Ein Interview mit der GEMA über die neuen Clubtarife.

Wir haben die Diskussionen rings um die neuen Tarife der GEMA für Clubs und Diskotheken jetzt schon oft genug um die Ohren bekommen, aber dachten, es wäre trotzdem noch ein Mal an der Zeit, nach der Demo vor ein paar Tagen, die Gegenseite zu hören: die GEMA. Also haben wir uns mit Peter Hempel aus der Kommunikations-Direktion in München unterhalten. Denn eine der Grundidee ist ja nicht falsch: mehr Geld für die Künstler. Dafür sind alle.

Nachdem gleich klar wurde, dass es keinerlei Möglichkeit gibt, auch in Zukunft nicht, dass Clubs ihre Playlisten abgeben und das System der Verteilung der möglicherweise ab nächstem Jahr generierten Gelder über ein System von wenigen Blackboxen läuft, deren Standort man nicht erfahren darf und von dessen technischen Grundlagen auch nicht mehr herauszubekommen ist, außer dass sie von Media Control, die uns auch die Charts liefern, bereitgestellt werden. Obendrein könnte diese Erfassung auch personaltechnisch bei der GEMA gar nicht geleistet werden, also haben wir uns doch gefragt, warum es bei der GEMA nicht mehr Transparenz geben kann.

Peter Hempel: Alle Änderungen bei der GEMA gehen immer auf einen Mitgliederbeschluss zurück. Wenn dort keine Änderungen erwünscht sind bzw. keine Änderungen eingebracht werden, dann können wir es auch nicht für unsere Mitglieder entscheiden.

DeBug: Es entscheiden bei der GEMA aber ja auch immer nur die ordentlichen Mitglieder, d.h. die, die sowieso schon ganz OK verdienen und natürlich auch dran interessiert sind, dass sich an der Verteilung nichts ändert.

Peter Hempel: Nunja, sie profitieren davon ja auch nicht unbedingt. Von daher sehe ich da kein Problem. Das System der GEMA macht durchaus Sinn, so wie es ist, und es ist auch im Urheberrechts-Gesetz bzw. im Urheberrechtswahrnehmungsgesetz so festgeschrieben. Auch dort wird diese Unterscheidung in angeschlossene, außerordentliche und ordentliche Mitglieder nahegelegt. Das ist also quasi gesetzlich gesetzt. Nicht die Details, aber das Prinzip an sich auf jeden Fall.

DeBug: Es also auch nicht zu erwarten, dass die GEMA, selbst wenn sie wollte, in irgendeiner Weise demokratischer entscheiden könnte?

Peter Hempel: Die GEMA ist demokratisch. Sie ist nur nicht basisdemokratisch. Das kann sie auch gar nicht sein, denn die GEMA ist ja ein reines Inkassounternehmen für ihre Mitglieder. Eine Basisdemokratie würde die GEMA handlungsunfähig machen.

DeBug: Bei Parteien wird ja auch von allen Mitgliedern entschieden, zumindest ist es im Allgemeinen möglich, dass man mitstimmt. Und abwählen kann man seine Vertreter da auch.
Woher kommt generell die Idee, dass man bei Clubs nach der Fläche und nicht nach der wirklichen Besucherzahl abrechnet?

Peter Hempel: Erstens möchte ich den Veranstalter sehen, der der GEMA seine Kasse offenlegt, damit wir nach den Eintrittsgeldern abrechnen können, und zweitens kann es nicht sein, dass die Urheber von Musik tatsächlich für den wirtschaftlichen Erfolg eines Geschäftsmodells von einem Clubbesitzer verantwortlich sind, aber nicht entsprechend entlohnt werden.

DeBug: Aber sind nicht die Beträge, die man in Clubs bezahlt, rein logisch dafür da, dass man für Menschen, die einer öffentlichen Aufführung beiwohnen, wegen der Urheberrechte Geld zahlen muss, weil sie das hören dürfen, und nicht die leeren Räume? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Peter Hempel: Man bezahlt für die Musiknutzung.

DeBug: Aber doch für die Menschen, die das hören, nicht für den Raum, den man da beschallt.

Peter Hempel: Nein, weil man ein Geschäftsmodell auf urheberrechtlich geschützten Werken aufbaut. Und das bezahlt auch immer der Veranstalter, nicht der Kunde.

DeBug: Also geht es bei Radio auch nicht darum, dass das jemand hört? Wenn es keiner hört, zahlen sie auch GEMA.

