEIM-Institus Takuro Mizuta Lippit alias DJ Sniff, Christopher Salter und dem innovativen Prozesskünstler Yutaka Makino, hatte man international renommierte Experten geladen, die täglich mit den Chancen und Risiken der Schnittstelle von Musiker und Technik konfrontiert sind.

Alle waren sich zu Beginn darüber einig, dass eigentlich ständig eine gegenseitige Beeinflussung zwischen dem Musiker und seinen Instrumenten besteht, da, wie Salter betonte, ohnehin eine konstante Interaktion besteht, wenn beispielsweise ein Künstler mit Ableton Live seine Musik performt oder produziert. Eine weitere Frage bezog sich auf den Umstand, inwiefern der Missbrauch von Technologie für die Kunst förderlich sein kann. Und frei nach dem jamaikanischen Motto “every spoil is a style” waren sich alle darüber einig, dass genau diese von den Entwicklern unintendierten Eingriffe wie z.B. das erstmalige Scratchen von Platten, Innovationen ermöglichten. Denn sobald der praktische Nutzen eines Gerätes obsolet wird, werden neue Möglichkeiten freigesetzt. Robert Henke amüsierte das Publikum in diesem Zusammenhang mit einer lustigen Anekdote aus den 90er-Jahren, als er von jemanden berichtete, der in seinem Studio auf dilletantische Weise eine 808 direkt ins daraufhin extrem übersteuernde Mischpult steckte, um eine fette Techno-Bassdrum zu erhalten. So sehr dies auch dem professionellen Ingenieur die Haare zu Berg stiegen ließ, jeder weiß mittlerweile um die Macht eines kräftigen Bassfundaments.

Als weniger konsensfähig erwies sich schließlich die Frage nach der Zukunft der technischen Innovationen auf musikalischer Ebene. Während DJ Sniff lediglich auf die, ohnehin nicht zugängliche, militärische Forschung verwies, wurde Henke etwas konkreter, indem er von den längst noch nicht ausgeschöpften Möglichkeiten der Wave Field Synthesis schwärmte, mithilfe derer es bereits möglich ist, über eine Entfernung von 500 Metern bestimmte Sounds zielgenau zu projizieren. Vor allem in Bezug auf die vorauseilende 3D-Technik des Kinos gebe es hier noch erheblichen Aufholbedarf. Als zum Schluss aus dem Publikum sich jemand, ganz 90er, über die Institution des Laptopmusikers echauffierte, konterte Christopher Salter mit einem Zitat, dem angesichts unserer täglich gegenwärtigen Bilderflut und dem Zwang zur Authentizität in Zukunft noch mehr Bedeutung beigemessen werden sollte: “Maximize energy, minimize imagery.”

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bleed
 
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3.02.2010 | 18:54
 
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UR Wedding unplugged feat. The Charcoal Sunset

Heute Abend Livestream und Live sowieso aus Wedding von 20h.

Immer wieder Mittwoch kommt UR Wedding. Und dieses mal mit einer ganz und gar nicht elektronischen Liveband. The Charcoal Sunset sind Nachbarn und da mussten wir sie einfach einladen. Obendrein gehen Blues und House ja schon seit geraumer Zeit bestens zusammen. Wir sind gespannt. Also: Stream hier von 20h bis wann auch immer oder einfach vorbeikommen.


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Philipp Rhensius
 
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2.02.2010 | 12:29
 
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CTM-Keynote (30.01.) von Christopher Salter – Entangled and Overlapped:

Technology and the Transformation of Performance. Kryptischer Titel, interessanter Vortrag

Der Samstagnachmittag des Club Transmediale-Festivals stand ganz unter dem Motto der technikbedingten Transformation künstlerischer Aufführungspraxen. So wurde der in Montreal und Berlin ansässige Medienkünstler Christopher Salter in die Raüme des .HBC geladen, um seine Keynote mit dem Titel Entangled and Overlapped: Technology and the Transformation of Performance vorzustellen. Ziel des Vortrags war, anhand eines historischen Überblicks zu zeigen, wie die sich ständig erneuernden Technologien, künstlerische Konzepte und Aufführungen seit dem 20. Jahrhundert beinflussten.

