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30.06.2006 | 15:05
 
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De:Bug 104

Ab heute am Kiosk, die Juli/August Ausgabe



Yes! Und schon wieder. Ein neues De:Bug erscheint heute an dem Kiosk eurer Wahl. Wie immer ein wunderschönes Monsterheft mit Carl Craig auf Cover, einem Special über Fags & Mags und vielen anderen Leckerbissen. MUSIK ESG ESG sind neben Liquid Liquid die Groove-Götter der “No Wave”-Szene aus dem New York der 80er. Von Miles Davis bis Wu-Tang Clan hat sie so gut wie jeder gesampelt, Bands wie Out Hud oder !!! wären ohne sie nicht denkbar. Jetzt zeigen sie mit brandfrischem Album, was der Takt in der Bronx noch immer geschlagen hat. Carsten Jost Ihr kennt ihn als Carsten Jost, in der Kunstwelt reüssiert er als David Lieske. Auf dem Hamburger Label ”Dial”, das er zusammen mit Lawrence betreibt, findet er die richtigen Grafiken zur Musik. Ein Cover ist für ihn weitaus mehr als eine Schutzhülle. Und sein Lieblingscover aller Zeiten ist “If you’re into it, I’m out of it” von Christoph de Babalon. In unserer Rubrik Coverlover erklärt er, warum es so perfekt ist. Ben Klock Ein Resident im Berghain in Berlin darf gerne kompromisslos mit Musik prügeln, Hauptsache es wird nicht weichgespült. Nach der Düsternis, tja, kommt trotzdem die Melodie. Jona Halbzeit. In der Sommerpause ist immer genau der Moment, an dem man im immer noch unglaublich expandierenen Feld der graden Bassdrum überlegen kann, wer einen bislang wirklich dieses Jahr beeindruckt hat. Die Wahl fällt leicht. Minilogue Wenn Trance anfängt zu langweilen, ist Minimal die Lösung. Zumindest für Sebastian Mullaert und Marcus Henriksson. Als Son Kite, ihr Trance-Baby haben sie ordentlich Snare-Wirbel in die Welt gesetzt, als Minilogue lassen sie jetzt Fabelwesen für ihren minimalen Sound sprechen. Made in Sweden. Bill Wells Was neben der Spur liegt, trifft manchmal mitten ins Herz. Der Schotte Bill Wells hat mit einem japanischen Bläserchor ein Album eingespielt, das aus jedem falschen Ton ein Maximum an Poesie trötet. The Late Cord Raus aus dem Popgeschäft und rein in die einzigartige Mischung von zufriedener Traurigkeit, die nur Akkordionspieler entwickeln können, die This Mortal Coil hören. Das Duo The Late Cord setzt mit nur fünf Stücken einen neuen Anfang. Carl Craig Der Laden muss ja laufen, gerade im Musikbusiness. Wenn die eigenen Produktionen dann auch noch Meilensteine setzen, sind alle zufrieden, die Raver genauso wie die Eltern von Carl Craig, dem letzten Detroiter der ersten Generation, der immer noch und jetzt erst recht die Jugend verblüfft. Wir trafen den Künstler in Business-Laune und -Anzug. Timmy Regisford Timmy Regisford hat ebenso wie Jerome Sydenham eine Menge Clubkultur durch New Yorks Adern fließen sehen. Und genau wie Sydenham schöpft er aus der souligen Tradition der Tanzmusik. Berühmt für seine Disco-Edits, steht er als Resident in seinem eigenen Club “Shelter” aber für eine Tradition, die immer eher zu Fela Kuti als zu DJ Koze greifen würde. Dance-Geschichte aus erster Hand. Ibadan Als die New Yorker Sonntagstanzmatinees im Afrogeklöppel ersoffen, war Jerome Sydenham vorne dabei. Jetzt hat er neu Luft geholt und seine afrikanischen Wurzeln mit europäischer Trendmusik abgeglichen, zum Beispiel DJ Koze. Fuck