Peter Hempel: Ja. Wenn ein Radiosender sendet, zahlt er unabhängig davon, ob das jemand hört. Das geht nach Reichweite. Es lässt sich ja nicht überprüfen, wieviele Leute ihr Radio eingeschaltet haben.

DeBug: Sie haben davon gesprochen, dass es eine Härtefallregelung für Veranstaltungen gibt. Wann genau tritt die ein und was muss man dafür nachweisen?

Peter Hempel: Bei einer Veranstaltung, bei der tatsächlich ein Unverhältnis zwischen den tatsächlichen Einnahmen und den Kosten für die Lizensierung vorhanden ist. Dieses Unverhältnis muss man nachweisen.

DeBug: Wie?

Peter Hempel: In dem man die Eintrittsgelder offenlegt. Dafür reichen auch Medienberichte, also wenn beispielsweise eine Zeitung schreibt, dass ein Festival wegen Wolkenbruch unglaublich schlecht besucht wurde. Dann wird man auf jeden Fall bei der GEMA dieser Härtefallregelung nachgeben.

DeBug: Ab wann tritt die genau in Kraft? Wie hart muss der Härtefall sein?

Peter Hempel: Das muss man in den individuellen Fällen entscheiden. Das lässt sich nicht im Vorhinein festlegen. Es gibt Bearbeitungsleitfäden, aber die werde ich jetzt hier nicht veröffentlichen. Es werden da verschiedene Parameter abgefragt und dann wird entschieden, ob ein Härtefall vorliegt.

DeBug: Es ist also nicht so bei einer Veranstaltung, bei der man z.B. nur einen halbgefüllten Saal hat?

Peter Hempel: Das kann auch schon ein Härtefall sein, wenn sich z.B. die Leute entschließen, den ganzen Abend nichts zu trinken. Dann ist das für den Veranstalter auch eine ziemliche Härte. Das kommt auf den individuellen Einzelfall an und lässt sich nicht pauschalisieren.

DeBug: Und der wird entschieden von wem?

Peter Hempel: Der zuständigen Bezirksdirektion, die auch die Rechnung gestellt hat.

DeBug: Gehen wir nochmal zurück zu den Clubs. Es wird gerne von der GEMA gesagt, dass wenn Clubs jetzt behaupten, sie würden auf ein Mal zu viel zahlen, dann hätten sie einfach nur vorher zu wenig bezahlt. Wie kommt es, dass sie zuwenig bezahlt haben?

Peter Hempel: Sie hatten seit Jahrzehnten einen eigenen Tarif nach denen ihre Musiknutzung nach einer Pauschale bezahlt wurde, die sie jährlich, halbjährlich oder vierteljährlich bezahlt haben, und die weder die Öffnungstage, noch die Größe der Veranstaltung und Räume berücksichtigt hatte.

DeBug: Und warum war das das gängige System der GEMA? War die GEMA nicht vorher schon dran interessiert, dass die Künstler dort ihr Geld bekommen? Auch wenn ich bezweifle, dass Künstler, die dort gespielt werden, davon irgendetwas jemals sehen werden. Das erscheint mir schon fast absurd. War das der GEMA vorher nicht bewusst?

Peter Hempel: Das war der GEMA vorher schon bewusst. Ich weiß auch nicht, warum wir erst jetzt diesen Tarif abgeschafft haben, bzw. demnächst abschaffen werden, das kann ich ihnen aus dem Stegreif nicht beantworten. Es ist sehr interessant, dass sie das absurd finden, weil wir ja tatsächlich immer den Anspruch haben, möglichst genau auszuschütten und ich würde gerne wissen, wie sie darauf kommen? Sie dürfen ja nicht nur die Indie-Diskos sehen, die auf 200 Quadratmetern immer das Neueste aus den Undergroundclubs in England spielen, sondern auch die Großraumdiskotheken, wo eben durchaus auch mal die Lieder laufen, die in den Charts landen. Und deren Rechte wir auch wahrnehmen.

DeBug: Ich bezeichne es deswegen als absurd, weil ich einem undurchschaubaren statistischen Modell auf der Basis von Blackboxen, von denen ich nicht erfahren darf, wo sie stehen, noch welche Art von Statistik da angewendet wird, einfach nicht vertraue. Ich gehe dann einfach davon aus, dass diese Musik, um die es uns in den Clubs geht, in dem statistischen Modell nicht vorgesehen ist. Es kann mir ja auch niemand das Gegenteil sagen, beweisen oder präsentieren, weil es ja hinter einem schwarzen Vorhang stattfindet, den man nicht einsehen darf, aus welchen Gründen auch immer. Denn selbst die sind mir nicht klar, auch wenn man Angst vor Manipulation und ein generelles Mißvertrauen gegenüber den Veranstaltern und Künstlern hat.

