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26.05.2006 | 12:24
 
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Debug 103: Ab heute am Kiosk

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Ab heute am Kiosk: Debug 103. Smarter Bursche auf dem Cover, smarter Inhalt auf reichlich blütenweißen Seiten. Fidget House, Herbert, Dabyre, Mobiltechnik, Video im Netz, Musiktechnik. Es ist Sommer. MUSIK Fidget House Kommt von der Insel die Hoffnung für alle Minimal-Ermüdeten? Fidget-House überzeugt in seiner Sample-breakigen, zappeligen Albernheit so unterschiedliche Geschmackslager wie Panoramabar-DJs und das Ministry-of-Sound-Magazin. Die Open-Air-Saison hat einen neuen Sound. Jesse Rose, Trevor Loveys, Josh Harvey, Claude Vanstroke heißen die Akteure. Adam “Adamski” Sky Adam Sky aka Adamski hat sich im zweiten Summer of Love einen Ehrenplatz im Raver-Himmel gesichert: Seine Live-Tracks aus dem Jahr 1989 klingen auch nach 17 Jahren noch frisch und beglückend. Seine Musikerkarriere begann er allerdings schon als elfjähriger Punk-Impressario seines fünfjährigen Bruders und auch nach seiner Zeit als Popstar-Klischee in Los Angeles arbeitete Adam Sky konstant an seiner Vision des perfekten Sounds namens “APE”: Acid-Psychobilly-Electro. Heute lebt Adam Sky zusammen mit seiner 14-jährigen Tochter in Berlin, die dafür sorgt, dass Papa auch regelmäßig Geld verdient. Im Interview erzählt Sky, wie das Piano vom Ska in den House kam, von einem Jahrzehnt deprimierender Erfahrungen in der Musikindustrie und seinen Plänen mit “Prostitute Records”. Senor Coconut vs. Yellow Magic Orchestra vs. Argenis Brito Atom Heart/Uwe Schmidt hat mit seinem Projekt Senor Coconut wieder zugeschlagen. Diesmal verbrät er statt Kraftwerk das Yellow Magic Orchestra im Latin-Gewand. Die YMO-Mitglieder haben sich mitreißen lassen und sind voll eingestiegen. Wir sprachen mit Uwe Schmidt und Haruomi Hosono über den Kulturtransfer, seinen Erkenntnisgewinn und seine Untiefen. Ohne die Stimme von Argenis Brito wäre das Projekt Senor Coconut nicht denkbar. Aber Brito arbeitet nicht nur mit Atom Heart zusammen, sondern auch mit Jay Haze, Luciano oder Pier Bucci. Und auch mit seinen Solo-Produktionen bringt er eleganten Charme in die Minimal-Welt. Früher, ganz früher mal, war er allerdings Boy-Group-Star in Venezuela. Phoenix Es gibt eine Dreierkette: Beatles “Revolver”, Elvis Costellos “This year’s model”, Phoenix “United”. Mit ihrem neuen Album “It’s never been like that” zeigen Phoenix als die beste Band der Welt jetzt den The-Bands, wie man mit Klasse rockt. Herbert Das Öl wird uns das Genick brechen, aber auf Anti-Globalisierer und Internet-Musik unter Creative Commons will sich Herbert auch nicht stützen. Eher vertraut er auf die versteckte Kritik vorgefundener Sounds und die Macht der Zahl 12. Dabrye Fünf Jahre nach seinem Debütalbum ist Dabrye, der Meister des minimalistischen Sägezahn-Bounce-Beats, am Ziel angekommen: Er macht – endlich! – richtigen HipHop, mit einer Kleinbusladung voller Rapper auf seinen Beats. Nouvelle Vague Das Pop-Phänomen Coverversion geht in die nächste Runde. Nouvelle Vague schunkeln zu Joy Division, anstatt sich zu erhängen. So sagt es jedenfalls der Pressetext. Wir prüfen, ob diese Idee im zweiten Album-Anlauf noch tragfähig ist. Remute Dennis Karimani malt sich Storyboards zu seinen Tracks. Das ergibt Tracks in einer malerischen Vielfalt für Menschen, die bei Gerne-Grenzen einen klaustrophobischen Anfall bekommen. Justine Electra Justine Electra hat bei Static und Tarwater gesungen und parallel Techhouse aufgelegt. Jetzt findet sie eine Heimat in einem Folk, der so gar nichts Heimatverklärendes