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31.01.2003 | 14:15
 
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DIE FEBRUAR DE:BUG IST DA

Ab heute am Kiosk unsere Ausgabe 68



************************************************************** DAS De:Bug Februar 2003 SPECIAL MENUE ************************************************************** MUSIC FOR FREAKS Die lässigsten Housekommunen Englands im Dreierpack und als Coverstory. FREAKS Jenseits der Achse des Trance von Ibiza bis England findet sich mit Music for Freaks eine kleine Underground-Nische für House-Produzenten der Marke verdreht bis minimal. Im britischen Mutterland des Raves produzieren die ?Freaks? Luke Solomon und Justin Harris konsequent an den langen Schlangen der Superlativ-Clubinfrastruktur vorbei. LIL MARK Der durchaus angenehm verschrobene Bristoler DJ und Produzent Lil Mark macht sich mit seiner Musik für die UK-House-Label Classic und Music for Freaks auch in kontinental-minimalen Gefilden Freunde. Für Debug Grund genug, sich einen Termin vor Ort geben zu lassen. KENNY HAWKES Kenny Hawkes Werdegang gleicht einem Blueprint für unzählige DJ-Sozialisationen in der Gischt des Summer of Love von Manchester bis Ibiza. Egal ob als Pirate Radio DJ, Clubnachtbetreiber oder Produzent, sein breites Grinsen amalgamiert alle Stile des House auf partyfreundlichster Umdrehungszahl. ******************************************** DAS DIGITALE FILM SPECIAL HOLLYWOOD IM NETZ In Bezug auf Hollywoods Filmdistribution birgt das Netz ein gefürchtetes Potential. Die beiden derzeitigen Plattformen Movielink und Transmissionsfilms straucheln im Test allerdings entweder an harten Ausleihbedingungen, schlechter Qualität oder eingeschränktem Angebot. Film ab. FUTURE CINEMA Die Future Cinema-Ausstellung im Karlsruher ZKM will den alternativen Diskurs zur Zukunft des Kinos angehen ? und stellt nur die Fragen, die Hollywood zurzeit zu beantworten versucht. Die allerdings dann in alle möglichen Richtungen. ONE DOT ZERO Nach Simulation und Effektproduktion tapst der digitale Film langsam zu einer eigenen Sprache. Erste Gehversuche waren auf dem digitalen Filmfestival One Dot Zero zu sehen. Jake Nights Kurzfilm “Solary Man” etwa, zeigt, dezent manipuliert, wie man mit einer Kamera seiner eigenen repititiven Alltagsmonotonie im grau-blauen Filter auf die Spur kommt. MEDIAMATIC Was passiert eigentlich, wenn man die vielbeschworenen Eigenschaften der Neuen Medien auf Dokumentarfilme anwendet? Wir fragen bei der Amsterdamer Stiftung und Designagentur Mediamatic nach, die in einer Serie von Workshops mit den Möglichkeiten des interaktiven, anders linearen Erzählens experimentiert und stellen euch ein digitales System vor. DV UND FILM Digitalfilme allerorten. Was verschiebt sich eigentlich mit den neuen digitalen Produktionsmittel, wie verändern sie die filmische Ästhetik konkret? Haben die vielen neuen Medienfestivals drum herum recht? Verena Dauer fasst das mal alles für uns zusammen, NARRATIVITÄT UND AUSBILDUNG Digitale Filme haben nach wie vor das Zeug zur Subversion der Filmbranche – anders erzählen müssen sie dafür aber gar nicht. In den Unterrichtsplänen der Hochschulen ist von den einer digitalen Revolution aber noch wenig zu merken. Ingrid Arnold hat sich umgehört. ******************************************** DIE GROSSE ELECTROCLASH ENDSAUSE Lustiges aus der Welt der Fashionvictims die sich für Musikanten halten. Und damit überall immer noch und immer wieder abräumen. Vom Style der zuviel Style hat, eine Posse in 4 Teilen. GROM Wenn man an das Hitwunder-Duo Grom denkt, kommt man an straighten Orgien, nackten Musikern, rosa Schwänen und heterosexuellen Austauschschülern nicht vorbei. Das Nachfolgeprojekt der einen Hälfte von Dakar und Grinser tauscht Kampfhunde gegen Schlangenmusteroveralls und gewinnt Sympathiepunkte. LARRY TEE Für Electroclash, diesem Subgenre zwischen Kleinkunst-Glamour und 80ies-Electro, muss vor allem Larry Tee verantwortlich gemacht werden. Warum sich ein New Yorker Ex-House-DJ zu dieser Tat hinreißen ließ, was er damit für eine Welle lostrat, welche Missverständnisse, Geschmacksverirrungen und Zumutungen er beförderte, wird nun ein für allemal geklärt. MOUNT SIMS Matt Sims ist ein erwecktes Ex-Model, das die geile Musik vom Laufsteg selbst produzieren wollte. Mit 80er-Keyboards und