Peter Hempel: Gegenüber den Veranstaltern eher.

DeBug: Den Künstlern gegenüber auch, denn die sind ja letztendlich davon betroffen, dass sie die Gelder nie sehen werden.

Peter Hempel: Komischerweise haben die GEMA-Mitglieder aber kein Problem damit, und auch angeschlossene Mitglieder haben ja Mitspracherecht über ihre Delegierten. Der Vorschlag, das Diskothekenmonitoring abzuschaffen, ist noch nie gekommen und da macht es mich stutzig, dass sie quasi den Mitgliedern durch die Blume vorschreiben wollen, was sie zu tun haben.

DeBug: Ich gehe doch davon aus, dass, wenn normale Mitglieder Vorschläge machen dürfen, der Vorschlag, das ganze transparenter zu machen schon gekommen ist.
Es hat kein einziges angeschlossenes Mitglied jemals den Vorschlag unterbreitet, dass diese statistische Grundlage transparenter gemacht werden soll?

Peter Hempel: In den letzten zehn Jahren ist so ein Antrag nicht gekommen, das weiß ich. Davor gehe ich davon aus, dass es auch nicht passiert ist. Ihr Misstrauen in allen Ehren.

DeBug: Ich kenne einige DJs, die tatsächlich auch mal Playlisten abgegeben haben für Sets in großen Clubs und auch ihrer Livesets.

Peter Hempel: Da wird es in Zukunft wahrscheinlich auch eine Änderung geben, denn da werden Auftritte von wirklich, sag ich mal, DJs vor größerem Publikum, gewertet wie ein Konzert. Da werden dann auch Playlisten akzeptiert. Das ist eine andere Baustelle, nicht der Diskothekenbetrieb, der über das Monitoring abgebildet wird.

DeBug: Ich habe gehört, dass diese Playlisten nie berücksichtigt wurden, auch von Live-Acts.

Peter Hempel: Bei Liveacts ist das eigentlich nicht möglich, die werden direkt abgerechnet.

DeBug: Spielt nicht da das PRO-Verfahren – das ja speziell von kleineren Künstlern oft kritisiert wurde – mit rein?

Peter Hempel: Das ist soeben abgeschafft worden.

DeBug: Wie ist die neue Verteilung? Wird das jetzt endlich direkt verteilt?

Peter Hempel: Nein, es gibt immer noch keine direkte Verteilung, weil wir allerhöchstens für ungefähr die Hälfte aller Veranstaltungen die Playlists bekommen, alle anderen weigern sich strikt, sie abzugeben. Aber es wird direkter. Es bleibt ein wenig statistisch, dieses Verfahren, aber es gibt einen viel direkteren Inkassobezug. Man bekommt ungefähr das raus, was auch an die GEMA bezahlt wird, im unteren Bereich ein wenig mehr, im oberen etwas weniger.

DeBug: Was ist da der obere und untere Bereich?

Peter Hempel: Bis ca. 500 Euro Inkasso. Darunter bekommt man etwas mehr raus, als reingeht, darüber etwas weniger.

DeBug: Kommen wir auf die Clubs zurück. Von einem der großen Clubs hier in Berlin haben wir jetzt mal konkrete Zahlen eingeholt. Da geht es von bisher 10.000 Euro im Jahr rauf auf 200.000 Euro. Es gibt in der Wirtschaft keinen anderen vorstellbaren Bereich, in dem eine solche Steigerung nicht zum Absterben eines Wirtschaftszweiges führen würde, geschweige denn überhaupt geduldet würde. Sie sagen allerdings, es wird den Clubs schon keine Probleme machen. Wie kommt man zu so einer Aussage, die aus einem Jenseits aller Gesetze der freien Marktwirtschaft zu stammen scheint?

Peter Hempel: Zum einen ist die Angemessenheit einer der höchsten Kritikpunkte und da können wir nur sagen, dass wir mit den neuen Tarifen im europäischen Vergeleich noch unter dem Durchschnitt liegen. Der liegt eher bei 15%, und wir streben 10% an. Zum anderen: über die Einführungs-Szenarien hätte man mit uns verhandeln können. Das ist einer der Hauptpunkte, die bei allen unseren Verhandlungen immer auf dem Tisch liegen. Wenn sich die Gegenseite einfach strikt weigert, mit uns über die Einführung von diesen neuen Tarifen zu verhandeln, dann ist das nicht unser Problem. Da können wir nichts dafür. Von unserer Seite aus herrscht Gesprächsbereitschaft. Das haben andere Verbände besser gelöst als der Dachverband der Diskothekenbetreiber.

