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Im Januar beginnt traditionell das lange Warten. Darauf, dass die Tage wieder länger werden, auf mehr Licht, wärmere Temperaturen, neue Atempausen. Da passt Hood mit ihrem Album “Cold House” von 2001 bestens ins Bild und noch perfekter mit dem Track “Branches Bare” von eben diesem Album. Nicht nur, weil der so gefühlvoll HipHop und Indie und Elektronika verbindet. Die Art und Weise, wie die Vocals der Band und des Gasts Doseone hier verschmelzen, war die Blaupause für eine Zeit, in der für einen kurzen Moment die Grenzen zwischen den Genres wirklich fielen. Elektronika-Kids proklamierten HipHop als ihren persönlichen Merger der Sensationen und gleichzeitig als Exit-Strategie für die bereits Staub ansetzenden Knispel-Beats. Indie-Schluffis waren dankbar für jeglichen frischen Wind und den HipHoppern, denen die popkulturellen Klischees ihrer eigenen Musik noch nie gepasst hatten, machten sich auf zu neuen Ufern. Als die Zeit zu Ende war, setzte ihr The Notwist zusammen mit der Anticon-Crew in ihrem gemeinsamen Projekt “13 & God” 2005 einen würdigen Grabstein voller Wucht und Größe.
Hood hingegen lebten immer auf ihrem eigenen Yorkshire-Planeten. Ein Pool von LoFi-Nerds, die sich in immer neuen Konstellationen für die unterschiedlichsten Bands und Projekte zusammenfand. Famous Boyfriend, Septemberist, The Boats, The Remote Viewer, Bracken … die Liste ist endlos. 2001 war die Band um die beiden Brüder Chris und Richard Adams auf dem Zenith. Mit neuem Studio und respektablem Label, neuen Gadgets und frischen Ideen war “Cold House” ihr eigener, vorausgenommener Abgesang auf die Melancholie, die das Dasein der Band immer bestimmt hat.

Hood – Cold House (Domino, 2001)

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