Foto: cc-by hillary the mammal

Post vom Finanzamt bedeutet in den meisten Fällen nichts Gutes. Was bei einigen Berliner Clubs wie Berghain, Cookies oder Weekend im Briefkasten lag, ist allerdings jenseits von Gut und Böse anzusiedeln. Ein Berliner Finanzamt verlangt, dass die betroffenen Clubs ihre Eintrittsgelder von 2005 an rückwirkend mit 19% statt der bisherigen 7% versteuern. Die Nachzahlungen können dabei bis in die Millionenhöhe gehen und die weitere Existenz einiger Clubs gefährden.

Aber von Anfang. Im Rahmen der Vergnügungssteuer müssen Clubs und Diskotheken ihren Umsatz der Eintrittsgelder regulär mit 19% versteuern. Die Ausnahme bilden Konzerte, die aufgrund einer gut gemeinten Steuersubvention mit nur 7% versteuert werden müssen. Seit 2005 können dazu auch Techno Veranstaltungen zählen, wie der Bundesfinanzhof mit dem Hammer besiegelte. Schließlich würden Plattenspieler, Controller und Synthesizer wie Instrumente benutzt und die Künstler wären international anerkannt und erfolgreich. Das ergibt Sinn und wir wissen das sowieso schon lange.

Das verantwortliche Finanzamt möchte nun den besagten Clubs diesen Status aberkennen und begründet dieses mit ihren empirischen Forschungsergebnissen, die anhand eines Clubbesuchs ermittelt wurden. Es herrsche kein Konzertfeeling, da die Gäste nicht zwangsläufig dem Künstler zugewandt seien und ohnehin lieber gesellig alkoholische Getränke konsumierten als diesem Aufmerksamkeit zu schenken. So führt der Mangel an kreischenden Teenies im Berghain et al aufgrund einer fehlenden, offiziellen Definition dazu, dass ein Finanzamt ein Konzert, mit hochkarätigen Künstlern und vielen Touristen, eben nicht als solches betitelt. Und wie so oft führt solch lächerlich wirkende Wortklauberei zu immensen Folgen in Millionenhöhe. Einige der Betroffenen möchten allerdings nicht kampflos untergehen und gegen diese Entscheidung angehen. Wir drücken die Daumen!

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123 Responses

  1. Klangware

    Armes Deutschland, armes Berlin – da wird nach jedem sich bietendem Strohhalm gegriffen um Stadt- und Staatsschulden zu verringern. Langfristige Folgen wurden dabei wohl außer Acht gelassen!

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  2. Mirko

    naja wer jedes Clubevents als Konzert verkauft (versteuert), braucht sich über die Prüfung nicht wundern. Im Prinzip ist das ja Steuerbetrug.

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  3. nicht Mirko

    @ Mirko…ließ mal bis nach unten du Honk.

    “naja wer jedes Clubevents als Konzert verkauft (versteuert), ”

    hier:

    “Ausnahme bilden Konzerte, die aufgrund einer gut gemeinten Steuersubvention mit nur 7% versteuert werden müssen. Seit 2005 können dazu auch Techno Veranstaltungen zählen, wie der Bundesfinanzhof mit dem Hammer besiegelte”

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  4. stefan

    da sieht man mal wieder, dass unser toller staat dringends geld braucht… schenke anderen milliarden und zock das eigene volk gnadenlos ab!! armes deutschland

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  5. Erna_Berta

    Naja, sonst ist man vom Rock abgewandt, ist Clubbetreiber, veranstaltet Partys und hält die Fahne “Techno” hoch und jetzt kommt die Steuerprüfung und man ist auf einmal Konzertveranstalter oO?!?

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  6. mike

    aber ne technoveranstaltung is was anderes als normaler clubbetrieb… ;))

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  7. tehbasti

    Das ganze Rückwirkend zu machen finde ich nicht richtig.
    Die Entscheidung an sich ist aber druch aus plausibel:
    Denn wie auch schon in einem vorrangehenden Beitrag erwähnt und bis jetzt hier nicht argumentativ widerlegt, unterscheidet sich ein “Techno Konzert” nicht von dem regulären Clubbetrieb.
    Das ganze ein mal weiter gedacht könnte ja jede Dorfdisko mit einem DJ ihre Veranstalltung als Konzert deklarieren und würde subventioniert werden… Und das wollen wir doch alle nicht oder? :-)

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  8. duicide

    Was mir nicht so ganz bei ein paar Kommentaren hier einleuchten will: Im Text steht doch ganz klar, dass ein Gericht entschieden hat dass Technoevents Konzertcharakter haben (und daher auch als solches versteuert werden können). Wie kommt Ihr darauf, dass hier Steuerbetrug betrieben wird? Und noch viel weniger verstehe ich wie das Finanzamt ein Rechtsurteil einfach so kippen kann..

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  9. Nono

    wenn der DJ selber vor Ort live spielt und nicht Musik aus der Konserve gespielt wird – dann ist das kein Problem. Falls aber nur aus der Konserve Musik gespielt wird dann bitte 19% allerdings nicht im Nachhinein.. schon Krank: Windeln werden höher besteuert als Tiernahrung oder Eintrittskarten für Konzerte… und da wunder sich noch einer warum hierzulande der Nachwuchs so selten ist.

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  10. nik

    Eine Entscheidung nach „Gefühl“ ist natürlich hahnebüchen. Den eigentlichen Skandal finde ich aber, dass so was nicht zeitnah erfolgt, sondern nach 5 Jahren jemand vorbeikommt und einem die Existenz ruiniert. So was darf es nicht geben.

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  11. Waah

    @duicide: was ist daran so schwer zu verstehen? Man behauptet halt ganz einfach, dass das im Berghain stattfindende Event kein Konzert (zu 7%) sondern ein regulaerer Discobetrieb (zu 19%) ist. Damit steht eine Anschuldigung im Raum, die der Betreiber nun widerlegen muss. Nun gilt es bei dem angerufenen Gericht halt, zu pruefen ob “dem Kuenstler zugewandt sein” zwingende Voraussetzung ist dass ein Technokonzert wirklich ein Konzert ist oder nicht.
    Halte ich durchaus auch fuer angebracht – bei einer Disco liegt in der Regel nunmal die Haupteinnahmequelle beim Schankbetrieb und nicht im Musikkonsum. Dementsprechend duerfte die Masse an Discoveranstaltungen eben kein Konzert nach dem genannten Urteil sein, und daher sind 19% Umsatzsteuer zu zahlen.