DeBug: Aber das konnten sie sich doch vorher ausrechnen, dass wenn man auf einmal das 20-fache verlangt, dann nicht nur die Empörung groß ist, sondern auch das Unverständnis gegenüber solchen Änderungen.

Peter Hempel: Die Diskotheken und Clubs machen einen sehr, sehr geringen Bruchteil dessen aus, was wir im Jahr an Musiknutzung lizensieren. Das wäre eine Sonderregelung, die nur einen Bruchteil unserer Lizenznehmer betrifft, und wir sind immer und grundsätzlich zur Gleichbehandlung unserer Lizenznehmer verpflichtet.

DeBug: Da sie diese Gleichbehandlung aber nun jahrzehntelang nicht praktiziert haben, wäre da nicht eine langsamere Progression sinnvoller gewesen?

Peter Hempel: Wenn diese Bitte denn an uns herangetragen worden wäre. Aber das erreicht man nicht, in dem man die Verhandlungen abbricht.

DeBug: Ich denke doch mal, die sind abgebrochen worden, weil der Schritt von Null auf das 20-fache gefordert wurde.

Peter Hempel: Andere Verbände haben das ganz anders gelöst und ihre Einstiege zugesichert bekommen. Lediglich die Veranstalter bzw. der Dachverband der Diskothekenbetreiber weigert sich, mit uns zu sprechen.

DeBug: Dann ist die Logik da in etwa: Weil sie nicht verhandelt haben, machen wir es ihnen besonders schwer?

Peter Hempel: Nein, natürlich nicht, wir sind immer noch gesprächsbereit. Aber man sollte sich nicht in der Öffentlichkeit darüber beschweren, sondern sich mit uns an den Tisch setzen. Das wäre zielführender. Durch öffentlichen Druck werden wir nicht einknicken.

DeBug: Würde ihnen irgendein anderes Beispiel in der Wirtschaft einfallen, wo solche Erhöhungen stattfinden?

Peter Hempel: Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht.

DeBug: Hätte man vielleicht machen können. Warum gibt es bei diesen Tarifen keine Rabattierungen? Die gibt es in anderen Tarifen doch auch.

Peter Hempel: Das ist ebenfalls Verhandlungssache.

DeBug: Sie hätten es ja auch von sich aus einführen können.

Peter Hempel: Warum sollten wir Zugeständnisse machen, wenn keine von uns gefordert werden. Da muss ich mal ganz knallhart nachfragen. Das ist der klassische Fall von: wie es in den Wald hineinschallt, so kommt es auch heraus.

DeBug: Um sich den Ärger nicht aufzuhalsen vielleicht? Sie meinten doch, die Verhandlungen wurden abgebrochen. Mit welchem Argument wurden die abgebrochen?

Peter Hempel: Mit: “Wir sind nicht Gesprächsbereit.””

DeBug: Was ist mit dem Schlichtungsverfahren?

Peter Hempel: Das ist am laufen. Die Nutzerverbände haben dem gerade zugestimmt. Das wurde von uns ja auch von Anfang an mit Veröffentlichung der Tarif anvisiert.

DeBug: Und worum geht es da genau?

Peter Hempel: Die Schiedstelle prüft die Tarife auf Angemessenheit und wird dann eine Empfehlung aussprechen, und aufgrund dieser Empfehlung werden dann die Tarife angepasst. Oder man trifft sich irgendwo und dann werden die Tarife gültig.

DeBug: Wir danken Ihnen für das Gespräch. Danke für die Antworten. Und ich wünsche Ihnen viel Glück mit dem Tarif, denn er wird wohl noch für sehr viel Aufruhr sorgen. Ich kenne auch keinen Künstler, der ihn wirklich gut findet.

Peter Hempel: Dann kennen sie wenige unserer Mitglieder und beschränken sich wahrscheinlich zu sehr auf die Club- und Diskotheken-Szene.

DeBug: Das ist in diesem Fall auch unsere Aufgabe.

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43 Responses

  1. Nox

    Der Ton, der hier von der hier vom Interviewenden an den Tag gelegt wird, bestätigt leider den Mann von der Gema in seinen Aussagen über die “Opposition” der Clubbetreiber.

