Es war live und wir waren dabei

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von Marco Metternich
Nachdem sie ihr Album ”Institute of Joy“ bereits im Atomic Café in München und im Sensor in Köln präsentiert hatten, gab sich das Quintett am 03.12. in einem Club die Ehre, der einmal mehr seinem Ruf in Sachen musikalische Vielfalt alle Ehre gemacht hat.
Zeben Jameson und Mo Morris schienen zunächst ein wenig ausgelaugt, um genau zu sein ein wenig müde. Doch der Schein trügte. Als die ersten Schallwellen durch den Saal fegten, änderte sich das Bild mit sofortiger Wirkung. Die Gäste des Abends sollten nun am eigenen Leibe spüren, was mit einem Flächenteppich wirklich gemeint ist. A Mountain of One versetzen den Club in einen in sich schwingenden Kubus und entluden ihr Soundgewitter in voller Manier über dem Offenbacher Hafen. Der geneigte Hörer, der durch die 12″-EPs und einen Longplayer vorbereitet auf ein Konzert des Londoner Duos geht, fragt sich berechtigterweise, wie um alles in der Welt will eine Band diese Scheiben ohne Computer auf der Bühne umsetzen? Entsprechend entwickelt er eine hohe Erwartungshaltung, die beileibe nicht enttäuscht wird. Schon gar nicht in Offenbach. Jameson und Co. erzeugten in Standardbesetzung aus Schlagzeug, Bass, zwei Gitarren und Background Vocals eine Atmosphäre, die einer Welle gleichkommt. Eine Urgewalt, die einerseits tragen, andererseits auch zerstören kann. Sie ist in sich geschlossen, bricht am Ende auf und verleiht sich selbst die Kraft, weiter zu bestehen. Das Quintett lässt sich von ihr einnehmen, aber niemals überrollen. Und dadurch, dass A Mountain of One nicht nur für die Audienz spielten, sondern auch für sich selbst, gaben sie der Welle Inhalt, textlich, musikalisch und optisch.

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A Mountain of One ist Herz, Seele und Authentizität. Diese Kombination ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass man der Band das Vertrauen in das eigene Schaffen voll und ganz abnimmt. Und sie meinen es in allen Belangen ernst. Das zeigte sich am deutlichsten, als Sänger Zeben Jameson sich während des Songs ”Bones“ regelrecht in einen Rausch spielte und damit das Publikum fast überforderte. Ab da ritt die Band auf der selbstkreierten Soundwelle und zog dies beeindruckend intensiv und konsequent bis zum Ende durch. Ehrlich und direkt, genauso wie es Mo Morris im Gespräch mit diesem Magazin vor eineinhalb Jahren schon für gut befunden hat.

2 Responses

  1. justus köhncke

    also, “ein berg von einem”…

    die musik hatte ich bislang geschwänzt zu probieren, und das konzert konnte ich auch nicht besuchen, aber, wie mir zugetragen wurde: in köln entblösste sich einer von AMOW als schwerster schwachkopf, als er meinen lieben freund und grossen musikerkollegen bozzwell (der zuvor noch im selben club am videodrehen war für sein neues sensationelles zeug auf firm, daher da) unbekannterweise aufforderte, sich doch mal um sein äußeres zu kümmern (fettleibig, clochard-look). anmassend, blöd und höchstens unter guten freunden erlaubt, aber nicht unter drive-by-kollegen.

    untendurch die ganze combo, für mich wieder mal ein beispiel für nicht-mit-erfolg-umgehen-können. oder auch einfach nur für erschrechend dumme denkweisen.

    die musik interessiert mich nicht mehr, natürlich, wenn die auch noch was wäre, wäre ich um so deprimierter. bozzy macht grad tolles zeug, promoalarm, nächstes jahr auf firm. mit justus- und kraml-mixen. und so.

    vor allem ist, wenn überhaupt, bozzy ein berg von einem. und was für einer. weil er ECHT dick ist. also ist dieser bandname dieser bohnenstangen eine anmassung an sich.

    falls diese tirade jemand interessiert…. gerne weitertwittern, das mach ich nicht aus angst…

    jk

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