PEER PRESSURE
Gnutella Netz unter Druck
Die RIAA ist überall. Seit dem Sterben von Audiogalaxy geht in allen Filesharing Netzwerken, die sich ja längst zu grossen Communitys ausgewachsen haben eine nicht zu überhörende Angst um, die zu so seltsamen Diskussionen führt wie die um die es hier kurz gehen soll. Die Möglichkeiten in Bearshare, einer der beliebtesten Gnutella Clients, Down- und Uploads getrennt auf Bearshare Clients zu beschränken. Auf Zeropaid.com wurden die neuen Funktionen in der Bearshare 4.0 Version schnell zum Horror der Trennung des Gnutella Netzes hochstilisiert. In einer knappen Meldung ohne Links verabschiedete man schon mal Bearshare das gegen die guten alten Regeln eines (und nur eines) Open Source Netzwerks verstossen haben soll. Und im eigenen Bearshare Forum dazu legt man dem Entwickler Vinnie nah, er soll gefälligst anstatt das Gnutella Protokoll zu nutzen, dass unter der GPL steht, also nicht als Teil eines proprietären Systems benutzt werden darf, selber ein eigenes Protokoll entwickeln. Das Feature wurde erfunden, so Vinnie, weil die RIAA bei ihm und vielen Bearshare Usern vor der Tür steht, und mit Programmen wie Mediaforce.com aktiv nach Urheberrechtsverletzenden IP Adressen auf Bearshare gesucht wird. Die sollen damit geblockt werden. Denn die Zukunft von Filesharing Systemen insgesamt steht auf dem Spiel. Die Zwickmühle in der Open Source Filesharing zur Zeit tatsächlich steht ist folgende. Entweder man tut etwas gegen die Interventionen der RIAA in das Gnutella Netzwerk, oder man lässt die gelegentlichen Drohungen gegen einzelne User und ISPs an sich abträufeln, worauf die Userzahlen weiter sinken. Will man aber versuchen die RIAA aus dem offenen Netzwerk rauszuhalten, geht es eigentlich nur mit Methoden wie der von Bearshare. Womit man aber 1. Effektiv das Netzwerk wieder kleiner macht, und wenn man die RIAA-sicheren Upload und Download Funktionen getrennt voneinander an und ausschalten kann, sogar nicht nur die GPL verletzt, sondern andere Open Source User sozusagen ausbeutet. Eine Möglichkeit bei der sich der Bearshare Entwickler ganz schön ins eigene Fleisch schneidet, was den Druck der zur Zeit herrscht noch mal gut verdeutlicht, denn ihm ist auch klar, dass die vorgeschlagene Lösung gleich wieder ein Problem ist. Aber was ist besser? Die Stützung möglicherweise weniger angreifbarer und damit weniger verunsicherter User in einem kleineren geschlosseneren Netz, oder ein offenes Netzwerk in dem man ständig Angst haben muss erwischt zu werden. Wir bleiben dran. bearshare thread zeropaid thread und news mediaforce