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  12. TeamO

    Ah! In Zukunft also mehr RICHTIGE Liveacts um Steuern zu sparen!

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  13. Martin

    Technoevent != Techno in einem Club. Aber rückwirkende Nachzahlungen wären nur dann fair, wenn sie es auch rückwirkend nachweisen könnten.

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  14. M

    Könnt ihr bitte mal “Vergnügungssteuer” durch “Umsatzsteuer” oder meinetwegen auch “Mehrwertsteuer” ersetzten. Danke. Mit der Vergnügungssteuer hat das IHMO nämlich gar nichts zu tun.

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  15. Killer

    Scheint mir übertrieben, jede Techno-Veranstaltung als Konzert zu deklarieren, die rückwirkende Forderung ist aber natürlich krass. Ich finde es aber auch richtig Subventionen zu prüfen, die vielleicht gar kein Anrecht darauf haben, das wäre dann nämlich Geldmacherei der Betreiber.

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  16. Chris

    Ich finds eigtl. korrekt. Die genannten Clubs scheffeln echt Millionen und warum sollen die auf unsere Kosten auch noch Steuererleichterungen bekommen?
    Sechs Jahre rückwirkend is natürlich krass, aber jede Techno-Party als Konzert zu deklarieren auch sehr riskant.

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  17. HubiDubbi

    Jeden regulären Clubbetrieb im Eintritt mit 7% UST abzuführen ist nbicht nur naiv, sondern dreist. Oder haben die Betreiber ihren Gästen 12% Nachlass beim Eintritt ermöglicht?

    Prima: Jahrelang vlt. noch wissend zu wenig abdrücken, nicht fragen und dann keine Rücklagen für diese kalkulierbaren Eventualitäten haben und dann noch “Das böse Finanzamt” rufen, naja… Glückwunsch an diese Betreiber!

    Aber auch: Vieles wäre mit einem einheitlichen und gerechten Steuersatz leichter.

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  18. schlocki*luke

    … man man. also nachfordern ist größter um nicht zu sagen allergrößter schwachsinn. wenn ein solches urteil ((“Ausnahme bilden Konzerte, die aufgrund einer gut gemeinten Steuersubvention mit nur 7% versteuert werden müssen. Seit 2005 können dazu auch Techno Veranstaltungen zählen, wie der Bundesfinanzhof mit dem Hammer besiegelte”)) gefällt wurde vor gericht, sind diese 7% angemessen.
    techno ist immer ein konzert, da der dj mixt und somit musiziert. live acts hat es ebenso sehr viele gegeben.
    ich wünsche den betreibern viel erfolg bei dem wiederspruch, denn sie wird auch ein beispiel bilden.
    …sollte es mal wieder nach vater staat gehen, sitzen wieder hunderte leute auf der straße…..
    das wäre : zum kotzen . . . . . .

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  19. rockmachine

    das ist schon ein recht fragwürdiger vorgang. die clubs müssten wahrscheinlich schliessen, dann käme gar keine steuer mehr rein. realitätsbewusstsein: minus?

    warum sollte man die eine musikveranstaltung mit 19% und die andere mit 7% machen? gehen dann wirklich die finanzbeamten hin und checken wie sich das publikum verhält und welche musik gespielt wird? und was ist wenn der dj rock ins technoset mixt? das müsste man penibelst genau monitoren, damit es auch ja keine vermischung der musikstile gibt. eventuell könnte man aber auch die USt so gestalten, dass sie zwischen 7 und 19%, relativ zum musikstileinsatz, individuell angepasst wird? dann wird es endlich wieder mehr rocker-clubs geben, die unterhaltungsindustrie würde sich den neuen marktgegebenheiten anpassen, lange haare, schlägereien und nietenlederjacken kämen wieder in mode, techno würde wieder mal absterben, in den untergrund gehen oder zum teuren upper-class entertainment avancieren, für leute mit weissen lackschuhen, dicken goldenen ketten und champagnerflaschen in der hand.

    möglicherweise würde eine art rock-dr-motte eine legendäre headbanger-parade auf die beine stellen. ne fette million besoffener, tätowierter metallica und slayer fans, die sich prügelnd auf die goldelse zusteuern und dann abschlusskundgebungen ungekannten ausmasses zelebrieren, abgeschirmt von einer hundertausendschaft polizisten, gegen empörte technofans, die die gegendemo machen. millionen liter öttinger und billig-vodka und viele tausende von kotzenden saufopfern und verprügelten koma-rockern in der charite? dem finanzamt ist möglicherweise nicht bewusst, welchen einfluss sowas auf unsere kultur haben kann.

    das finanzamt schiesst sich doch ins bein, wenn sie musikklassifizierungen einführen müsste, und sich dann mit abertausenden von drogengeschwängerten rock- und techno – altnerds und musikjournalisten und -wissenschaftlern rumstreiten, in jahrelangen fehden vorm bundesstylegericht, ob in der und der rocknummer nicht irgendwie ein dance-artiger kevin saunderson detroit-beat hineingemogelt wurde, der das ganze dann doch eher dem techno zuzuordnen liesse. umpf tschak umpf tschak liebes finanzamt :) das wird ein riesenspaß, wummernde bässe in den amtshallen und protestierende hells angels banden vor der tür.

    und überhaupt: was ist mit liveacts? das sind doch sozusagen techno-konzerte… die könnte man dann ja mit 7 + 19 / 2 = 13% besteuern, sofern sich das publikum nicht an der bar aufhält, also keinen gin tonic bidde :)) techno-remixe von rockliedern werden auch nochmal ein eigenes thema sein, zudem mashups, oder trommler, sängerinnen oder saxophonisten, die live den dj supporten. die djs würden dann sven-artig “gude laune” ins megaphon schreien, damit das ganze eher konzertcharakter bekommt und die teenies lauter brüllen.

    könnte man nicht einen kompromiss finden und zeitkontingente für bar und schüssel einführen? müssen rocker nie aufs klo? und bier trinken die ja auch nicht. was mich auch wundert – wie werden eigenltich stripshows besteuert? oder sexy dancers auf etchnoparties? wönnte man hier nicht mal wieder von der pornoindustrie lernen?

    oder man kategorisiert statt veranstaltungen menschen. eher der rocker, eher der techno-honk oder möglicherweise popper, gangsterrapper, emo-bieber und extravagante geschmäcker wie den power-rock-electronic-mit-klassik-einfluss versehenen reaggae-rap-neodubstep-postpunk-discoschlagersänger, der aber statt st pauli anhänger tendentiell eher als 60er fan gelten sollte. die dann verschiedenartigst direkt besteuern und das dann schick als individual-kulturflatrate bezeichnen. und: je schlechter die musik, desto höher die steuern. und leute, die fies tanzen noch ne arschtrittsteuer. dafür aber dem der sich sonen gehirn-ehec ausdenkt noch ne wöchentliche pflichtwatschn vonnem mindestens 2 meter grossen hells angel rocker oder wahlweise sven marquardt.

    ehrlich gesagt glaub ich nicht dass das finanzamt mit der nummer durchkommt, das scheint irgendwie nicht ausreichend durchdacht zu sein.. die gerichtsverhandlung dürfte recht amüsant werden, wenn sich die anwälte der clubs genug hineinarbeiten. kann denn wowi nicht einschreiten? ist doch steuergeldverschwendung ohne ende?

