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14.07.2006 | 11:22
 
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Restmeile

Loveparade: Alles normal


Die Loveparade gilt den schlauen Post-WM-Kommentaren fast einhellig als Blueprint für die Berliner Fanmeile: Deutschland macht sich rund um Brandenburgertor und Siegessäule locker. Mit dieser Einordnung der bedrogten aber friedlichen und fröhlichen Massen geht zudem eine vermeintlich neue Rolle Berlins einher: Die Stadt ist jetzt offiziell der Partykeller der Nation und dank EasyJet steht jedes Wochenende gleich ganz Europa auf der Gästeliste. Nun kehrt die so mit Bedeutung aufgeladene Parade nach einer Zwangspause und dem Hassel konkurrierender Veranstalter morgen zurück – was aber niemand groß kümmert. Die Ursachen für diesen Bedeutungsverlust sind genauso banal wie paradox: Techno und die Loveparade als ihr nuttiges Schaufenster haben sich eben längst totgesiegt, das Feierprinzip ist gut verdauter Konsens. Da ist das Original eben auch nur noch eine Knalloballo-Veranstaltung unter vielen, dieses Wochenende sorgen beispielsweise nicht nur die Ravekinder sondern auch Bread-and-Buttter-Besucher für den Getränkeumsatz: Auch schwedische Modetrottel tragen ihre großen Plastiktüten abends gerne in den Club, schließlich ist das die halbe Messemiete. In Belins Discos kündigt sich dementsprechend ein ziemlich durchschnittliches Wochenende an, hier wurde die Erkenntnis der schlauen Post-WM-Kommentaren aber auch schon vor Jahren inhaliert.

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