Welterrettungsplan durch Sex landet der idealistische Poser aus Los Angeles im Electroclash-Schminktopf, schwimmt da aber dank wasserdichter Philosophie ganz oben. TIGA Mit einem legendärern Traveller-DJ als Papa und einem Hit in dem Remix-Hit “Sunglasses At Night” in der Hosentasche, kann sich Tiga aus Montreal lässig zurücklehnen und mal eben eine DJ-Kicks hinfusseln. Zwischen Soft Cell und einer neu gesungenen Version von Felix da Housecats “Madame Hollywood” lebt Tiga die Magie des Pops. Mit dem teuersten Analog/Digital-Wandler der Welt. ******************************************** NOCH VIEL MEHR MUSIK ******************************************** MISC Wenn Christopher Bleckmann und Hannes Wenner nicht gerade in einer der angesagten Kölner Bar- und Clublocations abhängen, stecken sie vermutlich wieder im gemeinsamen Studio und arbeiten an einem ihrer vielen ambitionierten Projekte. Jüngstes Ergebnis ist das misc.-Album “in between”, eine State-of-the-Art-Aussage zur aktuellen Techhouse-Landschaft. SOFT PINK TRUTH Drew Daniel, eine Hälfte von Matmos und quirliger Kleinteil B-Boy lädt zum Fist-Funk auf Matthew Herberts Label Soundslike. Eine Auftragsarbeit, die der gute Drew nicht ablehnen konnte und sich gleich als The Soft Pink Truth auf seinem Debutalbum ins Zeug gelegt hat, wertkonservativen House-Freunden kräftig in den Arsch zu treten. JAN JELINEK Der melodische Mod in elektronischer Schale Jan Jelinek schlägt mit seinem neuen Album “La nouvelle pauvreté” allen technokratischen Formalisten ein musikgeschichtiches Schnippchen und singt (sic!) sich in schönster Uneigentlichkeit Persönlichkeiten wie Stevie Wonder und Bryan Ferry hinterher. SONIG Das Kölner Label Sonig arbeitet sich auch auf seinem zweiten Sampler “.ilation” durch das frenetische Freispiel elektronischer Obskuritäten. Was macht Musik zu Musik? Aus der Sonig-Wundertüte werden in nächster Zeit die vielfältigsten Antwortversuche purzeln so wie gigantische Jeansspinnen aus Studiofenstern. OTTO VON SCHIERACH Der “Oddo” und die Pappen, eine wahrlich kreative Kombination. Der gebürtige Amerikaner mit germanischen Wurzeln vertont Schnipselschnittigkeit mittels zerbrochener Knäckebrotfragmente und gibt ansonsten ganz das Indieskaterkid. UP BUSTLE & OUT Up, Bustle & Out haben ihr antikes Equipment und ihre antike Geisteshaltung von Ninja Tune zu Unique getragen. Weggesplifft in den naiv-linksten Träumereien seit Bob Marley-Postern in Teeniezimmern, vertonen sie mit illustren Gaststars ihre Revolution aus den musikalischen Quellen des All Time-Schurkenstaates Jamaika. REWORK Die Vorabauskopplung ?You?re so Just Just? kündigte es bereits fulminant an: das Debutalbum der deutsch-französischen Combo ?Rework? auf Playhouse. Die Stuttgarter Produzenten Daniel Varga und Michel Kübler über die Anfänge von Rework, die Zukunft mit nunmehr zwei Französinnen am Mikro sowie die alte Liebe zu den Heroes aus der New Wave Ära. CROSS Kraft rhizomatischer Kollaboration entstand das japanische Musiklabel +croSs. Elektronische Klänge offerieren feinverpackte Dosen fernöstlicher Meditationen in Klang, Bild und Wort. Debug packt behutsam aus und genießt die Blüten. CLONE In Holland zählt die Disco im Kopf. Woanders findet sie auch kaum statt. Das Techno-Aktivistenkollektiv rund um den Vertrieb “Clone” rückt sich die Nickelbrillen in den Studios der Elternhäuser zurecht und träumt von Electritalodisco in einer substantielleren Welt. TAPE Erfolg à la modern. Dani Romeo kümmerte sich nicht darum, CD-Rs an Labels zu verschicken, sondern setzte zu 100% auf MP3s. Nach diversen Daten-Releases gibt es jetzt auch Vinyl und Polycarbonat. Eine Erfolgsgeschichte aus Spanien. DIEGO 2002 war für Heiko Laux’ Label Kanzleramt das Jahr von Alexander Kowalski. Nun ist Diego fällig. Er hat kein “All I ever got to know” zu bieten, vielmehr bearbeiten die smart getwisteten Detroit- Tracks des Daily Operators so sicher den Dancefloor wie sie das Karma von modernem Jazz atmen. HIP HOP: CYNE Die Floridaner HipHop-Gruppe Cyne glänzt mit politischem Bewusstsein und tiefschürfendem Engagment, ohne dabei in drögen Argumentationsrap abzudriften. Bei Botanica Del Jibaro haben sie ihre bisherigen Maxis rausgebracht und basteln munter an weiteren Statements. GOLD CHAINS Mittels krächzigem Sprechgesang mausert sich Gold Chains, elektronikinfizierter Kalifornier