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  20. orgondusche

    wowi einschreiten? der ist genauso eine marionette wie alle anderen auch, und in steuergeldverschwenden sind “unsere”politiker unschlagbar. niemals vergessen: DIE brauchen uns, aber viele von uns brauchen SIE nicht …. :)

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  21. Paul

    Eins ist Fakt: Noch lange bevor ein Club wie das Berghain vor dem Ende seiner Existenz steht, sehe ich viele, viele Menschen auf den Straßen. Und zwar so viele, dass das vermutlich direkt in die Reihe Paris – London – ‘Berlin’ passen würde…

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  22. orgondusche

    @ Paul: Ja, die Straßen werden immer voller von Menschen, die endlich einmal NEIN zu dieser unmenschlichen Finanz- & Politikwelt sagen – und zwar mit steigender Tendenz. :)

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  23. marco

    ahja, rückwirkend bis 2005? sonst gehts noch? ich meine wenn man sagt per ersten januar 2012 gilt neu … ist das ja eine geschichte. diese geschichte ist wohl der totesstoss für den einen oder anderen der nicht grad mal ein paar hunderttausend für allfällige steuerzahlungen beiseite gelegt hat, mit denen man nie und nimmer gerechnet hat… leute die solche forderungen stellen, in diesem fall wohl die politik mussten noch nie als selbstständiger ihr geld verdienen, sonst wüssten sie, dass die forderung schlicht und einfach hanebüchen ist. unglaublich.

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  24. Tim

    Mal die Füße ruhig halten. Ohne die betreffenden Clubs und Bars persönlich zu beschuldigen: Ich habe lange im “Nightbusiness” gearbeitet und ganz andere Steuer- und Abgebenhinterziehung gesehen, die an der Tagesordnung sind. Während Einzelhändler und auch Gastronomie ohne nachprüfbaren Bon nichts verkaufen dürfen, geht es buchhaltungs- und steuermässig in Clubbranche immer noch recht wild zu.

    Aber schön, wenn man soviel Unterstützung hat. Die würde ich jeden Selbstständigen beim Kampf gegen das Finanzamt auch wünschen – was leider eine Utopie bleibt.

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  25. Struppi

    Allein wenn ich mir diesen Satz vor Augen führe: ” …und begründet dieses mit ihren empirischen Forschungsergebnissen.”
    Seit wann ist ein Finanzbeamter berechtigt dementsprechende Forschungen durchzuführen und auf welche Gesetzmäßigkeiten sollen diese Forschungen beruht haben?

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  26. richtig so

    warum soll es clubbetreibern besser gehen als anderen. können die doch sowieso schon schummeln was das zeug hält. wer kann schon prüfen ob an einen abend 500 oder 800 gäste da waren. und auch getränke können geliefert oder schwarz ein- und verkauft werden. somit dürfen ja wohl 12% Steueranpassung nicht weh tun. gut so, weiter so.

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  27. Alex

    Richtige Entscheidung. Berghain-Besuche (ich war selbst viele hundert Mal da) sind keine Konzerte, auch nicht vom Charakter her. Und die Party-Schickeria soll ruhig mal seinen Beitrag bezahlen, es gibt in Deutschland genug Arme, die froh wären, wenn sie nur einmal einen Bruchteil der Kohle davon hätten, die ich schon im Berghain verfeiert habe. Und eine Geldmaschine ist das Berghain ohnehin, auch wenn sie bei den Preisen immer fair geblieben sind (im Vergleich zu Deppenläden wie dem Watergate oder dem Suicide Circus).

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  28. Robert

    Das Problem wird eigenltich sein, dass den 7%igen Einnahmen 19% Ausgaben entgegengestellt wurden und dementsprechend zu wenig Steuern gezahlt wurden…
    was natürlich irgendwann auch mal einen vom Finanzamt auf den Plan ruft, der sich auskennt und genauer hinschaut…

    Ich bin selber Clubbetreiber, 19 % zahler und finde es absolut richtig, dass die 7% dort nun angemahnt werden…
    Mal ehrlich, ob Club oder Diskothek, es bleibt unter dem Strich eine gastronomische Einrichtung mit Unterhaltungscharackter und große Diskotheken buchen auch große DJs und rechnen da keine 7 % ab …

    Mit Kultur hat das auch irgendwie wenig zu tun wenn ein Ricardo Villalobos 7 Stunden eine Platte nach der anderen spielt, de facto, meist keine eigene und dementsprechend einfach nur ein besserer Alleinunterhalter ist… keiner, der ein Konzert gibt…
    Verbunden mit einer Show, wäre das natürlich vielleicht was anderes… aber Clubnächte mit Konzerten zu vergleichen… das ist zuviel gutgemeinte Utopie und erst recht nicht in Deutschland kommunizierbar…

    Reply
  29. Alex

    @Struppi: “Seit wann ist ein Finanzbeamter berechtigt dementsprechende Forschungen durchzuführen und auf welche Gesetzmäßigkeiten sollen diese Forschungen beruht haben?”

    Dazu sind Finanzbeamte schon immer berechtigt, und Testkäufe und -besuche sind da an der Tagesordnung. Warum soll das auch nicht erlaubt sein? Die Finanzämter sollen ja aufgrund von Tatsachen und nicht nach Willkür entscheiden, und das Ausmaß an Steuerhinterziehung und -betrug in Gastronomiebetrieben u.ä. ist gigantisch.