    Meiner Meinung nach, wäre eine sachlichere, freundlichere Art dem Interview und vor allem der Fairness zugutegekommen.

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  2. kvg

    ein interview kritisch zu führen ist das einzige hier angebrachte. der “ton” entsteht dadurch, dass die im raum stehenden fragen nicht die angenehmsten für den interviewpartner sind. sollte man diese vielleicht weg lassen, lieber ein eis essen und sich über die em unterhalten? das einzige was hier im übrigen absolut unsachlich und undurchschaubar ist sind die gegebenen bzw nicht gegebenen antworten. und zur fairness brauche ich glaube ich nichts weiter schreiben…

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  3. ark

    Warum hat der Dachverband der Clubbetreiber eigentlich von Anfang an nicht verhandelt? Klar sind die neuen Tarife eine Frechheit, aber mit “beleidigte Leberwurst” spielen hat noch kaum einer etwas erreicht. Evtl. wäre es ja sinnvoll die Verhandlungen JETZT aufzunehmen, scheinbar ist es ja noch nicht zu spät, oder?

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  4. KID

    Also jetzt wäre eigentlich der richtige Augenblick um wirklich eine vernünftige Alternative zu diesem Gema-Dinosaurier zu entwickeln.

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  5. Wurstbrot

    Sehr geehrte Gema,

    ich bin Mitglied, und ich habe gemeldete Tracks, und dafür bekomme ich Geld, und das ist absolut gut so. ABER… wo geht das Geld hin das bezahlt wird für nicht gemeldete Tracks, dass Geld das genau diese Clubs bezahlen, die keine Liste führen da sie Musik von nicht gemeldeten Künstlern spielen. Deren Labels nicht einmal das Geld aufbringen können für die Gema Anmeldegebühren.

    Hand an die Eier Gema!!!!

    Dieses Geld wird wie die Stimmen der Nichtwähler in der Politik, den GROßEN, bzw. Chartplätzen chronologisch zugeordnet. Jedes informierte Mitglied weiß das.

    UND das kann nicht sein!!!!!!!!!!!!
    Denn das ist Lobbyistentum in reinster kapitalistischer Vollendung.

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  6. halo

    wie würde es aussehen wenn ein clubbetreiber nur musik von nicht gema mitgliedern spielen lassen würde mit playlist nachweiß. alle liveacts die spielen sind nicht bei der gema mitglied.
    wäre es dann möglich den club ohne die gemagebühr zu führen? es gibt genügent künstler die nicht bei der gema sind. musik für werbung wird auch nur von gemafreien künstlern produziert damit die hersteller keine weiteren kosten als die produktionskosten haben z.b. keine gebühr bei messen oder fernsehausstrahlung. wenn musik von gemafreien mitgliedern bzw produzenten dann ist da auch kein youtube problem ;) LOL…

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    • Sascha Kösch

      @halo So ein Nachweis ist nicht nur extrem schwierig, sondern auch fast unwahrscheinlich, denn in der Playlist dürfte dann nicht 1 Künstler sein, der nicht bei der GEMA ist. Auch nicht unter einem anderen Namen oder so.

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  7. halo

    im fernsehen habe ich nen beitrag gesehen in dem der tipp der gema war die eintrittspreise zu reduzieren um die gemagebühren niedriger zu halten. qm + eintrittspreis = gemabeitrag. man könnte ja die getränke im preis erhöhen und es so den besuchern schmackhafter machen durch mehrere clubs zu ziehen. das heißt dann alle trinken unterwegs günstig bzw glühen stark vor. bei dem gedanken das wasser oder cola jetzt schon fast bzw teilweise genau soviel kosten wie alkoholhaltige getränke. der club der das erste 0,33 bier für über 6 euro verkauft…. der tipp der gema ist deshalb schlecht umzusetzen da man mit dem eintritspreis zum teil die künstler zahlen will/muss! sollen diese jetzt alle im sinne der gema ihr honorar herabsetzen um das neue system tragbar zu machen???

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  8. anno

    ich kenne auch einige Mitglieder, die haben sich über die Gema beschwert weil von denen nicht´s rüber kommt. Das wird bei den neuen Tarifen auch nicht geschehen. In meine Augen ist das alles nur Abzockerei sonst gar nicht´s. Warum legt nicht mal die Gema Ihre zahlen offen was Sie unnötig für Gelder verschleudern, nur an Bürokratie aber das wollen die nicht hören.

