Achtung, der Stream-DJ kommt

Ich habe aus den Zeiten als Pacemaker noch die erste mobile DJ-Kiste war, die wirklich etwas taugte, eine Vorliebe für diese Firma. Tatsächlich konnte man mit dem abenteuerlichen Ding, das irgendwie seiner Zeit voraus war, durchaus “richtig” auflegen gehen, auch wenn einen dann alle merkwürdig angesehen haben. Westentaschen-DJ mit professioneller Attitude. Diverse Gigs damit im Radio und selbst im Club waren ein großer Spass, wenn auch nicht gerade förderlich für den Ruf (die Verrätersau legt jetzt mit… was eigentlich genau… jedenfalls kein Vinyl auf).

Dann verabschiedete sich Pacemaker leider aus dem Hardware-Sektor und verlegte sich zu allem Unglück auch noch exklusiv darauf für Playbooks von Blackberry, dem sinkenden Stern am Mobile-Himmel, die damals beste Tablet DJ-App aller Zeiten zu machen, die niemand je in die Hände bekam, weil einfach niemand darauf vertraute, dass Blackberry wirklich länger mit seinen Tablets auf dem Markt bleiben würde.

Egal. Die dunklen Zeiten für Pacemaker sind vorbei und sie sind zurück, dieses Mal in Kooperation mit Spotify als iPad App. Auflegen mit Streams. Etwas was sich viele schon lange gewünscht haben. Die DJ-Tasche voll mit dem “Repertoire der Welt”. Klar, der Sound eines Spotify-Streams ist nichts für den Club, aber die ein oder andere private Afterhour, die spontane Party, all das kann schon mal von einer App profitieren, mit der man – dank der lang erlernten Professionalität von Pacemaker – wirklich auflegen kann, und dann auch noch all das was einem gerade so in den Sinn kommt, sofern einem der Sinn nicht nach den abskureren Tracks der Welt steht.

Stehen wir wieder vor eine Revolution des Auflegens? Nein. Keine Sorge. Niemand wird hingehen und dank Pacemaker mit Spotify im Club auftauchen wollen, da ist schon die fehlende Vorhörfunktion ein Problem, aber dafür kann man Loops, Effekte, problemloses syncen, Nudge, Equalizing und all das was man sonst so braucht beim Auflegen, jetzt auch tun ohne eine einzige Platte zu besitzen. Manche werden das als Frevel bezeichnen. Ein großer Spass ist es unter Umständen aber doch. Genau so wie Turntable FM oder auch DJ-Apps für Soundcloud einen beglücken können.

Warum gibt es so etwas nicht längst? Weil man dafür mindestens Zugriff auf 2 Streams gleichzeitig bei Spotify braucht und das eben ist nur in direkter Kooperation mit Spotify möglich, die sich allerdings wirklich die beste App für diesen Zweck ausgesucht haben.

Ach. Achtung. Die App ist auf älteren iPads nicht gerade stabil. Und Effekte muss man zur Umsonst-App dazu kaufen, damit es sich wirklich lohnt.

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Editor, Reviewweltmeister, Hobby-SysAd, Druckerflüsterer und Ähnliches.

2 Responses

  1. Rahvin

    Ein paar gelungene Videos von der App wären vielleicht noch nützlich. Ärgerlich der Umstand, dass man sich Zusatzfunktionen hinzukaufen muss, aber gut: Wenn etwas gut ist, soll man dafür auch etwas zahlen. Diese Hauptsacheallesumsonstattitüde der App-Community ist nervtötend.

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