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  30. ffm

    Gut ist der von HubiDubbi. 12 % Ermäßigung, um den Unterschied von 19% und 7 % auszugleichen. Gut gerechnet! Kompliment! Es gibt noch Mathematikkurse…

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  31. robmi

    Mich wundert wirklich, wie das Finanzamt diese Entscheidung stützen will. Denn eine Forderung dieser Größenordnung muss begründet werden und mich würde wundern, wenn dafür die relativ triviale Begründung des “Konzertcharakters” reichen würde. Dafür ist der Streitwert einfach viel zu hoch. Dann muss geklärt werden (ich denke der Wortlaut des Artikels verwirrt hier etwas), warum und wie diese Steuersubvention zustande kam. “Gut gemeint” ist sehr frei formuliert (in diesem, wie auch in allen anderen Artikeln, die sich zu diesem Thema finden lassen), so kann man in Deutschland aber keine Steuersubventionen durchbringen. Da drückte der Schuh 2005 genauso wie heute im Bezug auf unseren Haushalt, als dass wir von 2005 – 2011 noch Zuwendungen in Millionenhöhe hätten ausgeben können.
    Was aber bitte hat der Musikstil denn mit der ganzen Sache zu tun? Es ist doch reiner Zufall, dass es hier die großen Technoclubs Berlins trifft. Oder gibt es hier wieder Verschwörungstheoretiker, die mit der Maßnahme einen Angriff auf die Technoszene sehen? Man muss sich doch sehr fragen, ob hier jeder schon im Jahre 2011 angekommen ist. Livemusik bedeutet ja auch nicht gleich Konzert. Dass es dort einen Unterschied gibt, bedenken wohl auch nur wenige (einschließlich diejenigen, die sich diese Qutasch mit der Steuersubvention haben einfallen lassen, ohne vorher mal klar abzustecken, wo das eine (Konzert) aufhört und das andere (Livemusik, DJ, etc) beginnt). Einzig und allein diese Definitionen sind es aber, die vor Gericht über das Ob und anschließend über das Wie entscheiden werden.

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  32. robmi

    @ Struppi: Jeder Hornochse kann hingehen und empirische Nachforschungen anstellen. Fraglich ist nur, ob die Ergebnisse in einem Rechtstreit bestand haben. Das muss dann für den Einzelfall entschieden werden. Würde mich aber wundern, wenn es dort Einwände gäbe.

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  33. oszillo

    dem finanzamt obliegt eine mitschuld an der verschleppung der vorgeworfenen steuerlast, da es die höhere besteuerung bei einreichung der abrechnung im betreffenden folgejahr nicht geltend gemacht hat. offenbar auch nicht in den letzten 7 bis 8 jahren.
    wäre das alles so einfach wie sich das finanzamt vorstellt, wäre es auch möglich als bürger gezahlte steuern nachträglich zurück zu fordern wenn damit später nicht angemessen staatlicherseits umgegangen wurde. (siehe bankenkrise)
    das rechnungsjahr wird hier auf 2005 datiert, was ist mit den clubs die seit dem bereits vom markt verschwunden sind? gehen die forderungsfrei aus dem rennen? wenn dem so ist, liegt doch ohnehin der verdacht nahe, dass die forderung gezielt gegen existierende clubs gemacht wurde.
    andere betrachtung: man kann natürlich auch den von der treuhandgesellschaft verschleppten eigentumsfällen & verhältnissen und den schaden den das angerichtet hat rückwirkend entschädigen lassen. das sind lediglich noch weitere 10 jahre weiter rückwärts gedacht.
    oder man entzieht gleich rückwirkend alles was man dem staat bezahlt hat die legitimation, was dann?
    kaufe ich eine wurst und bezahle, ist der kauf abgeschlossen.
    dann ess ich sie und dann ist sie weg und dann will jemand noch steuern jahre später.. sehr witzig

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  34. tobsen

    naja, mir tut der cookie zwar leid aber ich muss leider sagen das die 7% tatsächlich falsch sind, die laufenden clubabende immer als livekonzert zu verbuchen ist wirklich betrug. das ‘seit 2005 auch techno veranstaltungen dazu zählen’ bezieht sich eher auf festivals bzw. auf live acts ala bookashade, wo die leute wirklich vordergründig wegen der musik hingehen. so lange es nur die eintrittsgelder betrifft sehe ich eigentlich kein drama da die clubs sowieso mit der bar ihr geld verdienen. rückwirkend das geld zu verlangen ist allerdings schon hart.

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  35. sooooooo jetzt!

    das hört sich ein wenig dilettantisch an… aber solangsam sollte man wirklich mal organisiert auf die strasse gehen!! was der staat sich mit seinen steuerzahlern erlaubt, geht unter keine kuhhaut mehr!!!!

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  36. JeeWee

    Das Weekend auch? Sorry, aber für den Club kann ich keine Träne vergießen.
    Zweimal war ich da, zweimal totaler Reinfall. Erstmal gibt’s einen Mono-Pop-Floor, womit die Techno-Veranstaltung-Regelung ja wohl mehr als hinfällig wäre. Und dann auch noch solche Dreistigkeiten, wie Feiertagszuschlag zu nehmen in Höhe 50% des Originalpreises (Neuer Preis. 15 €) ist einfach nur frech. Da sollte mehr als genug für das Finanzamt abfallen.
    Und bevor ich es vergesse, rein von den Sicherheitsvorkehrungen lässt das Weekend SEHR zu wünschen übrig. Lass’ da mal im 12. Stock ein Feuer ausbrechen…
    Prinzipiell sind Clubs nunmal keine Konzerte… DJ’s machen nciht umsonst extra noch eigene Konzerte.

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  37. Ronny Roger

    Es herrsche kein Konzertfeeling, da die Gäste nicht zwangsläufig dem Künstler zugewandt seien.

    Das Finanzamt hat recht. Von daher, was soll die Herumheulerei, albern.

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  38. Ken

    Die Berliner Clubs kommen wohl jetzt auch langsam in der Realität an!

