Im Test: Sugar Bytes Effectrix
MIDI-Sequenzen? Alter Hut. Effectrix lässt euch eure Effekte verketten und sequenzieren.
MIDI-Sequenzen? Alter Hut. Effectrix lässt euch eure Effekte verketten und sequenzieren. Eat this!
von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 125
Aufbau
Auf der linken Seite des Interfaces sieht man in den Farben des Regenbogens eine Liste der 14 Effekte (Xloop, Loop, Scratch Loop, Reverse, Stretch, Tonal Delay, Stutter, Vinyl, Crush, Filter, Phaser, Chorus, Delay und Reverb), die in der Pianorollenübersicht rechts als Steps (die praktischerweise auch farbig sind) gesetzt werden. Dabei lassen sich alle Effekte gleichzeitig nutzen, ihr Anteil am Gesamtsound wird über einen Drehregler bestimmt.
Von einem bis zu zweiunddreißig Steps können die Effektsequenzen lang sein, so dass sich leicht auch rhythmische Verschiebungen realisieren lassen. Die Geschwindigkeit ist quantisierbar, so dass man bei der langsamsten Einstellung (ein Step entspricht einer Viertelnote) einen Effektverlauf von acht Takten nutzen kann. In der Grundeinstellung läuft der Effektrix-Sequenzer synchron zum jeweiligen Host, er lässt sich aber auch über eine Midinote starten. Ziemlich interessant sowohl live als auch beim Jammen ist die Möglichkeit, verschiedene Effektsequenzen über Midi abzurufen.
Automation
Die gebotenen Effekte haben unterschiedlich viele Parameter, die man alle einzeln automatisieren kann. Das geht ganz einfach, indem man bei ausgewähltem Effekt den Record Button anklickt und die entsprechenden Regler bewegt, die dann aufgezeichnet werden. Jeder einzelne Effekt besitzt außerdem noch eine eigene Presetverwaltung.
Sound
Der Klang ist angesichts der sehr genügsamen Ansprüche von Effectrix bezüglich Prozessorleistung ziemlich gut. Natürlich haben die meisten ein besseres Hall- oder Reverb-PlugIn, das womöglich auch deutlich mehr Parameter bietet, im VST-Ordner liegen, aber bei Effectrix geht es ja auch eher um die Kombination als um die Einzeleffekte.
Fazit
Die Idee, auch Effekte mit einem Stepsequenzer/Pianorolleneditor zu nutzen, ist so einfach wie genial. Effectrix kann man eigentlich schon fast nicht mehr als Effekt bezeichnen, Instrument trifft es viel eher. Selbst die langweiligsten Vorgaben (zum Beispiel bei drögen Remix-Vorlagen) sind in Windeseile dermaßen intensiv verschwurbelt und verdreht, dass sie schon wieder sehr interessant klingen. Durch das wirklich gut durchdachte GUI bleibt Effectrix trotz der Fülle an Funktionen immer vorbildlich übersichtlich, was es auch für den Live-Einsatz zum echten Killertool macht. Ich würde mir ja eine Version wünschen, bei der die Effekte frei mit VST-PlugIns von Drittanbietern zu bestücken sind, so dass man sich sein Lieblingssetup selbst zusammenstellen kann (muss der Horror für die Programmierer sein), aber was bereits mit den vorhandenen Effektrix-Effekten möglich ist, hat mich doch ziemlich erstaunt. Also alles prima: guter Sound, innovatives Konzept, anspruchslos in Sachen Prozessorleistung und ziemlich günstig. Lohnt sich!
Preis: 99,- Euro
Systemvoraussetzungen: PC: VST, Mac: VST/AudioUnit





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