Im Test: EKS Otus
Controller für Traktor und ähnliche Software-Lösungen gibt es wie Sand am Meer. EKS aus Finnland setzt allerdings auf ungewöhnliches Design und und einen Plattenteller, der fast von Technics sein könnte.

DJ-Controller: EKS Otus
von Thaddeus Herrmann aus De:Bug 133
Mit 650 Euro ist der Otus nicht gerade billig, dafür bekommt man aber auch ein amtliches Stück Hardware, das seine Features so großzügig auf der Oberfläche verteilen kann, dass man sich unter keinen Umständen mit den Fingern im Mix verheddert: Pluspunkt. Der Otus ist auch eine exzellente Soundkarte (zwei Stereo-Kanäle, analog und digital, plus einem dezidiertem Kopfhörer-Kanal), was den Preis doch verständlicher macht. Will man aber lieber seine alte Soundkarte verwenden, ist auch das kein Problem. Herzstück des Controllers ist das 7,5″-Jogwheel, das zwar nicht so viel Widerstand wie das eines MK2s bietet, allein durch seine Größe aber einfach Spaß macht und eine adäquate Simulation des Originals ist. Das Jogwheel ist Touch-sensitiv und funktioniert dabei genau wie der Teller eines Plattenspieler. Der obere Teil dient zum Scratchen, für Backspins etc. Der äußere, silberne Rand kontrolliert den Pitch. So lassen sich im Mix letzte Feinjustierungen vornehmen, eben wie am Original. Darum gruppiert sind Potis für die EQs der Decks, ein Crossfader (leider auch nur ein Poti, kein Fader) und je ein Kanal-Gain. Dazu kommen flachere Knöpfe, die die Loop-Funktionen der Software kontrollieren, große Buttons für Play, Pause, Cue und einige Touchpads. Auch der Pitch-Controller ist als Touchpad ausgelegt. Herzstück der Touch-Sektion ist das virtuelle Mousepad, das sicherstellt, dass man den Computer nicht mehr anfassen muss während des Auflegens. Das Touchpad kann nicht nur in der Software navigieren, sondern kann auch für Effekt-Einstellungen verwendet werden. Jeder Knopf des Otus lässt sich übrigens selbstverständlich völlig frei konfigurieren. Der Otus kann zwei Decks kontrollieren, umgeschaltet wird einfach per Knopfdruck. In diesem Moment werden aus den orangenen Hintergrund-LEDs dann auch grüne, so weiß man immer genau, ob man nun links oder rechts arbeitet: clever. Killer-Feature sind vier weitere kleine Jogwheels an den Ecken des Controllers. Im vom Hersteller konfigurierten Traktor-Setup dienten hier die beiden unteren zum Beispiel dem Browsen durch die Library. Das hat sehr überzeugt und vor allem auch Spaß gemacht. Die beiden oberen erlauben in Traktor die Auswahl von Effekten und die Manipulation von bestimmten Parametern. Um zu verhindern, dass man aus Versehen im Mix mit diesen vier Knöpfen Dinge verändert, die man gar nicht verändern will, hat man die Möglichkeit, in Traktor die Sensitivität herunterzuschrauben, so ist man immer auf der sicheren Seite. Im Betrieb mit Traktor von Native Instruments waren wir nach wenigen Minuten tief im Mix und haben den Otus wie im Schlaf bedient. Einzig der Pitch-Regler hat ein bisschen mehr Gewöhnung gekostet: Bestimmte Dinge hat man eben doch gerne in der Hand. Aber auch hier punktet der Otus schließlich: Der Pitch-Umfang kann durch einen kleinen Knopf in drei Stufen verändert werden, da bleiben keine Wünsche offen. Und wer sein ganz persönliches MIDI-Setup bevorzugt, bekommt von EKS auch große Hilfe: Eine eigene Editor-Software lässt einen dank grafischer Darstellung in Windeseile das Gerät auf seine eigenen MIDI-Bedürfnisse anpassen.
Der Otus hat uns ausgesprochen gut gefallen. Das große Jogwheel macht die Adaption für die eigene Arbeit einfach – egal, ob man von Plattenspielern oder von CDJs kommt. Das clevere Design (der Otus passt perfekt und sicher auf einen Technics MK2) macht zusätzliche Arbeitsfläche für den Digital-DJ im Club überflüssig, die Soundkarte ist tiptop und die farbliche Orientierung im Zwei-Deck-Betrieb hilft gegen Schusseligkeits-Fehler. Runde Sache!
Preis: 650 Euro
Features:
7,5“ Jog Wheel mit hoher Auflösung und Berührungssteuerung (Position und Schnelligkeit wird mit LEDs angezeigt
17 Low Travel „kurzwegige“ Taster
6 Touch-Buttons
10 zuweisbare Steuerknöpfe
Eingebautes Touchpad/zuweisbare X/Y-Steuerung für Maus-/Effektsteuerung
80 mm berührungsempfindlicher Pitch-Slider, mit Positions-LED
Schalter für virtuelles Zweifach-Deck Play
Alle Steuerelemente sind mit LED Hintergrundbeleuchtung
integriertes 24-Bit 6-Kanal-Audio-Interface
Zwei Stereo-Cinch-Ausgänge u. 2 S/P-DIF Ausgänge
Kopfhörerausgang
ASIO, Core Audio, USB 2.0 / USB 1.1,
Kompatibel zu jeder Software die eine MIDI lern Funktion besitzt
Windows / OS X
EKS
Proaudio-Technik (deutscher Vertrieb)
Auch gut:
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“Das Jogwheel ist Touch-sensitiv und funktioniert dabei genau wie der Teller eines Plattenspieler”
Der Witz bei dem Plattenteller ist aber, dass der ganze Spaß motorgetrieben ist. Deswegen kann man bei diesem Controller nicht sagen, dass das nicht motorgetriebene Jogwheel genauso wie ein Plattenteller funktioniert.
schon mal ausprobiert um derart Feedback abzugeben?