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  39. terry bell

    was wohl nelson von den simpsons dazu sagen würde

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  40. Hook

    hmmm…kein Konzertcharakter….ist für mich nachvollziehbar…weiss ja nicht wie alt die Herren und Damen des Finanzamts sind. Ich nehme mal an die sind schon etwas älter. Wenn man frühere Clubbesuche mit den heutigen vergleicht…muss man schon sagen dass sich da was gewandelt hat. Ist schon was anderes ob ein DJ mit 2 oder 3 Plattenspielern am wirbeln ist und ne Mix-performance hinlegt…wenn ich mir anschau wie manche ” DJ s ” dröge hinter ihrem Laptop hängen und mal nen Regler hier und mal nen Regler da drehen….kein Vergleich …und mit Sicherheit kein Konzertcharakter =) da könnte man also abschliessend sagen….mit Vinyl wär das nicht passiert =)

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  41. cosmicbandito

    …. was ich mich eher frage.. .scheiße wie gut müssen die verdient haben die letzten jahren….. wenn schon aus dem 12% delta bei den Eintrittspreisen Millionenbeträge zusammenkommen……

    Ansonsten sind Steuerprüfungen Jahre später absolut normal und alltäglich und das ein strittiger Sachverhalt (Einzelfallentscheidung das Techno Events auch ein Konzertcharakter haben können… vs einen regulären Clubbetrieb kann man halt auch anders eingestufen) am Ende vor Gericht kommt ist nun auch absolut normal… mein Mitleid hält sich in sehr engen Grenzen.. die Jungs und Mädels drehen ein grosses Rad und das sie sich da in einer Grauzone bewegen wird ihnen auch ihr Steuerberater gesagt haben können…

    Lustig find ich schon das das Thema unterschiedliche Ust-Sätze normalerweise gegen diejenigen verwendet wird der nun gerade davon profitieren… hier scheint das bei vielen gerade anders…

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  42. Ruediger

    @rockmachine: “bundesstylegericht” – epic Wortschoepfung. Und auch sonst viel gelacht beim lesen

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  43. cosmicbandito

    ach und nur by the way… die Umsatzsteuer ist in D eine indirekt Steuer (was bedeutet derjenige der die Steuer zahlt = Kunde und der jenige der die Steuer abführt = Unternehmer sind nicht identisch)…

    insofern ist die Ausführung in dem Artikel

    “Ein Berliner Finanzamt verlangt, dass die betroffenen Clubs ihre Eintrittsgelder von 2005 an rückwirkend mit 19% statt der bisherigen 7% versteuern”

    relativer bullshit….

    es geht nicht darum etwas zu versteuern (vulgo Einkommen- oder Körperschaftsteuer) sondern wie hoch der Ust-Anteil ist der von den Einnahmen abgeführt werden muss….

    das mag zwar wie wortklauberei klingen ist aber steuer-systemtechnisch einfach ein grundlegender unterschied….

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  44. Maniche

    Daß das Finanzamt auf das offensichtliche “Fehlverhalten” der Technopartygäste mit einer rückwirkenden Steueranpassung reagieren will ist schon ziemlich absurd. Die Clubs werden voraussichtlich wie jede andere Lobbygruppe reagieren und dann wird das ganze im Sande verlaufen….oder mit einem stillen Kompromiss beerdigt.

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  45. Kim

    Mirko hat es wohl nicht verstanden, aber er darf ruhig in Deutschland weiterleben. In Berlin ist er jedoch nicht erwünscht. Es sei denn er gehört zu denen, die 100 Euro Eintritt zahlen, um der Arbeit und dem Niveau der Berliner Line Ups gerecht zu werden.
    Such diese Programme irgendwo in der Welt für unter 20,- Eintritt, jedes Wochenende, sogar jeden Tag und zudem für weniger als 3,- fürs Bier!

    Ich muss brechen, wenn ich diese ignorante Scheiße lese!

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  46. Der Abt

    Als Musiker finde ich: Grundsätzlich richtig!
    Ich muss beim Finanzamt begründen, warum mein Konzert im Vortrag künsterischen Charakter hat und das wird bei Tanzveranstaltungen, wo Top-40 – Stücke (nach-) gespielt werden angezweifelt (trotz Live gespielt und individuell interpretiert). Erst dann darf ich den vergünstigten Steuersatz von 7% anwenden.
    Wenn alles Kunst ist, ist nichts mehr Kunst.
    Sorry, ein Musikinstrument live zu spielen steht (künstlerisch) um einiges höher, als Tonkonserven abzuspielen.
    Aber ab 2005 rückwirkend zu fordern ist ein Schildbürgerstreich. Unternehmerisch nicht kalkulierbar und existenzbedrohend…

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  47. Tim

    Kim, richtig. Clubevents sind in Deutschland und besonders Berlin zu billig. Einige große Locations und DJs leben gut davon, aber die Masse kann bei den Preisen eben keine künstlerisch wertvolle und innovative Acts finanzieren.

    Ich habe oft den Eindruck, den Berliner Publikum langt es, dass der Alkohol billig ist.

    Reply
  48. orgondusche

    Am menschlichsten wäre man macht alles nur noch umsonst ohne dieses spaltende und kriminalisierende Geld, dann wäre u.a. Politik und Finanazamt ebenfalls umsonst in unserer “Gesellschaft” vorhanden. :)

    Reply
  49. HubiDubbi

    @ffm
    Ich halte da Plätze für die Betroffenen frei. Danach geht`s in die Kurse “Rücklagen bilden leicht gemacht” und “Buchhaltung für Clubbetreiber”.

    Reply
  50. Frankser

    Für mich ist der große Skandal, wer alles nur 7% Umsatzsteuer (oder Mehrwertsteuer) zahlt. Bei McD kommt es darauf an, ob ich das Essen mitnehme (7%) oder da esse (19%). Hotels zahlen auch nur noch 7% und jetzt erfahre ich, dass auch Clubs weniger zahlen. So ein Unsinn. Wie schon jemand erwähnte: Es gibt unzählige Ausnahmen aber jede Mutter zahlt 19%, wenn sie Windeln kauft.
    Ich bin dafür alle Ausnahmen abzuschaffen und dann hat das Finanzamt auch Zeit die wirklichen Steuersünder zu fangen, statt durch die Berliner Clubs zu ziehen (wie da wohl die Arbeitszeit abgerechnet wird?).

    Reply
  51. Jp

    Respekt Leude, Ich habe noch nie so sinnvolle und unterhaltende Kommentare in einem Unterhaltungsportal gelesen.. Das war höchst anregend!