hat. Matmos Drew Daniels und Martin Schmidt geben mit vollem Körper- und Konzept-Einsatz zehn schwulen Ikonen wie Larry Levan, Patricia Highsmith oder Valerie Solanas eine Klang-Identität. Das ist zwar nicht gerade funky, aber dafür so was von real. Tim Xavier Der New Yorker Tim Xavier reduziert die Parameter der gewalttätigen Techno-Psychose und nennt das Ergebnis “Minimal”. Helios Bei Keith Kenniff dreht sich alles ums Piano. Sacht von Software-Schnipseln gestützt, improvisiert er, bis alles im ruhigen Fluss ist. Roman Flügel Zusammen mit Jörn Elling Wuttke ist Roman Flügel Teil von Alter Ego. Solo hat er gerade zwei Alben veröffentlicht: die zehn Jahre umspannende Werkschau seines Soylent-Green-Pseudonyms und das mit dem Jazz-Musiker Christopher Dell aufgenommene “Superstructure“. Guido Schneider Bevor Guido Schneider zu einem Don der Berliner Feierkartelle aufstieg, musste er sich von Tütensuppen ernähren und mit dem Chef von Hartchef in einer Industrial-Band spielen. Jetzt reist er um die Welt und triggert mit einem minimalen Bastard aus Mix-CD und Künstleralbum einen kurzen Theoriegedanken bei unserem Autor. Spinform/Unai Sehnsucht und Einbildung sind die größten Antriebsquellen für große Kunst. Wenn man im verschnarchten Uppsala hockt, sind die Bedingungen also bestens – wie Erik Möller mit seinen beiden Projekten Unai und Spinform beweist. Tadeo & Damián Schwartz Wäre es nicht ein gar so durchschaubares musikjournalistisches Manöver, könnte man an dieser Stelle einen neuen Sound ausrufen: Madrid-Minimal, Madrid-House, Madrid-Techno – El Nuevo Sonido. Doch was bringen schon Parolen? Ad Noiseam Nicolas Chevreux vereinigt seit der Compilation “Krach Test” Darkambient, alternativen HipHop und kaputte Breaks unter seinem “Ad Noiseam”-Labeldach. Er bringt es zusammen, also gehört es zusammen. Isan Antony Ryan und Robin Saville kochen immer noch gerne Tee im Studio. Ansonsten hat sich aber fast alles geändert bei ihrem Projekt Isan. Perlon Als Minimal-House noch ein offenes Buch war, besetzte Perlon gleich mehrere Kapitel. Acht Jahre und vier Label-Compilations später raschelt es immer noch mit Vollgas zwischen den Buchdeckeln. Psapp Galia und Carim verstricken sich in wundersamen Elektronika-Folk, bei dem Katzen und Fische Krieg führen, und treffen damit eine Menge populäre Nerven. Es können eben auch noch andere Hippies Erfolg haben als Jonathan Meese. Pan American Mit der Band Labradford erfand Mark Nelson die schwebendsten Gitarren-Drones der Welt, als Pan American arbeitet der Amerikaner an eher vom Dub inspirierten Elektronik-Hybriden. Sein fünftes Album ist soeben erschienen. SPECIAL: VIDEO IM WEB 2.0 BBC und Web 2.0 Die BBC verkündet das Ende des “Rundfunks” und erfindet sich neu im Internet. Der radikale Umbau gilt als Vorbild und einzige Chance für Europas öffentlich-rechtliche Medien. Von Youtube zu RSS In den USA ist das Internet-Fernseh-Fieber ausgebrochen. Im Kampf gegen die Piraterie setzen die Studios ausnahmsweise mal auf Kreativität – und stellen ihre erfolgreichsten Programme ins Netz. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Googleidol Die Medienrevolution findet doch noch statt: Aus Konsumenten werden Produzenten, übersichtliche Datenbanken treten die Nachfolge der TV-Sender an und die Werbeeinnahmen landen zuverlässig immer bei Google. Online MashUps Wer sich als Freizeitmensch im Netz künstlerisch austoben will, macht als letzten Schrei Remixe von Videos. Die Software, die dafür zur Verfügung steht, lässt ungefähr so atemberaubende Ergebnisse zu wie Skaten mit einem Aldi-Board. Wird aber schon werden. MOBILTECHNIK Motorola und 3G Soeben ist die zweite