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  9. Stefan Bohne

    Die Dehoga ist auch nicht wirklich repräsentativ für die moderne Clubszene, Andere Verbände wie die Clubcommission Berlin, Klubkomm Köln, das Clubkombinat Hamburg oder der neugegründete Bundesverband Livekomm wurden nicht kontaktiert von der Gema.
    Der drastisch erhöhte Tarif wurde den Clubbetreibern zunächst einfach nur “entgegengeknallt” ! Klar, daß da Abwehrhaltung entsteht. Schließlich hängen daran auch ebenso drastische Veränderungen in Eintritts- Getränkepreis-und-DJ-Gagen-Politik der Clubs.
    Die Livekomm ist in der Verbindung mit den anderen großen Verbänden schon an Verhandlungen mit der Gema dran.

    http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0CFkQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.livemusikkommission.de%2F&ei=BRbsT8ayL86a0QWD1MX6DA&usg=AFQjCNFvPY1cyVFlco54jspeP8191SEf1A&sig2=S7cQ1ZL9xjMJkl9lMRq7kQ

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  10. so ist es

    Ich sehe die Musikindustrie als großes Kartenhaus und die GEMA zieht gerade eine Karte heraus. Und zwar sehr schnell, es wird nicht lange dauern bis das Kartenhaus zusammenfällt.
    Dann können wir ein neues aufbauen und zwar ohne GEMA :-)

    ich unterstütze

    http://www.c-3-s.eu/index_de.html

    und ich bin Musikproduzent und Künstler

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  11. nox

    @kvg
    Sätze wie
    “Und ich wünsche Ihnen viel Glück mit dem Tarif, denn er wird wohl noch für sehr viel Aufruhr sorgen. Ich kenne auch keinen Künstler, der ihn wirklich gut findet.”
    zum Abschluss eines Interviews “reinzudrücken” hat nichts mit einem kritischen Interview zu tun, das ist reine Provokation auf niedrigem Niveau…

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  12. Sascha Kösch

    @nox Es war allerdings nicht als Provokation gedacht, sondern ist wirklich so. Ich kenne einfach keinen. Niemand. Nicht einen. Und schliesslich geht es ja um die Künstler/Musiker, oder?

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  13. Dr. Motte

    Mir ist es unverständlich, das DJ’s schreiben, sie seien vom vielen GEMA Thema überall genervt… Ihre Existenz ist ja auch bedroht… Naja.
    Nach eigenen aussagen der GEMA, wurde man von den eigenen Mitgliedern & der Politik dazu genötigt, jetzt die neue Tarifreform 2013 so und ohne Verhandlungen durchzudrücken. Die DEHOGA & der BDT können das bestätigen. Auf dem DJMeeting in Dortmund 2012, sprachen die Vertreter der GEMA beim GEMA-Talk von Kommunikationsproblemen mit den beiden obengenannten Verbänden und nahmen Struckturprobleme an! Ebenfalls ist das DiskothekenMonitorring der GEMA zu hinterfragen. Es werden in Deutschland nur 120 Tanzflächen von möglichen 7000 erfasst. Dann wird bei diesen 120 nur jeweils jede Woche beliebig 1 Std mit einer Blackbox das gespielte Programm aufgezeichnet, ausgewertet und mit einem nur der GEMA bekannten und Geheimen Schlüssel auf alle 7000 Tanzflächen übertragen. In der letzten Ausgabe des GEMA eigenen Magazin “Virtuos” für die Mitglieder, stand gerade mal 1/2 Seite Geschwafel über den Neuen Tarif. Für ein neues Mitglied des Aufsichtsrat gab es auf den Folgeseiten dann aber 3 Seiten… Die GEMA Pressesprecherin spricht immer von 10% des Eintrittes den die GEMA doch nur will. Der neue Zuschlag zu den Tarifen über die Höhe der Eintrittsgelder ist ein gestaffelter Zuschlag, der immer teurer wird, um so mehr der Eintritt kostet. Auch soll die Gesammte Fläche des Clubs oder Open Air, also inklusive Bestuhlung, Barbereich usw. zur Berechnung der bespielten Fläche herangezogen werden! Das bedeutet dann für die Fusion oder die Antaris z.B. Sie müssten dann Gebühren für 2 Millionen (2Hecktar) bezahlen, und dies wäre dann nicht mehr zu finanzieren. Das Berghain hatte Füßchen schon angekündigt, sie müssten mit der Sylvesterparty 2012 dann den Club schließen, weil ihre Zahlungen nicht zu finanzieren sind Zahlen von 190.000 bis 300.00 EURO und Tarifeerhöhungen von mehr als 2600%! sind möglich! Hier ein interessanter artikel über “Das geheime Finanzierungsumverteilungssystem der GEMA” link: http://www.musiker-online.de/Newsdetails.newsdetails.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=267&tx_ttnews%5BbackPid%5D=10&cHash=226c5da554
    Wissen sollte man über die GEMA auch, daß nur 3100 Mitglieder, nämlich die ordentlichen Mitglieder”, überhaupt Stimmberechtigt sind, und das sind nur die Großverdiener der Schlager- und Volksmusik und die Lobbyisten der Majors wie Sony, BMG, UNIVERSAL, EMI, Warner usw. Auf der http://www.gema.de Seite sollte jeder sich mal anschauen wer da im Vorstand und im Aufsichtsrat sitzt. Die GEMA ist ein Monopol seit 1933 und jetzt ein Wirtschaftlicher Verein. Welche Auswirkungen und wie viele Existenzen jetzt gefährdet sind, wie viele Arbeitsplätze verlorengehen, ist der GEMA egal. Die kennt auch nicht das Club im Club System in Berlin USW.
    Wer bei der Berliner Initiative “FAIRplay – Gemeinsam gegen GEMAinheiten mitwirken oder seinen lieblings Club retten will meldet sich bei uns auf unsere Webseite oder findet uns über Gesichtsbuch.
    Die laufende Onlinepetition bei openPetition hatte am Tag nach der GEMAdemo vom Montag 20.000 Zeichner an einem Tag und ist kurz davor die 200.000er Marke zu Durchbrechen! In Deutschland hat es noch nie eine Petition gegeben, die so viele Zeichner hatte! Schade das die Petition “GEMA verliert Augenmaß” keine ePetition beim Bundestag ist…
    Dieser Kommentar wurde von einem Touchphoneit einem angebissenem Apfel geschrieben, deswegen bitte ich um Entschuldigung für Tipfehler, danke, Dr. Motte (GEMA-Mitglied (leider))
    Für weitere Fragen bitte melden ;-)

