Hipno – Cycling74 setzen einen drauf

Hipno verbindet einerseits Granular-, Spektral- und Filter/Delay-Effekte, andererseits haben sich die Entwickler von Electrotap dem Ziel verschrieben, eine völlig neue Herangehensweise an die PlugIn-Entwicklung zu kultivieren. So finden sich in Hipno auch Plugs, die zum Beispiel ein Videosignal als Ausgangspunkt für Sounddesign nehmen. Kein Wunder, steht doch in der auf MAX/MSP basierenden Pluggo-Umgebung das Ungewöhnliche sowohl in Sound als auch GUI seit jeher im Mittelpunkt.
von Thaddeus Herrmann
Kern der meisten PlugIns des Pakets ist “Hipnosope”, ein kreisrundes Interface, das es erlaubt, zwischen Presets und Snapshots zu morphen. Einfach ein Preset einer Farbe zuweisen und los geht’s. Eigentlich war das überfällig. Auch wenn Hipno nicht das erste PlugIn-Paket ist, bei dem das GUI neu überdacht wurde, sind es gerade die ungewöhnlichen Effekte wie Granularsynthese, die neue Interfaces geradezu herausfordern.
Jedes der PlugIns kann hier nicht vorgestellt werden, die Bandbreite ist aber absolut fantastisch und einzigartig. Angefangen beim “Crackverb” mit LFOs, für die man eigentlich einen Waffenschein bräuchte, über “Technishypht”, dem Formant-Spektral-Pitchshifter mit eingebautem Step-Sequencer, oder “Morpholescence”, einem meiner Favoriten, eine Ansammlung von Morph-Filtern, von unzähligen LFOs moduliert. Außerdem stehen eine ganze Reihe von speziellen Bus-Effekten zur Verfügung … ihr könnt euch vorstellen, zu was für Wahnsinns-Schaltungen es hier kommen kann.
Wie üblich bei Effekten dieser Art muss man sich ein bisschen besser konzentrieren als bei dem x-beliebigen Delay-PlugIn. Gerade die Granular-Effekte wollen gemeistert werden, damit sie nicht jegliche Soundquelle von vornherein einfach nur kaputt machen. Die Presets sind hier eine gute Ausgangsbasis, kitzeln die Möglichkeit von Hipno aber nur an.
Unter Logic Pro 7 verhält sich Hipno vorbildlich. Die Performance ist natürlich von Plug zu Plug unterschiedlich, mit einem einigermaßen zeitgemäßen Rechner sollten aber keine Probleme auftauchen. Bereits die Version 1.0 ist voll einsatzbereit. Und auch wenn ich persönlich an den völlig neuen Ansätzen von z.B. “VcolorTrack”, das Hipno oder auch Pluggo mit Hilfe von Bewegungsabläufen aus dem Video-Input kontrolliert, oder “VTheremin”, das sich die Bewegungsabläufe über eine Webcam schnappt und damit Oszillatoren steuert, nicht wirklich Interesse habe … die Basis von Hipno sind ungewöhnliche Effekte und das Tor zu wirklich neuartigen Klangbearbeitungen. Dafür haben wir Cycling74 immer geliebt, Hipno setzt da noch eins drauf.
Systemvorraussetzungen
PC: Windows XP, 2 GHz, 512 MB Ram, VST/RTAS
Mac: Mac OS X, G4 1GHz, 512 MB Ram, VST/RTAS/AU
Preis: 199,- $
Hipno (Demodownload & Info)