Die Grundthese Salters geht davon aus, dass spätestens seit der modernen Industrialisierung, eine wachsende Interaktion zwischen Künstler und Maschine vorherrscht. Die Möglichkeit der Immersion, also die Versenkung des Rezepienten ins Kunstwerk wurde durch entsprechende Technologien potenziert. Schon Richard Wagner wusste um das manipulative Potential der synästhetischen Erfahrung, wie sie heute in Clubs Standard ist, indem er beispielsweise für die eigens für ihn gebauten Bayreuther Festpiele eine Vorrichtung zur Lichtdämmung anordnete, was eine immense Wirkung auf die atmosphärische Qualität bedeutete und für uns heute im Eventkontext selbstverständlich geworden ist.

Ein weiterer historischer Bogen bezog sich auf die Entwicklung elektronischer Musikinstrumente und führte vom von Thaddeus Cahill entwickelten, 300 Tonnen schweren Telharmonium hin zum Theremin, was durch seine durch Körperbewegungen generierten Töne eine Art Pionierform des heute allen bekannten Wii-Controllers ist. Bis zur wahren Emanzipation der Musik, von der einfachen direkten Repräsentation zu den unzähligen technischen Möglichkeiten der Transformation und Manipulation von Sounds, vergingen jedoch viele Jahre.

Bereits 1914 formulierte der musikalische Querdenker und Komponist Edgar Varèse die Forderung nach einer intensiven Kooperation von Wissenschaft und Musikern zum Ziel der Erschaffung neuer Instrumente. Ihn langweilten die immergleichen Klänge und Melodien der jahrhundertealten Musikinstrumente und hatte die Vision eines Apparates, welcher unabhängig von strikten Tonhöhen neue Klänge produzieren kann. 100 Jahre später und um viele Synthesizer und Digital-Sequencer reicher, wird hier mal wieder deutlich, wie träge sich die Ideen bedeutender Visionäre durch die zähfließende Geschichte bewegen. Diese Einsicht konnte schließlich auch jegliche Kritik an der amerikanischen Über-Enthusiasmus-Vortrags-Rhetorik wieder wettmachen.

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finn
 
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| 03:20
 
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The Sugarcubes – Leash Called Love / Hit

