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17.06.2006 | 16:05
 
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Cha-Cha-Cha

Sonar, Tag 2



Ich hatte ja schon ein richtig schlechtes Gewissen, so rumgemiesepetert zu haben über den ersten Tag auf dem Sonar. Ist das vielleicht am Ende alles Einstellungssache? Heute habe ich also statt lauwarmem Bier eine dicke Portion Sonnenschein gefrühstückt. Den verstörenden Krach aus Österreich (Mosz) ließen wir dann auch konsequent links liegen, gaben dem Festival aber 10 Extra-Punkte für herausragende Leistungen im Bereich “akademische Provokation”. Wo sonst als auf dem Sonar, fragte mich ein Spanier mit leuchtenden Augen, haben so viele Raver einen Uni-Abschluss? DJ D.A.R.Y.L. war dann eher mein Geschmack, der spielte kurz darauf im Innenhof ein sehr schön verdrehtes Warp-Elektro-Set. Der anschließende Scape-Showcase mit Pole, Bus und Barbara Preisinger hat ebenfalls sehr gute Laune gemacht. Dub, das passte. Das Highlight des Tages war dann aber erwartungsgemäß Senor Coconut mit Leadsänger Argenis Brito. Blauer Himmel, Kraftwerk, Cha-Cha-Cha und Yellow Magic Orchestra. Leider fehlte mir dann der Mumm, noch zum Sonar by Night zu fahren. Wir waren stattdessen in einem alten Theater, dort legten Ata, Roman Flügel und Heiko M/S/O eine Art Morse-Alphabet-Acid auf, und die Gogo-Girls schwangen geil ungeil und sowieso komplett asynchron ihre Gliedmaßen dazu. Irgendwann waren wir auch am Strand. Die Musik war toll, die Jungs haben stehend in die Brandung gepinkelt, die Mädchen haben sich das nicht getraut, und wer nicht aufpasste, wurde eiskalt weggespült. P.S.: Ruldof Scharping in Cowboystiefeln stolziert im VIP-Bereich herum und verkauft geschmuggeltes Dosenbier. P.P.S.: Heute Nacht tritt die “Incredible Beatbox Band” aus Japan auf. Unglaublich, oder? —————————————– Anhang: Das Sonar ist ja auch so ein bisschen Geschäftsmesse, da werden auch Leuten, die gar nicht so wirklich Geschäfte machen wollen, sinnvolle und sinnleere Gegenstände zugesteckt. Promo-Ausbeute der ersten beiden Tage: – 1x Schlüsselanhaeger: Vodafone (aus Reflex zugegriffen) – 1 x Peelingcreme (Unisex – Werbeziel nebelhaft)) – 8 x Cds von ultra-heißen unbekannten Künstlern – 1 x Vinyl von ultra-heißem unbekanntem Künstler (ich musste dafür allerdings dem Promoter erzählen, ich wäre DJ T.) – 1 x Origami-Schwan (Eine überdrehte Promofrau meinte in etwa: This Origami is Yellow, this means luck, you’re business will grow. Can we call you in two weeks?)

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