Hat sich was mit "Digital ist besser"

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Der Radiohead-Frontmann Thom Yorke hat gestern auf Twitter in klaren Worten darauf hingewiesen, dass sich der Streaming-Service Spotify neuen Künstlern ohne nennenswerten Back-Katalog gegenüber unfair verhalte und keine angemessenen Tantieme bezahle. Gemeinsam mit seinem Produzenten und Band-Kollegen Nigel Godrich hat Yorke mittlerweile sein Solo-Album “Eraser”, sowie das Material der gemeinsamen Band “Atoms For Peace” sowohl auf Spotify als auch bei Rdio offline gestellt.

Es ist weder das erste Mal, dass Musiker ihr Portfolio aus den Streaming-Diensten abziehen, noch dass sie sich über das entsprechende Royalty-Modell beschweren, befeuert aber erneut eine Diskussion, die dringend geführt werden muss, wenn Dienste wie Spotify immer beliebter und somit für immer mehr Menschen zum fast ausschließlichen Anlaufpunkt für Musik werden: Sind die Tantieme angemessen und wie muss das System verbessert und/oder verändert werden, damit auch neue Künstler angemessen davon profitieren können.

Vermutet werden bei Spotify und Co. außerdem unterschiedliche Abrechnungsmodelle für unterschiedliche Content-Anlieferer. Dass es die gibt, ist gar nicht zwingend eine Überraschung. Ein Blick auf die Streaming-Dienste zeigt, wie das angebotene Portfolio aus den unterschiedlichsten Quellen, sprich von diversen Aggregatoren, auf Basis diverse Rahmenverträge zusammenlizenziert wurde und mit ein paar wenigen Direkt-Deals nun aufgefüllt wird. Gerade Spotify rühmt sich damit, besonders viel exklusives Material im Streaming-Wettbewerb zu haben.

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Das 2008 in Schweden gegründete Unternehmen gehört zum Großteil der Major-Industrie.

Interessant ist, dass Yorke und Godrich explizit auf neue Künstler abheben. In weiteren Tweets fordert Godrich eine Anpassung des Bezahlmodells für neue Künstler. Spotify und Co. müssten darauf reagieren, dass Newcomer mit den ausgezahlten Makro-Beträgen kein ausreichendes Einkommen erzielen könnten und somit ihre Karriere nicht so vorantreiben könnten, wie in den Zeiten vor dem digitalen Umschwung. Das gilt vor allem und besonders für die Künstler, die die Vermakrtung ihrer Musik selbst in die Hand genommen haben.

Spotify reagierte in einer Pressemeldung, die TechCrunch vorliegt, verhalten und entschuldigend-versöhnlich. Man habe bereits über 500 Millionen US-Dollar an Label und Künstler ausbezahlt und werde noch dieses Jahr die 1-Milliarden-Grenze überschreiten. Man sei außerdem noch ganz am Anfang eines Langzeitprojekts und bestrebt, Spotify zum Künstler-freundlichsten Musikdienst zu machen.

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