    Reply
  52. FuzzyWuzzy

    Wenn es Clubs & Diskotheken bis dato per Definition erlaubt war, Partyveranstaltungen steuerrechtlich als Konzert zu verbuchen, dann sind sie meiner Meinung nach hier völlig im Recht.
    Soweit ich weiß ist es nicht legitim, ein Gesetz rückwirkend durchzusetzen.
    Falls es dieses rechtiche Schlupfloch tatsächlich geben solte ( ich kenne mich mit der Gesetzeslage hier nicht aus), so ist es doch die Pflicht des Staates, dieses Loch per Gesetzesänderung zu schließen und ANSCHLIESSEND wieder seine 19% verlangen.
    -.-

    Reply
  53. Tim

    Ob 7% oder 19% ist eine Ermessensentscheidung des Finanzamtes, die sich an ministerielle Erlasse und der Rechtssprechung orientiert. Der Bundesfinanzhof hat 2005 geurteilt, dass Techno-Aufführungen Konzerte sein “KÖNNEN”. Ob dies der Fall ist, ist demnach nach künstlerischen Kriterien im Einzelfall zu überprüfen. DieClubbetreiber haben das als Freibrief genommen, ohne jede Clubnight extra nach den Kriterien zu beurteilen – und dies entsprechend zu dokumentieren, falls das Finanzamt fragt…. Im Urteil ging es um einen Großevent, der jährlich am 1. Mai stattfindet. Mit mehreren Dutzend DJs. Nun mag jeder selber beurteilen, ob dies vergleichbar ist, mit einer Tanznacht in einer normalen Nacht in den betreffenden Clubs.

    http://www.wbs-law.de/wirtschaftsrecht/bfh-techno-und-house-auffuehrungen-koennen-konzerte-sein-228/

    Ganz nebenbei: Sowas läuft nicht zufällig. Könnte sein, dass der Finanzsenator die Finanzämter aufgefordert hat, in der Musik-, Bar- und Clubszene ein wenig genauer hinzuschauen. In diesem Fall käme in Zukunft auf die Betreiber, Dienstleister, Künstler, und Organisatoren noch mehr zu. Ist ja nach den Aussagen des Wirtschaftssenators ein wichtiger Wirtschaftszweig in Berlin, der auf der Steuereinnahmenseite mal endlich seine Relevanz zeigen soll.

    Reply
  54. steve

    ist zwar hart, aber neutral betrachtet völlig in ordnung.
    wenn man sich überlegt wie die besitzer der teils oben genannten clubs oder läden über jahrzehnte mit zum teil legalen bzw. halblegalen parties kohle ohne ende gemacht haben,
    braucht sich von denen keiner beschweren.
    man sollte auch nicht vergessen welche umsätze da teilweise eingefahren werden, bin mir ziemlich sicher das die wenigsten der clubs alles zu 100% korrekt versteuern…von daher find ich es in ordnung

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  55. insider

    Seit 62 Jahren rauben und plündern bundesdeutsche Finanzbeamte systematisch straffrei am Bonner Grundgesetz vorbei den einzelnen Bundesbürger aus, denn § 353 Abs. 1 StGB sieht ausdrücklich nur dann eine Strafbarkeit vor, wenn der Finanzbeamte in seine eigene Tasche wirtschaftet. Das tut er aber nicht. Da die Nazis 1943 den Tatbestand des Amtsmissbrauches aus dem StGB entfernt haben und man diesen bis heute nicht wieder eingefügt hat, bleibt für den raubenden und plündernden Finanzbeamten kein Straftatbestand mehr übrig. Der erste Bundesfinanzminister Schäffer hat 1951 allen Finanzbeamten persönliche Unantastbarkeit versprochen und die wurde bis heute nicht nur eisern durchgehalten, sondern auch ausgebaut. D.h., dass die Rechtsprechung z.B. auch diejenigen Finanzbeamten vom Straftatbestand der Rechtsbeugung freigestellt hat, wenn sie im Veranlagungs- oder Einspruchsverfahren die Steuern bewusst falsch festsetzen. Sie haben sich zwar an das Recht zu halten, doch ist das nicht ihre vordringlichste Aufgabe. Az.: 3 Ws 176/86 OLG Celle. Heute trifft es die Discos oder Clubs, gestern wurden die Bands und die Bäcker geplündert. Und wer an die Gerichte hier glaubt, der unterliegt einem folgenschweren Irrtum, denn sowohl die Finanzgerichte als auch der BFH sind mit Personal bestückt, dass in den Finanzämtern zu den besten Plünderern zählte, man weiß, wie mühsam es ist, einen Menschen zum Unrecht zu erziehen, dann kann man ihm das doch nicht durch Gerichtsurteile später alles wieder kaputt machen. Leider gibt es keine bessere Botschaft, die Menschen müssen endlich lernen, sich selbst schlau zu machen, zu wissen, was ein Staatsdiener darf und was nicht und sich nicht auf diese verlassen. Ein bundesdeutscher Staatsdiener funktioniert immer perfekt, egal ob er Recht oder Unrecht praktiziert. Im Ausland weiß man das, nur hier will es niemand sehen bis er selbst betroffen ist, doch dann steht er mit seinem kurzen Hemd alleine da, weil alle anderen sich bisher auch nicht gekümmert haben. In den 50ger Jahren hat die ZEIT häufig von sog. Steuerselbstmorden berichtet, da haben es die Finanzbeamten offen drauf angelegt, dass sich ihre Opfer schließlich selbst umgebracht haben, denn der Holocaust war vorbei und diese Machenschaften noch zu gut im Gedächtnis der Menschen, also schwenkte man um auf das Steuerverwaltungsverfahren. Veranlagung und Einspruch unter den Tatbestandsmerkmalen des § 351 Abs. 1 StGB, also zu viel oder alles von Nichtsteuerpflichtigen, dann Gerichtsverfahren und aus Unrecht wurde durch Finanzrichterspruch Recht und das alles auf dem Boden des Bonner Grundgesetzes sowie dem Rechtsstaatsprinzip.

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  56. kuenstler

    Leute, schaut doch einfach mal in das Bonner Grundgesetz, da heißt es im Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG: Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Was im Grundgesetz als frei bezeichnet ist, kann von keinem Gesetz eingeschränkt werden, auch nicht von den Steuergesetzen. Der art. 5.3.1 GG hat die gleiche Wirkung wie § 3 EStG ( steuerfreie Einkünfte ) und § 4 Umsatzsteuergesetz, nur sind die einfachgesetzlichen Vorschriften dem Zugriff des einfachen Gesetzgebers zugänglich, dort kann er bestimmen, was steuerfrei ist und was nicht. Die Kunst, Wissenschaft, Forschung und Lehre sind jedoch frei und die frei ist einfachgesetzlich nicht einschränkbar, dann wäre nämlich die Freiheit dahin. Nicht ohne Grund sind viele Künstler nach Irrland gegangen, denn dort wird es mit der auch international garantierten Steuerfreiheit für die Kunst wirklich Ernst genommen. Basiert dort auf Art. 2 und 15 des int. Pakt für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte vom 10.12.1966 und heute zusammen mit Art. 13 der europäischen Charta der Grundrechte. Nur Deutschland hält sich hier an nichts, das heißt, der fiskus hält sich an nichts, wie hier schon jemand gepostet hat unter insider. Dessen Posting kann ich inhaltlich nur bestätigen.

