Der Streit zwischen der Stadtreinigung und der Afterhour-Location geht in die Endrunde.


Dass der Sommer 2008 der letzte der Berliner Bar25 sein würde, befürchteten viele und die Betreiber der Profit-Center-Kommune veranstalteten auch schon einige “letzte” Partys. Dennoch war die Pressemitteilung der Bar25 heute morgen doch etwas überraschend: Aufgrund mangelnder Absicherung der Uferkanten solle die Bar25 bis Ende Oktober geräumt werden, letzte Woche habe man ein Kündigungsschreiben erhalten. “Noch im September 2007 versprach die Vorstandsvorsitzende der Berliner Stadtreinigung (BSR) Vera Gäde-Butzlaff […] dass die Bar25 nicht gehen müsse, bevor die Bagger kommen”, heißt es weiter. Dass eine Kündigung so kurzfristig ausgesprochen wird, wunderte dann schon, also fragten wir bei einer BSR-Pressesprecherin nach: “Wir hatten mit der Bar25 von Anfang an einen Zwischennutzungs-Mietvertrag abgeschlossen, bei dem von vornherein klar war, dass er endlich ist. Der zweite Punkt ist, dass wir dort eine gesetzliche Sanierungspflicht [vom Land] haben. Das heißt, wir müssen dort Sanierungsarbeiten an der Böschung und auf dem Gelände durchführen, bei der kein Betrieb stattfinden kann.” Die Frage nach einer Kündigung wies die BSR zurück: “Die Kündigung ist schon lange da und wir haben seit dem frühen Sommer eine Räumungsklage laufen und gehen davon aus, diese gerichtlich durchsetzen zu müssen.” Christoph Klenzendorf, einer der Betreiber der Bar25, sieht die Sache anders: “Wir müssen jetzt massiv Presse machen, weil die BSR uns mit allen Mitteln loshaben will. Im Endeffekt geht es darum, dass das Gelände für Mediaspree-Zwecke genutzt werden soll und versucht wird, für 30 Millionen zu verkaufen.” Dafür wolle die BSR ein besenreines Gelände, um es einfacher verkaufen zu können. Es stimmt, dass die Bar25 einen Zwischennutzungsvertrag habe, der aber einen Paragraphen enthält, “der besagt, dass dieses Gelände erst bei einer Weiterentwicklung geräumt werden muss. Wir sagen, dass die Klausel erst zutrifft, wenn ein Investor da ist, während die BSR das anders sieht.” Deswegen ließen sich die Betreiber nicht auf die Kündigung ein, sondern gingen mit in den Prozess der Räumungsklage. Der Gerichtstermin findet Anfang Dezember statt. Die Betreiber rechnen sich vor Gericht kaum Chancen aus. Sie versuchen jetzt mit Hilfe der Öffentlichkeit und der Politik zu einer annehmberen Lösung zu kommen. “Es ist klar, dass die Bar keine weiteren zehn Jahre bestehen bleibt. Wir wollen aber zumindest solange weitermachen, bis gebaut wird. Es wäre ein Drama, wenn hier so etwas passiert, wie beim Palast der Republik. Da wird zehn Jahre eine ungenutzte Wiese stehen, bis die Gelder für den Aufbau des Stadtschlosses zusammen sind.”
http://www.bar25.de

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Elektronische Lebensaspekte.

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