Unsere Platte des Tages

Ich möchte heute die Rubrik dazu nutzen, um auf ein eher weniger beachtetes Opfer der Musikwirtschaftskrise hinzuweisen: den housigen Undergroundmix für normalerweise nicht housige Artists. In Zeiten, in denen Remixbudgets von Majorlabels die Beträge für die Praktikantenbetreuung nicht mehr übersteigen dürfen, A&R-Leute mit noch wesentlich mehr Verspätung ein Ohr von außen an die Mauern der Clubs halten, oder sich allgemein eingeredet wird, der Auftragsproduzent des Originaltracks könne die Dance-Version bestimmt auch gut machen, können sie nicht mehr wohl gedeihen, die seltsamen Blüten, die entstehen, wenn Bürostrategen, die nicht tanzen, auf Produzenten treffen, die nur bedingt in Chartsnotierungen denken. Die Blütezeit dieser Untergattung der House-Historie ist von den spätern 80ern bis Mitte der 90er datierbar, als krude Illusionen von Tanzflächenkredibilität gepaart mit prallen Marketingkampfkassen auf die Crème de la Crème der Clubkultur trafen, oder auch nur auf die Auftragsallzwecktypen, die sich für keinen Auftragsallzweck zu schade waren. Letztere gab es in der Clubkultur schon seit immerdar. Konzentrieren wir uns also lieber auf die Ersteren. Und vernachlässigen wir auch die Grundvorrausetzung dieser schiefen Konstellationen, nämlich dass sowohl Auftraggeber als auch Interpret das Endergebnis völlig gleichgültig ist, bis hin zur kompletten Verleugnung desselben bzw. peinlicher Zurschaustellung von nicht einmal Einviertelfachwissen, wenn die Dance-Version unerwarteterweise die Originalversion in Verkaufszahlen übertrumpft. Demgegenüber liefern die housigen Undergroundmixer zumeist genau das, was den nicht housigen Artists nur allzu offensichtlich fehlt. Die selbstverständliche Anbindung an Geschrei und Arme in der Luft, Schweiß, Sex und Tränen der Augenblicks-Ekstase und des Wochenendglücks. Und den Beweis, dass die jeweilige Zauberformel mit jedem Interpreten und Song funktioniert, solange man sich die Werktreue für die Radioversion aufhebt, und in den Dub- und Instrumentalversionen den dicken Hund von der Leine lässt. Es gibt sehr sehr viele Platten, wo dieses Prinzip hervorragend funktioniert, und dann Menschen auf der Tanzfläche zu Interpreten ausflippen, über die sie im Tagesgeschehen nicht einmal nachdenken würden. Indiskutables Popgeträller wird zu rhythmisch zerhackten Samples ohne stimmlichen Wiedererkennungswert, und Masters At Work machen aus Debbie Gibson, MK aus Bette Midler, DJ Pierre aus Donny Osmond, Shep Pettibone aus Paul McCartney, oder David Morales aus U2 unantastbare Clubikonen, für die Dauer des Tracks zumindest. One Little Indian hatte z. B. 1991 die merkwürdige Idee, ihre hauseigenen Indie-Superstars, die Sugarcubes, mit einem ganzen Remixalbum in der Clubszene zu vertäuen. Darauf waren, einige Mixe stinkenfaul, einige am Thema noch mehr vorbei als überhaupt befürchtet, einige uninteressant, einige interessant und einige waren echte Prachtexponate. Klarer Sieger des Wettbewerbs war für mich Tony Humphries, der seine schon anderswo demonstrierte Fähigkeit, großzügig eine Schicht New Jersey-Zauber über artfremde Musik zu legen, hier noch weit übertraf. Und er schaffte es, obwohl er sowohl alle kaprioligen Gesangsmanierismen der Sängerin unangetastet ließ, als auch dem knurrigen Sängerhünen seinen Lauf ließ. Im wunderbaren Klanguniversum von Humphries zu seiner besten Schaffensphase hat das alles seinen Platz, und wird zudem noch von allerlei feinsten Geistesblitzen erhellt. Für Humphries mag das nur eine Episode geblieben sein, aber Björk kehrte nie wieder zu Schrammelpop zurück, und für alle anderen war es ein gleißendes Himmelslicht im zwielichtigen Dunst von Körpern und Substanzen.

„This wasn’t supposed to happen, I was happy by myself, accidentally, you seduced me, I’m in love again“.

The Sugarcubes – Leash Called Love / Hit (One Little Indian, 1991)

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Philipp Rhensius
 
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1.02.2010 | 11:55
 
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Club Transmediale: Ambivalenter Partystart

Es war live und wir waren dabei: Nur Rusties Virtuosität überzeugt im Berliner WMF auf voller Länge

Disproportionalität. Dieser eigentlich unsymphatische, weil viel zu mathematische Begriff, könnte die Samstagnacht im Berliner WMF nicht passender beschreiben. Erstens: Die Menge der insgesamt, aber nie gleichzeitig anwesenden, 700 Menschen war disproportional zur Anzahl der potentiellen Clubgänger an einem Samstagabend auf einem der bedeutensten Clubfestivals in Europa. Zweitens: Der zweite Floor, auf dem mit Rustie und Brackles die vielverprechendsten Künstler aus der Gegenwart der britischen Bassmusik auftraten, war, bezogen auf die Menge der Leute auf dem Mainfloor, genauso unproportional.

Doch bekanntlich sollte man anhand solcher Kriterien nicht vorschnell urteilen und so konnte die regelrechte Beat-Flut des jungen Rustie, der mit Abstand beste Acts des Abends, schnell alle Bedenken ob der vielen Unverhältnismäßigkeiten wegspülen. Mit unglaublicher Geschwindigkeit jagte der Künstler aus Glasgow die Platten und Daten über sein Setup aus Turntables und Macbook und konnte die wenigen Anwesenden im dunklen Obergeschoss des Clubs von Anfang an mit seiner HipHop-Dubstep-Wonky-Mischung in seinen Bann ziehen. Erfrischend waren vor allem seine Skills an den Plattentellern, die er duch schnelles Scratchen und unzählige, unerwartete Breaks unter Beweis stellte und das Tanzen zur Herausforderung werden ließ.

