Unsere Platte des Tages

Sean O’Keeffe gehört zu den Produzenten, die den Sound von Moving Shadow von den ersten Rave-Tagen an mitgeprägt haben. Erst als ein Drittel von 2 Bad Mice und Kaotic Chemistry (zusammen mit Moving-Shadow-Boss Rob Playford und Simon Coolebroke) und später dann alleine als Deep Blue. Als sich 1997 nach kurzem aber heftigen internen Hickhack fast die komplette Label-Belegschaft von Rob Playfords Klassikerschmiede lossagte und mit Partisan ein eigenes Label gründete, war es aus der Ferne schon überraschend, dass Sean O’Keeffe einer der wenigen Moving-Shadow-Acts war, der sich Partisan anschloss. Seine erste Maxi für das Label war ein absoluter Killer. Aufgrund seiner für Drum and Bass untypischen Beats und dem völligen Verzicht auf klassiche Reiz-Muster damals kaum beachtet, geschweige denn auf vielen Partys gespielt, ist vor allem “Destroyer” ein absoluter Killer. Die sparsame, aber dafür umso kraftvollere, butterweiche Sinus-Bassline drückt noch immer alles weg. Und die fiepsenden Synthie-Bleeps und schwermütigen Pads, die sich in den metallischen Beats hin und her wiegen, machen aus “Destroyer” einen Track der, 2010 noch genau so modern klingt, wie 1998 und eigentlich nur darauf wartet, von einem der experimentierfreudigeren Dubstep- und Bass-Music-DJs wiederentdeckt zu werden.

Deep Blue – Desroyer/ Oceans Above Life (Partisan, 1998)

About The Author

One Response

Leave a Reply

Unsere Platte des Tages


Irgendwann 1997 entschloss sich ein Großteil der Moving-Shadow-Belegschaft, ein eigenes Label zu gründen, und war im Büro des Traditionshauses nicht mehr gesehen. Die ersten Release auf Partisan, so hieß das neue Label, machten schnell klar, dass ihenn die schematisierten Anforderungen des Dancefloors relativ egal waren. Kein Rinse-Out und kein Rewind weit und breit. Deep Blue war einer von wenigen Produzenten, die mit der Bürocrew von Moving Shadow zu Partisan wechselten, und mit “Destroyer” veröffentlichte er dort eine seiner besten EPs. Weit wie nur was, von den Beats immer seinen unangefochtenen Klassiker “The Helicopter Tune” (der, natürlich, auf Moving Shadow herauskam) im Gepäck, aber dafür so unglaublich hymnisch auf Detroit gewendet, dass einen die quietschig zirpenden Synthiessounds noch immer im Nacken packen. Bei Deep Blue gehen alle Daumen hoch, damals wie heute (auch wenn Kollege Herrmann, selbst Fan, das Konzept ein wenig aus den Augen verloren zu haben scheint).

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.

Leave a Reply