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  14. Christoph

    So, ich muss nox jetzt mal widersprechen und sagen, dass ich die Art sehr gut finde, wie Sascha das Interview geführt hat. – Ich bin selbst auch seit langem GEMA-Mitglied und der Meinung, dass die Art der Interviewführung überhaupt nicht provokativ ist, wenn man sich mit den Hintergründen etwas auskennt und eben offensichtlich eh auf Seiten der “kleinen Lichter” und Clubbetreiber steht.

    Die Herrschaften der GEMA wissen auch sehr genau um ihre Monopolstellung und so treten sie auch meist sowohl gegenüber Künstlern als auch erst recht gegenüber Leuten und Institutionen auf, von denen sie etwas haben wollen. – Auch deshalb sehe ich hier keinen Grund, einem GEMA-Vertreter den sprichwörtlichen Honig ums Maul zu schmieren.

    Die GEMA ist leider immer noch ein elitärer und verkrusteter Verein (auch wenn sich in den letzten Dingen für Künstler auch ein paar Dinge zum Guten entwickelt haben). Leider gibt es keinerlei Alternative, was auch der Grund ist, warum ich immer noch Mitglied bin.

    Es ist leider nicht von der Hand zu weisen, dass die Art, wie die GEMA arbeitet und funktioniert, voll den Musikern in die Hände arbeitet, die auch bei einer wirklich gerechten Verteilung jenseits von “Töpfen” usw. die größten Umsätze hätten. Nach dem GEMA-System wachsen diese Umsätze eben nochmal auf Kosten der “Kleinen”, was eigentlich nicht akzeptable ist. – Nur leider ist sind die beiden Alternativen als “Kleiner” 1. Nimm, was man Dir zugesteht oder 2. bekomm gar nichts. Kassiert wird es von der GEMA dann aber in vielen Bereichen trotzdem und fließt wieder den “Großen” zu.

    Ich kenne übrigens auch kein GEMA-Mitglied, das die Tarifreform gut findet, aber ich bin auch nicht mit Damen und Herren aus der Liga Grönemeyer, Bohlen & Co bekannt.

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  15. zhl

    Wirkt, als sei Sascha Kösch gerade von der Schülerzeitung zur De:Bug gestoßen. Einleitender Text und ein Großteil der Fragen sind das reinste Grauen, gibts denn niemanden sonst, der günstig ist UND gut schreibt? Ganz schön eingeschnappter und mimosenhafter Standpunkt außerdem. Nett von dem GEMA-Mann, das von Halbwissen durchtränkte Geheule so lang mitgemacht zu haben.

