Unsere Platte des Tages

Drexciya, das sagenumwobene Electro-Projekt der beiden Unterwasser-Mutanten Gerald Donald und dem 2002 verstorbenen James Marcel Stinson, ist bei aller Demystifizierung, die vor allem nach Stinsons Tod eingesetzt hat, noch immer Detroits größtes und faszinierendstes Enigma. Selbst im grundsätzlich öffentlichkeitsscheuen und Science-Fiction-affinen Underground-Resistance-Universum nimmt Drexciya eine Sonderrolle ein.
Die afro-futuristische Mythologie, die die beiden entworfen und konsequent durchdekliniert haben, war nicht umsonst schon Gegenstand diverser kulturtheoretischer Abhandlungen und Bücher von Kodwo Eshuns “More Brilliant Than The Sun” bis zu Thomas Meineckes “Hellblau”. Den Soundtrack den Drexciya zu ihrer Unterwasser-Erzählung entwarfen ist sowohl musikalisch als auch von den Bildern, die sie zeichnet, so unglaublich stimmig, zieht einen so tief in ihre von drexciyanischen Truppen und -Befreiungskämpfern bevölkerte aquatische Welt hinab, dass man meint, ihre Alben und EPs wären wirklich der Soundtrack zu einer Science-Fiction-Serie. “Aquatic Invasion” war ihre zweite EP auf Underground Resistance und oszillierte einmal mehr zwischen dem aggressiven, vor ätzenden Arpeggio-Sequenzen und Bleep-Tropfen sprühenden, drängenden Eingreiftruppen-Sound und von warmen Strings und Chören begleiteter Tiefsee-Romantik. Wie bei den anderen Drexciya-Platten gilt auch für “Aquatic Invasion”, je älter die Tracks werden, desto unfassbarer werden sie. Ein Meilenstein.

Vor zehn Jahren gab James Marcel Stinson uns eines seiner sehr seltenen und vor allem selten so ausführlichen Interviews. Wer noch einmal nachlesen will, kann das hier tun.

4 Responses

  1. bernd

    joh ey.. drexciya klingt immer irgendwie neu. das ist echt ganz gross!

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  2. eiermann

    seid ihr irre?

    jetzt werden die preise weiter steigen!

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  3. arela1

    drexciya klingt immer irgendwie neu. das ist echt ganz gross!

    ähhh, was hast du im ohr?

    drexciya klingt immer wie drexciya und nicht neu!

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  4. george

    heißer scheiss! genauso wie die nebenprojekte von gerald donald, wie arpenet oder der zyklus. stinson’s shifted phases waren auch geil! oh gott ich komm ins schwärmen :D

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