Studie zu Mobiltelefonen von Motorola erschienen. Diesmal geht es um den Einfluss von “3G Mobile Phone Technology” auf globale Gemeinschaften. Nokia und der Multimedia-Computer Auf ihrer Veranstaltung “Open Studio” hat Nokia das Ende des Telefons und den Beginn des Mulitmedia-Computers ausgerufen. Das wird nicht so eintreten, wie die Finnen es sich vorstellen. Wir erklären, warum. Helio Helio ist die Rettung für alle MySpace-Kids. Endlich müssen sie nicht mehr zu Hause am Rechner kleben, sondern können mit den Mobiltelefonen von Helio auch unterwegs ohne Einschränkungen auf MySpace zugreifen. Das ist aber noch längst nicht alles. DESIGN Coverlover – Matt Pyke Nach acht Jahren Designers Republic hatte Matt Pyke genug und stellte seine Arbeit auf eigene Füße. Universal Everything heißt seine Agentur, die seit drei Jahren interdisziplinär an Web-, Film-, Mode-, und Interior-Design arbeitet. Nokia, Nike, Samsung und Microsoft gehören zu seinen größten Kunden. Für den Coverlover schaut er auf zwei Platten-Designs zurück, die ihm die Initialzündung verpassten. Data Pilot 150 internationale Grafiker, Gestalter, Texter, Autoren und Wissenschaftler haben den Auftrag erhalten, möglichst skurrile Fundstücke zum Thema Kommunikation zusammenzutragen, sie zu beschreiben und zu visualisieren. Das Ergebnis findet sich im Data Pilot 1.0. Word Zine Für sein neues Magazin blickt der Stuttgarter Grafikdesigner Manuel Buerger in die Abgründe der Microsoft’schen Textverarbeitung. Und entdeckt dort die Kontrollgesellschaft von Gilles Deleuze. Magma DJ-Taschen Der Digital-DJ wird zu einer immer häufigeren Erscheinung im Club. Jetzt kommen die ersten Taschen für Final Scratch & Co. Adobe Join The Revolution Adobe ist Standard beim Desktop-Publishing. Die Produktpalette ist mittlerweile so ausdifferenziert und so voller Möglichkeiten, dass ein Kongress zur fachkundigen Nutzung eigentlich überfällig war. Adobe hat ihn im Mai auf sehr demokratische Weise ausgerichtet. MODE Techno macht Mode 1 Ellen Allien Fashion geht mit Hilfe von Markus Stich an den Start. Techno macht Mode 2 Esel Inc. von James DinA4 geht mit Hilfe einer alten Siebdruckmaschine an den Start. Fotostrecke Das kleine Schwarze im Hamburger “Ding Dong”-Ausstellungsraum von Senseo: Hanseatic Street Art MEDIEN Online Games Ein Wirtschatfswissenschaftler steckt tief drin in den Online Games. In seinem Buch “Synthetic worlds” wirft er seine beiden Kompetenzen zusammen und prognostiziert, wie die reale Welt von den Cyber-Ökonomien betroffen werden könnte. Version Fest In Chicago traf sich schon zum fünften Mal die aktionistische Medien-Guerilla, um sich beim ”Version Fest” über ihre subversiven Strategien auszutauschen. Die 1.-Mai-Demo war aber im Großen und Ganzen beeindruckender. MUSIKTECHNIK Native Instruments KORE KORE ist angetreten, die Nachteile von Audiosoftware in der intuitiven Bedienung gegenüber Hardware wettzumachen und dem Wust von PlugIns und Presets mittels Datenbank Herr zu werden. FXpansion Guru Beatprogrammierung aus dem Handgelenk und mit erwünschten Überraschungen ist keine Utopie mehr: Guru macht’s easy. Moogerfooger Murf Die Tretminenfamilie der Kultfirma fMoog bekommt Nachwuchs. Hallo “Murf”, hallo Multiple Resonance Filter. Future Retro XS Ein monophoner, halbmodularer Analogsynth klingt erst mal nicht übermäßig spannend. Das Ding ist aber von Future Retro, die schon mit der 777 und dem Mobius Sequenzer überzeugen konnten.

Auch gut:

  1. GABOM: heute im About Blank Berlin
  2. Heute: Boiler Room u.a. mit Kassem Mosse und Redshape
  3. Heute im Jenaer Kassablanca: Der Primaklimaclub



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