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  16. penny

    @ zhl – der einzige, der hier auf schülerzeitung-niveau schreibt, bist DU.. ! pack deinen honig ein und schleime an anderen stellen weiter..!

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  17. m

    Also ich kenne viele Leute die von der Gema alljaehrlich gute Honorare bekommen, darunter auch Leute die nur innerhalb von elektronischer Musik als Autoren aktiv sind, aber auch Produzenten die ausserhalb von dieser Welt auch Musik fuer die industrie und Werbung machen. Und diese Honrare sind sehr gut, so gut das man sich damit das Studio weiter aufbauen kann und durchaus auch die ein oder andere Platte finazieren kann. Ich muss zugeben das ich nicht so gut informiert bin, doch habe ich das Gefuehl das der ganze Bereich um Clubveranstaltungen, wo das programm vom DJ gespielt wird einfach eine komplett eigene Welt ist, die nie wirklich mit der Gema zusammengearbeitet hat und wo Sachen eigentlich von Anfang an undefiniert waren. Vielleicht sollte man einfach damit Anfangen all diese Dinge zu definieren, weil es gibt ja auch Vorteile die man als Autor bei der Gema hat. Ich weiss einfach nicht wie relistisch es ist zu sagen, wir wollen damit garnichts mehr zu tun haben, anstatt die Sachen in sein eigenes Vorteil zu aendern oder es zumindest zu versuchen. Die andere Alternative ist Creative Commons, wo es halt gar keine Autorenrechte mehr gibt, aber da bin mal gespannt wieviele von den besserverdienenden autoren innerhalb der elektronik, aber auch der Musik generell dafuer waeren.

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  18. m

    Ich wuerde auch die Frage stellen wie hoch die Moeglichkeit ist, das seitdem Majors durch Artists wie Swedish House Mafia und deren gleichen aus dem Clubsound ein Geldspiel gemacht haben, deren Lobby in der Gema, Tarife wie diese und die Blackboxen durchgesetzt hat.

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  19. Henry

    Ich bin selbst weder Mitglied noch Künstler oder Veranstalter oder in irgendeiner Weise direkt betroffen – abgesehen von den zu erwartenden Eintrittspreiserhöhungen und/oder Clubschließungen. Allerdings finde ich sowohl das Interview als auch die Kommentare ausgesprochen interessant: Das Thema polarisiert so unglaublich, das scheinbar nur extreme Meinungen möglich sind.

    Was ich aber am interessantesten finde ist, dass das eigentliche Problem sehr wohl in diesem Interview klar geworden ist: Man redet und arbeitet ganz bewusst aneinander vorbei. Die GEMA macht keinerlei Anstalten, ihr System transparent und verständlich zu machen und zu kommunizieren, was natürlich Misstrauen hervorrufen muss – klare Sache, das geht jedem Menschen so. Ich sag nur Steuerreformen…
    Dagegen stellen sich die Cclubbetreiber und Veranstalter auch selten dämlich an. Mit so einer Mennonit-das-ist-alles-Kacke Haltung kann man definitiv nichts erreichen, wenn man älter als drei ist. Dass man eine neue Regelung (zum eigenen Nachteil!) nicht gut findet, ist klar. Dass man dann, statt im Dialog mit dem Unvermeidbaren (und das ist es nunmal, egal ob man das mag oder nicht), nur da steht und mit den Füßen auf den Boden stampft, ist einfach nur dumm.

    Die GEMA hat doch eine klare Haltung (und, ja, das liegt an ihrer wirtschaftlichen und quasi-politischen Macht – und ,nein, das ist nicht gut so) dazu: Die Clubbetreiber und Veranstalter machen nur einen sehr kleinen Teil ihres Geschäftes aus. Warum also viel Energie in etwas stecken, das nichts einbringt? Ein Unternehmen, das etwas verkauft, wird sich auch nicht zuerst um die fünf kleinsten Kunden kümmern, sondern um die fünf größten. Und auch wenn es um ein Kulturgut geht (Musik), bleibt es ein Geschäft (die Clubs wollen ja verdienen – und zwar an den Leuten, die ausgehen, statt zuhause zu trinken.

    Ich denke, mit mehr Transparenz auf der einen und Gesprächsbereitschaft auf der anderen Seite wären wir ganz schnell um einiges schlauer.

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  20. Offer Naschomm

    Sollen die Clubs entweder dicht machen oder auf GEMA-Künstler verzichten.

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