Nitzer Ebb – Belief
Unsere Platte des Tages

Pfui Teufel. Blöde Kurzgeschorene, das ewige Kokettieren mit dem verabscheuungswürdigen Militarismus – dabei hatte es die Band nie mit Tarnnetzen, eher mit kurzen Hosen und Rippen-Unterhemden -, dummes Gegröle und dann auch noch das musikalische Desaster des plumpen DAF-RipOffs. Nitzer Ebb hatten es nie leicht. Londoner Vorstadt und Doc Martens passten immer gut zusammen. Dann aber. 1989. Belief. Der Beginn der großen Phase. Die teutonischen Prügelbeats entdeckten den Shuffle. Ob das auf den Produzenten Flood zurpckzuführen ist … wer weiß das schon. Belief ist ein entscheidendes Album für die elektronische Musik. War ja auch die Zeit dafür. Acid House und Enjoy The Silence. Plötzlich entdecken Douglas McCarthy und Vaughan David Harris den Funk. In kleinen, aber mächtigen Schritten entwickelt die Band auf diesem Album Track für Track einen radikalen Entwurf von Dance Music. Variabler und offener, neue Sounds, noch trickreichere Basslines, kurze Kollagen der Deepness. Und immer noch roh und viel zu weit draußen, um das gescheit zu kommunizieren. 20 Jahre später kann man “Belief” gar nicht genug schätzen, immer wieder abhören und zwischen den Rillen forschen. In Detroit ist dieses Album eine Legende. Aus gutem Grund. Und dann? Dann kam Lightning Man. Noch besser. Dann die Zusammenarbeit mit Alan Wilder von Depeche Mode. Fast schon eine Ballade. Und dann Rock.
Auch gut:





Werde noch heute wegen meinem damaligen Nitzer Ebb Fanatismus aufgezogen. Danke für die Rehabilitierung.
Und auch schon wieder 20 Jahre her, krass. In der Tat ein unendlich gutes Ausnahme-Album elektronischer Musik. Hat mich wegen seiner Zeitlosigkeit und der vielen Impulse viele viele Jahre begleitet und klingt auch heute noch so frisch und schlüssig wie beim ersten Mal. Bleibe weiterhin ein Fan.
Wer die Möglichkeit hat, Nitzer Ebb Live zu sehen, der sollte sich diesen Gefallen tun. Kann man nur schwer beschreiben. Geil trifft es aber ziemlich gut. Die Jungs spielen übrigens als Support für Depeche Modes Tour Of The Universe ANfang 2010 (1x Berlin, 2x Düsseldorf).
Ach ja, wegen “das musikalische Desaster des plumpen DAF-RipOffs”. RipOff? Ok. Desaster und plump? Niemals! Wenn man beide Bands mal Live gesehen hat (habe ich), dann passen die Wort plump und Desaster eher auf DAF. Leider.
Gruß,
Jean Marie
gut, ich bin ab sofort etwas vorsichtiger mit der ironie. so war das nämlich gemeint
och, das kam schon an
Beim nächsten Mal…