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  57. Kritiker

    @kuenstler
    Gut zu wissen, aber hier geht es doch um Steuerzahlungen der Clubs, nicht um die der Künstler. Clubbetrieb ist m.E. kein Kunstschaffen, sondern dessen kommerzielle Zurschaustellung.

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  58. kuenstler

    @Kritiker
    Zunächst einmal sei für die Verständnisfrage gedankt. Die Clubs genießen als sog. Mittler der Kunst ebenfalls den Schutz des Art. 5.3.1 GG. Siehe dazu die Mephisto-Entscheidung des BverfG vom 24.02.1971 ( BverfGE 30, 173 ). Das absolute, also vorbehaltlose Freiheitsgrundrecht schützt nämlich den sog. künstlerischen Werk- und Wirkbereich. Würde dieses nicht so sein, würde das Grundrecht leerlaufen. Der Werk- und Wirkbereich ist gegen jedweden Eingriff der öffentlichen Gewalt tabu. Die Absolutheit dieses Freiheitsgrundrechtes basiert auf den leidvollen Erfahrungen der Künstler im Dritten Reich, als auch sie entrechtet und verfolgt worden sind. Da aber der bundesdeutsche Fiskus nahezu 1:1 aus der nationalsozialistischen Finanzverwaltung hervorgegangen ist und die Steuergesetze noch heute das Ausgabedatum 16.10.1934 und mithin die Unterschrift des Diktators und Massenmörders Adolf Hitler tragen, Finanzbeamte, so sie denn zugunsten des Staates den Bürger oder auch Unternehmungen grundgesetz- und / oder gesetzeswidrig ausplündern mit fiktiven Steuerforderungen, straffrei gestellt sind ausdrücklich und es auch den Tatbestand des Amtsmissbrauches seit 1943 !!! nicht mehr gibt und auch niemand daran denkt, diesen wieder einzuführen, so dass gilt, keine Strafe ohne Gesetz, ist in der Bundesrepublik Deutschland niemand vor den “kriminellen Machenschaften” der Finanzbeamten wirksam geschützt. Regulär sind künstlerische Darbietungen mit nur 7% der Umsatzsteuer unterworfen, darauf haben auch die in Rede stehenden Clubs ihre Eintrittspreise kalkuliert. Zwischen 7 und 19% klafft nun aber eine rückwirkend betrachtet interessante Summe, die man jetzt illegal generiert, indem einfach Kunst gestrichen wird, die Veranstaltungen zu Lustbarkeiten erklärt werden, vielleicht sogar noch der Vergnügungssteuer unterworfen werden sollen. 270.000 Finanzbeamte und die in den bundesdeutschen Finanzgerichten sitzenden Finanzrichter haben tagtäglich seit 1949 nichts anderes im Schilde, als zu rauben und zu plündern. Sie werden darauf gedrillt, lassen sich darauf drillen, egal was im Bonner Grundgesetz als ranghöchste Rechtsnorm der Bundesrepublik Deutschland vorrangig auch für Finanzbeamte und Finanzrichter im Art. 1 Abs. 3 GG geschrieben steht. Das deutsche Steuersystem ist, das bestätigt eine Studie aus dem Jahr 2006 aus Wien, nicht nur im Nationalsozialismus einzig auf “Enteignen” ausgerichtet. 2002 hat der ehemalige Verfassungsrichter Paul Kirchhof wörtlich veröffentlicht, Zitat:

    “Der Rechtsgedanke scheint im Steuerrecht verloren gegangen zu sein. Der Finanzbeamte kennt das Gesetz vielfach gar nicht, er vollzieht nur seine dienstlichen Weisungen. Insoweit müssen wir auch im Steuerrecht diesen Rechtsstaat wieder elementar neu errichten.” Zitatende

    Das heißt, bundesweit werden alle die, die irgendeine Tätigkeit ausüben in trügerischer Sicherheit gewogen, denn jeder Finanzbeamte ist scheinlegitimiert, grundgesetzwidrig, gesetzeswidrig, weil nicht mit Strafe bedroht, jeden Menschen von der Geburt bis schließlich 10 Jahre nach dessen Tod fiskalisch zu plündern mit fingierten Steuerforderungen. Das ist eine bittere Erkenntnis, 62 Jahre nachdem Inkrafttreten des Bonner Grundgesetzes und der damit scheinbar einhergehenden freiheitlich-demokratischen Grundordnung einschließlich des Rechtsstaatsprinzips.

    Die Krönung heißt jetzt ESM-Vertrag, denn im § 30 dieses Machwerkes haben sich die handelnden Personen für ihr Handeln absolute Straffrei selbst gewährt. Darüber hat bis heute kein einziges Presseorgan der Bundesrepublik Deutschland auch nur ein Sterbenswörtchen verloren.

    Wie der Kanzleramtsminister Ronald Pofalla öffentlich über die Wirkweise des Bonner Grundgesetzes denkt, hat sein verbaler Erguss gegenüber dem MdB Bosbach am 27.09.2011 in Berlin gezeigt, nämlich hat er gesagt: “Lass mich mit so einer Scheiße in Ruhe” nachdem Bosbach zuvor wörtlich gesagt hat: “Ronald, guck bitte mal ins Grundgesetz, das ist für mich eine Gewissensfrage.” Während alle Medien entrüstet von einer Beleidigung Bosbachs oder sogar des Bonner Grundgesetzes gefaselt haben, ist niemand auf die Idee gekommen, mal in den § 90a StGB zu schauen, der da heißt: Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, denn Pofalla hat das Bonner GG, die Gewissensfreiheit des Abgeordneten gemäß Art. 38 GG und somit die verfassungsmäßige Ordnung als “Scheiße” tituliert, sie somit strafrechtlich relevant verunglimpft. Das zeigt im Grunde, was namhafte Staatsdiener von der Bundesrepublik Deutschland tatsächlich halten und wessen Geistes Kind man tatsächlich ist.

