Klangkunst am Donnerstag in Berlin-Mitte

Was für eine Platte von Carl Schilde, Teil des Heavy-Listening-Kollektivs, kam uns denn da in die Redaktion geschneit? Das Cover ziert ein großes WOW, in der beiliegenden Mitteilung geizt man nicht mit Superlativen: “The most minimal record ever made. Sounds amazing. Looks amazing. The mother of all records.” Was steckt hinter den großen Worten? Genau genommen nicht viel, auf der Platte befindet sich ein einziger Sinuston, der mit 33⅓ Hertz bei 33⅓ rpm (oder 45 Hertz bei 45rpm) abgespielt werden möchte. Ein einziger Basston, der gerade noch im Frequenzbereich liegt, den das menschliche Ohr wahrnehmen kann, der in der Lage ist Stereoanlagen zu zerstören.

Interessant wird das Ganze, wenn man die Platte auf mehreren Plattenspielern gleichzeitig (am besten an unterschiedlichen Anlagen) laufen lässt und dann anfängt die Geschwindigkeit zu verändern oder die Platten mit der Hand berührt. Akustische Grenzerfahrung garantiert – vorausgesetzt die Hardware gibt es her.

Wer sich selbst von dieser Tonkunst höchster Güte überzeugen lassen möchte, kann das am morgigen Donnerstag in der St. Johannes Kirche in Berlin-Mitte (Auguststr. 90) tun. Das Heavy Listening-Kollektiv wird die LP auf bis zu vier Plattenspielern gleichzeitig abspielen und euch in den heiligen Hallen die Furcht vor dem Bass lehren. Los geht’s um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

One Response

  1. tom

    wow.
    man kann ech noch aus jedem blödsinn einen event stricken, oder?