Pony Jay Haze und Samim spulen auf LP-Länge durch die House-Geschichte: Hooklines für sommerliche Tanzflächen, Hustensaft-Missbrauch im HipHop und kleine Bleeps im Hallraum. Taylor Deupree Der Chef des New Yorker Experimetal-Elektronika-Labels 12k setzt sich der Stille aus und findet das ziellose Mäandrieren autobiografischer Sounds. Hemmann & Kaden Im Studio tüfteln ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Das House-Duo Hemmann & Kaden legt sich lieber live voll in die Kurve. Das bekommt ihren Produktionen bestens. Para One/Tekel Frankreich ruft die Nouvelle Vague der elektronischen Musik aus. Para One und Tekel führen sie an. Wir unterschreiben den französischen Hype bedingungslos. Burial Keine Bilder und kein Name: Burial aus London verschleiert erfolgreich seine Identität, mag keine Handys und steht nicht nur bei seiner Plattensammlung auf oldschool. Nebenbei hat er das erste Dubstep-Album gemacht, dass sich auch mit Recht so nennen darf. Adam Park nimmt ihm die Maske ab. New Flesh Keith Hopewell war das erste Signing von Big Dada. Heute ist er wieder der Hoffnungsträger Nummer eins für das englische Label – und für englischen Hiphop. Seba & Paradox Während in weiten Teilen der Drum-and-Bass-Szene nach wie vor der schnellen Rave-Materialschlacht gefrönt wird, verfeinern Seba und Paradox nach wie vor ihren eigenen Sound. Drumfunk. Der ist langsamer und mit seinem Fokus auf Breaks vor allem eins: komplexer. Im Interview erläutern die beiden ihre Suche nach dem perfekten Break. Amit Große Einzelgänger fehlen in Drum and Bass. Amit Kamboj lässt sich lieber von seiner indischen Herkunft inspirieren als von der Peer Pressure in UK irritieren. So befreit er Darkness von allen Missverständnissen in seinem Half-Time-Groove. Breakage In den Brüchen zwischen den verhärteten Fronten von Neurofunk und Liquid macht sich auch Breakage auf die Suche nach den verlorenen Breaks. Damit Drum and Bass endlich wieder so vielseitig wird, wie zu seinen besten Zeiten. Theo Parrish Deephouse war mal ein streitbares Enigma, in dem es um spirituelle Besitzrechte und versiffte Sounds ging. Theo Parrish war damals gleich nach Moodymann an vorderster Stelle. Das ist acht Jahre her. Seitdem haben sich die Diskurswellen geglättet, aber Parrish bleibt der geschichtsbewusste Ausnahmeproduzent, der eine gute Predigt zu schätzen weiß. Robin Guthrie Als alle mit Punk Lärm machten, driftete Robin Guthrie mit Sängerin Liz Fraser als “Cocteau Twins” lieber durch schwülstig weite Phaser-Stimmungswelten. Generationen von Shoegazern folgten ihm. Jetzt kocht der Chef wieder selbst. MODE Ideal messe/lotta skeletrix Kennt ihr etwa nicht die Band “Apoptygma Berzerker”? Die 22-jährige Wahl-Londonerin Lotta Skeletrix hört sie, wenn sie ihre Gothic-Kollektionen entwirft. In London versteht ihren Humor gerade jeder. Life Dress Man kann den Zwang zum modischen Kleiden als Sozialterror empfinden. Es gibt aber auch Kleidung, die einen gegen Sozialterror schützt. FAGS & MAGS Special Butt Das holländische Butt-Magazin ist die Mutter der neuen Familie an Schwulenheften. Hier nimmt der Mix aus Intimem, Persönlichem und Explizitem und Albernem seinen Anfang. Basso Ein schwuler Hintergrund, Kunst und Mode im Vordergrund, und alles mit Musik. Yusuf Etimann kuratiert in Berlin-Kreuzberg das Basso: Magazin und Veranstaltungsraum. Scumbagfagmag Gregory McKenzie und Cameron Dailey erzählen sich gerne schwule Wochenend-Anekdoten – erst nur am Telefon, dann im Magazin “Scumbagfagmag”. Dik Ein Mann ist kein Objekt der Begierde, auch nach 40 Jahren Emanzipation nicht und in Polen erst recht nicht. Mit sexy Schwänzen lässt sich also gut Differenz erzeugen. Das polnische DIK-Magazin setzt auf Otherness statt Politik. Theyshoothomos Homosexualität steht kurz vor einer neuen Mainstream-Akzeptanz. Damit die nicht aufs falsche Gleis gerät, greift das australische Magazin ”They Shoot Homos Don’t They” ins Steuer. Modern Paul Das New Yorker Fotoheftchen Shoot arbeitet mit Porträtfotos von Männern, die sich auf dem Bett des Herausgebers Modern Paul ausziehen. So entstehen modische Bilder, in denen keine Mode gezeigt wird. Glück Man vergisst leicht, dass nicht nur Männer auf nackte Männer stehen – und daraus eine dezidierte Ästhetik basteln. Auch Frauen gucken gerne auf Schwänze und bestimmen selbst, wie sie ins Bild hängen sollen. In ihrem Magazin “Glück” inszenieren die beiden Kölnerinnen Nicole Rüdiger und Elke Kuhlen nackte Männer für Heterofrauen und nähern sich damit der Ästhetik-Frage dieses Specials von der anderen Seite. Spring Filzstift statt Adobe. Die Zeitschrift ”Spring” versammelt zeichnerische Arbeiten von unterschiedlichsten Künstlerinnen, die sogar die Anzeigen als “special places” gestalten. MEDIEN Openstreetmaps Man sieht auf geografischen Karten nur, was die Dateninhaber einen sehen lassen wollen. Aber 2006 ist man schon längst nicht mehr auf Urheberrecht-geschützte Karten angewiesen. Auch nicht auf Google-Earth. GPS sei Dank. RFID RFID down to earth. Debug macht den Realitätscheck und prüft nach, was eigentlich in den letzten Jahren passiert ist, dass die vier Buchstaben plötzlich in aller Munde sind. Von Weltanschauungen auf dem MIT-Campus und geostrategischen Realitäten. Marko Peljhan/Crash test dummy Das Festival “Crash Test Dummy” reist mit seiner interventionistischen Medienkunst durch vier europäische Großstädte. Immer dabei: Marko Peljhan und seine Antiüberwachungs-Überwachungs-Drohnen. Swarmofangels Idee da, Kohle nicht. Also rein ins Internet und Gutgläubige und Kumpels um Geld angehauen für ein Web2.0-Projekt: ein Film, an dem sie mitschreiben dürfen, wenn sie denn Anteile zur Finanzierung kaufen. Der Gründer des “Onedotzero”-Digitalfilmfestivals Matt Hanson ist auf einer neuen Mission. The Lost Exp. Die Fernsehserie “Lost” erfindet sich im Netz neu. Als kollektive, transmediale Schnitzeljagd, die echte Fans schon mal einen Sommer lang in Atem halten kann. MUSIKTECHNIK MC 808 Lange hat es gedauert, bis auch Roland mal wieder eine Groovebox auf den Markt bringt, die mit ein paar neuen Features aufwarten kann: Die MC 808 ist die erste Groovebox, die Motorfader besitzt und auch für unter 1000 Euro bis zu 516 MB RAM haben kann. M-Resonator Wer auf Filter mit eigenem Kopf steht, ist mit dem M-Resonator bestens bedient. Strack Pro / Intel Mit der Universal-Binary-Version von Final Cut Studio hat Apple den Intel Switch seiner hauseigenen Software abgeschlossen. Musiker freuen sich über Soundtrack Pro, den Audio-Editor von Final Cut Pro, und die Überholspur-Rechenpower auf den Intel-Macs.

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