Bei Rustie wird das Abhören zum Sport

Ganz im Gegensatz zum Mainfloor, auf der die Münchener Schlachthof Bronx eine größtenteils durch anarchischen 4-to-the-floor-Bailefunk angetriebene Performance dem Titel “Heat” alle Ehre machte. Zusammen mit den anregenden Visuals des Israelis VJ Sniper konnte man sich mitten im kältesten Winter der letzten Jahre schwitzend und springend tropischen Fantasien hingeben. Zurück auf dem anderen Floor wollten die vom Briten Paul Spymania versprühten Funken der geraden Rhythmen auf niemanden mehr so recht übergehen und hinterließ die zweite Partynacht der Club Transmediale im zwiespältigen Licht.

Schlachthof Bronx wüten bei schlechter Sicht, aber guter Stimmung

Anscheinend bleibt der modernen britischen Bassmusik rund um den Diskursbegriff des Hardcore-Continuums hierzulande immer noch die verdiente Aufmerksamkeit verwehrt. Man kann gespannt bleiben, ob man nicht am kommenden Freitag mit den ebenso im WMF stattfindenden Auftritten von Mount Kimbie und Scuba in diesem Zusammenhang eines besseren belehrt wird.

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Thaddeus
 
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| 11:03
 
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Lexaunculpt – Oh Here’s Some Noises

Unsere Platte des Tages

Ich gebe es zu. Alex Graham aka Lexaunculpt hatte ich vergessen. Komplett. Gelöscht, gestrichen. Dabei stehen die wenigen Platten, die er tatsächlich releast hat, immer noch brav im Schrank, zerrockt, zerkratzt, angegrabbelt, mit dicken Fingerabdrücken auf dem Vinyl und abgewetzten Stellen auf den Covern. Aus Graham hätte so etwas wie der US-Botschafter des Staates Autechre werden können. Mit einer EP auf Orange, dieser hier auf Isophlux und ein paar Compilation-Tracks hier und da. Sehr sophisticated, sehr inspiriert, mit deutlich mehr Soul als die Radaubrüder um Richard Devine. L.A. ist nicht Miami. Und wenn ich mich recht erinnere, hat Warp ihn aufs Abstellgleis verfrachtet. Die Gral-Hüter selber. Es muss um die Jahrtausendwende gewesen sein, als mir Graham eine CD in die Hand drückte mit den Worten, das sei sein Warp-Album. Danach verschwand er von der Bildfläche. 2003 erschien sein bisher einziges Album auf Planet-Mu, ich fand keinen der Tracks meiner CD darauf wieder, die Zeiten hatten sich geändert, es war kaum mehr als ein Abklatsch seiner EPs.

Warum nun erinnere ich mich heute an Alex Graham? Der Grund ist wieder Planet Mu. Auf dem Label von Mike Paradinas erscheint Anfang März ein Album unter dem absurden Projekt-Namen “The Internal Tulips” mit dem noch absurderen Titel “Mislead Into A Field By A Deformed Deer”. Das Album ist von Lexaunculpt. Und Brad Laner, der früher als Electric Company mittelmäßig spannende Knurschpelmusik releaste. Dieses neue Album also hat mit den alten Veröffentlichungen der beiden nichts, rein gar nichts mehr zu tun – einzig im verrauschten Seitenkanal sprotzen noch ein paar vereinzelte Reminiszenzen vergangener Tage. Dieses Album ist vielmehr eine Hommage an Grahams erklärte Lieblingsband: The Beatles. Eine Obsession, der er, und das entnehme ich dem Presseinfo der neuen Platte, seit Jahr und Tag im Verborgenen frönt. Eine große und gleichzeitig verstörende Platte, über die wir in den kommenden Monaten mit Sicherheit immer wieder verhandeln werden.

Das also war der Auslöser für “Oh Here’s Some Noises”. Eine 12″, die jeder braucht. Und sei es nur wegen der – laut Graham völlig unbeabsichtigten – Coverversion der DDR-Nationalhymne. Große Momente einer Zeit, in der ein PowerBook G3 die unfassbarste Waffe aller Zeiten war, in der kein Sound gut genug war, bis er nicht bis auf die Grundfesten zerbröselt war und kein Groove funky genug, wenn er nicht mindestens in vier Layern gegen sich selber Weltkrieg spielte. Graham versiegelte diese Tricks mit dem Wunschtraum des großen, traurigen Orchesters, mit einer einzigartigen Tiefe der Melancholie und des Sich-treiben-Lassens in einem kurzen Moment des Glücks.