mit Sonnendefizit und Hip Hop-Hang, zum Liebling der clubbigen Hipster. Sein Album streckt sich von Techno-Balladen zu Rock. DRUM AND BASS: MARCUS INTALEX Drum and Bass und House sind so verfeindet wie Katz und Maus. Zumindest in der Wahrnehmung der Hörer. Marcus Intalex aber behält den Überblick, schickt mit seinem Label Soul:R Grußadressen ans Mutterschiff House und füttert Drum and Bass so mit Klasse, Glamour und Seelen:lösung. DRUM AND BASS ÖSTERREICH Clubs zum Bersten voll, Gast-DJs aus UK voller Begeisterung, Platten und Tracks, die in London und Umgebung Rewinds und Dauereinsatz einfahren. Nahezu unbeachtet von der Medienmaschinerie entwickelte sich in der Alpenrepublik eine Drum and Bass-Szene von internationalem Niveau. Ein weiterer Nagel in den Sarg des Vienna-Downbeat-Hypes. Drum and Bass in Österreich – von der Peripherie mitten ins Zentrum. ************************************************************** ASSORTED GOODIES AUS MEDIEN KUNST NETZ ETC ************************************************************** A BETTER TOMORROW Na was geht im Waldt? Klar, der Krieg. SEXBEAT Das 1985 erschienene ?Sexbeat” von “Pop-Papst” Diedrich Diederichsen war die Mao-Bibel jedes Popliebhabers im Lacoste-Hemd auf Punkkonzerten. Zentralbegriffe einer anti-authentizistischen Poptheorie wie Zitat, Bricolage und Strategie der Affirmation gibt’s hier als amüsantes Figurentheater. Jetzt wird Sexbeat als “Sexbeat 2″ mit einem korrigierenden Vorwort von Diederichsen selbst neu aufgelegt. BÜRO DESTRUKT Im Netz finden seit einiger Zeit in der virtuellen Stadt “Loslogos” verdrängte Logos vor der alles schluckenden Incorporate-Macht Zuflucht. Die (typo)grafische Hommage an alte Logos wird vom Schweizer Grafikdesign-Kollektiv Büro Destruct realisiert. JODI Seit Mitte der 90er verstören Jodi mit ihren farbig blinkenden Codewebseiten, fiesen Javascripts und ihrer Anti-High-Tech-Ästhetik das Internet. Mit ihren gestörten Webseiten fielen sie schnell in die Netzkunstschublade, aus der sie sich seither mit Software- und Spielemanipulationen zu befreien suchen. Jetzt auch mit einer Einzelausstellung in der Galerie: Install Jodi! JAPAN PRINZIP Die Poesie des Vergänglichen, die Konzentration auf das patinierte Detail, das zeichnet das japanische Stilprinzip “Wabi Sabi” aus. Die Lehre aus dem 16. Jahrhundert inspirierte in den letzten Jahren vor allem europäische Modedesigner zu einem grundlegend veränderten Kleidungsverständnis. Die Zeit vergeht, der Fetzen belegt’s. ABLETON live 2.0 “Elastic Audio” nennt Ableton das neue Killerfeature von LIVE 2.0. In der Tat lässt sich mit der neuen Timestretch-Engine Audio noch viel individueller und mit deutlich weniger Artefakten behandeln. Und auch sonst ist 2.0 voll von Detailverbesserungen, auf die die Hardcore-User schon lange warten. DIE RIOT ELFE, BJÖR IM BUCH Die amerikanische Autorin Evelyn McDonnell zerlegt das Phänomen “Björk” in Episoden. Eine Art Biographie also. McDonnell beschreibt – vielleicht manchmal etwas zu hochgradig selbst von Björk fasziniert – ihre Karriere vom isländischen Kinder- zum internationalen Superstar. Unterhaltsam und schick, aber eher etwas für Fans. WEATHER WEAPONS Während die zu erwartenden Kiregsaktivitäten der USA unter dem Zeichen des militärischen Betattesting neuer Technologien stehen, brodeln in den Thinktanks einerseits und in Laboren, die nicht mal das CIA kennt, andererseits die Diskussionen über das Wetter von morgen und wie man es als Waffe nutzen kann. Sind punktuellen Löcher in der Ionispähre schlagkräftiger als ganze Truppenverbände? KÜNSTLERKOLLEKTIV URTICA Wer von der Nato attackiert wird, kriegt die Bombenlast stets unter einem klangvollen Label verpasst. Wir erinnern uns: “Enduring Freedom”, “Shinig Hope” oder “Amber Fox”. Das jugoslawische Medienkunstkollektiv Urtica hat das ultimative Onlinegame zu den Namen der NATO-Operationen entwickelt. Debug hat Violeta Vojvodic und Eduard Balaz von Urtica in Novi Sad getroffen. FREDERIKE CLEVER Die Berliner Künstlerin Frederike Clever verhandelt in der noch vor wenigen Jahren totgeschriebenen und jüngst kunstmarkt-wirksam auferstandenen Malerei auf sehr eigene Weise Probleme von Sichtbarkeit. Einer Sichtbarkeit zwischen Landschaftsmalerei, Allegorien des Fremden und Exotischen und Urlaubsclischees.

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