K.E.L.S.E.Y. – Boy (MK Remix)
Unsere Platte des Tages
Die Wiederaufnahme einer ganzen Reihe von musikalischen Fährten der frühen bis mittleren Neunziger, die gerade in der House-Szene im vollen Gange ist, führt einen unweigerlich zu einem Detroiter, der wie kaum ein Zweiter für einen ganz klar definierten Sound stand: Mark Kinchen. Seine Art Vocal-Samples zu schneiden und zu eingängigen melodischen Collagen übereinander zu schichten, war genauso sein Markenzeichen wie die Zweifinger-Hooklines, die er meist mit billigen Synthie-Trompeten einspielte. Spätestens nachdem sein Remix für The Nightcrawlers’ “Push The Feeling On” 1995 weltweit die Charts stürmte (und irgendwas um die 3 Millionen mal verkauft wurde), war Mark Kinchen neben Masters At Work vor allem bei den Majors, die damals noch Haufenweise Dance-Remixe in Auftrag gaben, einer der gefragtesten Remixer überhaupt. Dementsprechend ist die Liste seiner Major-Remixe lang und beinhaltet unter anderem Celine Dion, Jodeci, Janet Jackson, Luther Vandross, Tori Amos, Pet Shop Boys und Elton John. Durch seinen Bruder Scott Kinchen, der damals ebenfalls als DJ und Produzent (unter anderem auf 430 West und Henry Street Music) aktiv war und Anfang der Neunziger nach New York zog, kam Mark Kinchen früh mit dem von einem Underground-Hit zum nächsten eilenden Label Strictly Rhythm in Kontakt. Das unter dem Pseudonym K.E.L.S.E.Y. 1992 veröffentlichte “Boy” beinhaltete schon alle Tricks und Kniffe, die MK, wie er sich meist nannte, zu einem Star machen sollten. Heutzutage lebt er in L.A. und produziert immer noch Clubmusik, die leider wohl eher für US-amerikanische Bling-Bling-Großraumdiscotheken gedacht ist. Seine Tracks von Anfang der Neunziger sind dagegen unglaublich gut gealtert und werden gerade zu recht von einer neuen Generation House-Liebhaber neu entdeckt.
Auch gut:
- Radiohead künden Remix Doppel-CD an
- Ben Westbeech – Something For The Weekend (Roska Remix)
- Gonzales – Knight Moves (Lone Remix)