Lexaunculpt – Oh Here’s Some Noises (Isophlux, 1998)

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ji-hun
 
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27.01.2010 | 17:18
 
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Club Transmediale 2010 // OVERLAP

Das große Berliner Medienfestival vom 28.01.-07.02.beginnt morgen mit seiner 11. Ausgabe

Morgen beginnt der gute alte Club Transmediale im neuen Gewand, soll heißen, an neuen Orten als bislang gewohnt. Diesmal unter dem Motto OVERLAP. Mit dem .HBC am Alexanderplatz und dem WMF als zentrale Locations, ist das Festival diesmal nicht nur konzentrierter, sondern mit dem .HBC gibt es diesmal einen Platz, an dem auch tagsüber real gefacebookt, ausgetauscht und vernetzt werden kann. Einzelne Highlights zu nennen ist beileibe müssig, aber mit Four Tet, Atom TM, The Modern Deep Left Quartet, Joker, Scuba, Planningtorock, Etienne Jaumet und Hiroaki Umeda seien nur einige Perlen genannt.

Dass neben Sounds auch Diskurs, Technologien, Panels und hochkarätige Vorträge eine tragende Rolle spielen muss Quervernetzelektronikern nicht erklärt werden. Diskussionen und Lectures mit Robert Henke, Mark Terkessidis, Thomas Meinecke, Cornelia und Holger Lund spreizen Synapsen und geben nachhaltiges Kulturkapital im lässig, geekigen Surrounding. Wer nicht da ist, soll altmodisch quadratieren. Die Panels “Change of Use” mit Soundcloud, Open Broadcast, Zero Inch und Play.fm am 02.02 um 18.00h und “Gadgets & Apps” mit Jason Forrest, Ralf Kollmann u.a. am 04.02. um 16.00h werden von den De:Bug-Redakteuren Ji-Hun Kim und Thaddeus Herrmann moderiert. Außerdem präsentieren wir gemeinsam mit Zero Inch die diesjährige Festivalcompilation, die ihr unten findet, und die umsonst und digital gezogen werden kann.

Mehr findet ihr auf clubtransmediale.de



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AUTOR
Philipp Rhensius
 
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26.01.2010 | 14:23
 
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Flying Lotus: Neues Album “Cosmogramma” im Frühjahr

Der amerikanische Wonkypionier veröffentlicht am 20. April sein drittes Studioalbum

Der Meister der fragilen Beats und Samplekönig Flying Lotus veröffentlicht auf Warp seine neue Platte mit dem Titel “Cosmogramma”. Und es wird, nach eigenen Aussagen des Künstlers in einem Pitchfork-Interview, seine früheren Werke deutlich in den Schatten stellen. Auch wenn dies nach seinem Meisterwerk “Los Angeles” fast unmöglich erscheint. Sicher ist jedoch, dass es anders klingen wird. Ein vermehrter Einsatz von Live-Instrumenten wie Streicher sowie ein größerer Fundus an Künstlerkooperationen versprechen neue Klangtexturen, auf die man nur gespannt sein kann.

“Zodiac Shit”, “Dance of the Pseudo Nymph” werden zwei der neuen Stücke heißen und bestätigen den kryptischen Eindruck, den der Albumtitel bereits erweckt. Und auch hier kann sich der Amerikaner dem Einfluss seiner berühmten Verwandten mal wieder nicht erwehren, denn auf den Begriff Cosmogramma stieß er durch eine Aufnahme einer spirituellen Rede seiner Tante Alice Coltrane und soll in etwa die Wissenschaft des Universums und der Beziehung zwischen Himmel und Hölle beschreiben. Interessant ist dabei vor allem, dass der Begriff im Internet ausschließlich im Zusammenhang mit dem Warp-Künstler zu finden ist und noch nicht mal in versteckten Esoterik-Foren auftaucht. Ob man der Musik diese neue Spiritualität anhören kann, bleibt jedenfalls bis zum Frühjahr abzuwarten.

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