    Unterm Strich geht es hier um eine Plünderungsaktion, die tagtäglich bundesweit läuft, nur trifft es nicht immer und überall dieselben Personen oder Institutionen, daher ist es für die “granitenen dumm” gehaltene Bevölkerugn auch so schwer, es zu durchschauen, dieses seit 1933 funktionierende Spiel. Erst waren es die Juden und Anderdenkende, Künstler und Wissenschaftler. Z.B. wurde Albert Einstein auch von der nationalsozialistischen Finanzverwaltung auf klatem Wege enteignet, bis heute wird dieses tunlichst verschwiegen. Nachdem man sich nach dem verlorenen 2. Weltkrieg nicht mehr so verhalten konnte und durfte, wi man es 12 Jahre lang im Dritten Reich als Fiskus getan hatte, mit gemordet hatte, den Holocaust maßgeblich mit gestaltet hatte, musste man sein Verhalten jetzt gegen die eigene Bevölkerung richten, dieses ging bisher nunr mit Straffreiheit und scheinbar kompliziertesten Steuergesetzen, die nur eine handvoll Erlauchte, wie Finanzbeamte und willfährige Steuerberater sowie schließlich dann göttlich anmutende Finanzrichter, die das Recht schneller beugen, als ein wides Pferd laufen kann, zu verstehen wissen. In der Bevölkerung wird mit Neid, Missgunst und Hass der Wahrheit, die dahinter steckt, operiert und die Medien spielen bis heute mit.

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  59. Willi

    Interessant, was der “Künstler” schreibt. Das bedeutet ja, dass der Staat die 19% Umsatzsteuer kassieren will, ohne dass die Künstler-Organisation d.h. die Disko die Möglichkeit hat, diese Steuer als Eintrittsgeld zusätzlich zu kassieren. Denn dann wäre es für den Staat ja eine PLUS-MINUS-NULL-Aktion. Aber durch dieses Nachträgliche (!) Abkassieren des Steuer-Differenzbetragen von 7% zu 19% generiert der Staat für sich selbst eine “WIn”-Situation an zusätzlichem Steuergeld.

    Ganz abgesehen davon, dass der Staat weder die “7%” noch die “19%” Umsatzsteuer kassieren dürte…nach Artikel 5 Abs. 3 Satz 1 des Grundgesetzes.

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  60. Katja

    nur mal ne Randbemerkung – ein DJ der jeden Abend im Club auflegt und der sozusagen immer da ist – gilt nach meinem Verständnis als normaler 19 % Abend und der Tag mit Konzert ob Techno, oder was auch immer da stattfindet, mit EXTRA dafür eingekauften Künstlern, mit welchen Instrumenten auch immer, da für gilt die 7 % Regel… also das fände ich gut und so ist für mich die jetzt schon geltende Entscheidung des Bundesfinanzgerichtshofes zu verstehen und bei der sollte man bleiben

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  61. kuenstler

    @Katja
    Randbemerkung hin, Randbemerkung her. Fakt ist, dass mit dem Inkrafttreten des Bonner Grundgesetzes als ranghöchste Rechtsnorm der Bundesrepublik Deutschland die Freiheitsgrundrechte wie z.B. die Kunstfreiheit vorbehaltlos von den drei Gewalten, dem Gesetzgeber, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung zu gewähren sind ohne dass der einzelne Grundrechtsträger erst klagen muss, denn die Freiheitsgrundrechte sind unverletzlich ! Da ändern auch Gerichtsentscheidungen nichts. Das Grundgesetz hat absoluten Vorrang ohne wenn und aber. Und deshlab darf die Kunstfreiheit weder beim Künstler selbst noch bei den Mittlern der Kunst eingeschränkt werden, da ansonsten das absolute Freiheitsgrundrecht lerrläuft. Das hatten wir schon mal und hieß Drittes Reich!

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  62. terry bell

    @ kuenstler

    dich grillt der verfassungsschutz noch, du spast.

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  63. kuenstler

    @terry bell

    der verfassungsschutz kann hier noch was lernen, wetten…

    aber was heißt “spast”, soll doch keine beleidigung werden oder…

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  64. kuenstler

    @ elektrikboy
    schade, dass terry bell ansonsten nichts konstruktives beizutragen weiß oder hat…, denn die sache ist tatsächlich heiß und von aller größter wichtigkeit, glaubt man den rechtsstaat, die freiheitlich – demokraitsche grundordnung auf dem boden des bonner grundgesetzes. aber neid, missgunst und hass sind die tugenden, die die deutsche bevölkerung bis heute auszeichnet, leider…

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  65. terry bell

    @kuenstler

    unsere gründerväter haben sich doch nicht entnazifizieren lassen, damit sonderfälle wie du ihre eigene unzufriedenheit auf andere leute projizieren. aber wie gesagt, es ist nur eine frage der zeit bis du dem verfassungsschutz vor die flinte läufst. dem guten alten verfassungsschutz.

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  66. chester

    @kuenstler….also auf den ausdruck “terry bellt” hab ich nachweislich das copyright und bitte darum diesen daher zu unterlassen, sonst muss ich dich nachträglich versteuern.
    aber in diesem thread ist er mir symphatischer als diese ganze künstliche aufgeregtheit…..noch ist rein gar nichts passiert und das letzte wort noch nicht gesprochen….

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  67. Pascal

    Was für ein Stuss… aber das “Bonner Grundgesetz” sehr, uhm, künstlerisch frei interpretiert.
    Dass die Kunstfreiheit nicht vorbehaltlos gelten kann, zeigt schon, dass nicht im Rahmen einer Performance ungestraft einen kuenstler mir Kugeln durchlöchern darf.

    Im Grunde genommen geht es doch darum, wie es bei Facebook so schön heißt: “Your’re not a DJ, you are a Kid with a mac”. Man KANN auch mit elektronischen Instrumenten wie einem DJ-Pult ein “Live-Konzert-”veranstalten, das dann ermäßigt besteuert wird. Man brauch dafür kein Streichorchester, Nichtmal eine e-Gitarre. Auf einer “Party” aber nur auf Play zu drücken und die Lieder in der Playlist zu verschieben reicht aber für ein “Konzert” nicht aus. Dass es zwischen “Party” und “Konzert” Grenzfälle gibt liegt in der Natur der Sache. Auch bei einem Konzert gehts vielen letztlich nur um Spaß und Saufen. Wenn dann aber Clubbetreiber eine Einzelfallentscheidung generell auf sich ausdehnen und einfach jede “Party” zum “Konzert” umdeklarieren, dann ist das schon dreist. Wenn man dann keine Rücklagen bildet, sondern drauf vertraut dass das schon gutgeht, dann hat man halt Pech gehabt.

    Aber gerade Techno scheint nicht nur musikalisch, sondern auch rechtlich experimentierfreundig zu sein. Ich fand auch die Love Parade als “Demonstration” recht gewagt.

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  68. Bogie

    Es ist grundsätzlich zu begrüßen, wenn klargestellt wird, dass DJs keine Musiker sind!

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  69. terry bell

    apropos djs, diese woche wurde der 7 milliardste davon geboren.

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