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9.11.2007 | 17:50
 
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Apples Logic Studio im Test

Neue Version als Kampfansage: Preis halbiert, Umfang verdreifacht


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von Thaddeus Herrmann aus De:Bug 117

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Workflow
Das Arbeiten an einem Projekt profitiert immens vom neuen Layout und wird in der Gewöhnungsphase nur selten unterbrochen. Kleine Dinge haben sich verändert: So ist die Toolbox nicht mehr wie gewohnt über die Escape-Taste erreichbar, sondern über Control und die rechte Maustaste. Keine Ahnung, warum das so ist, aber egal. Verwöhnt wird man dafür an anderen Stellen. So kann man z.B. die Ein- und Aus-Fade-Kurven im Sample-Editor jetzt komfortabel editieren. Eine Funktion, die ProTools-User irritiert mit den Schultern zucken lässt, in Logic aber immer gefehlt und mich zur Weißglut getrieben hat.

Neuigkeiten
Auf PlugIn-Ebene ist, wie schon erwähnt, nicht viel Neues dazugekommen. Die Presets wurden radikal überarbeitet, bei den Synths wurde die alte Library zusätzlich zu den neuen Voreinstellungen beibehalten und ist jetzt mit dem Pulldown “Legacy” zu erreichen. Das Layout der Effekte wurde zum Teil überarbeitet (die beherrschende Farbe ist jetzt blau), an der Funktionalität hat sich aber (zum Glück) wenig geändert. Ein paar neue Effekte sind mit an Bord, allen voran der “Delay Designer”, mit dem sich sehr komplexe, flirrende Delays verwirklichen lassen. Andere Neuigkeiten sind die verbesserte Surround-Fähigkeit (AUs können gleich, je nach Projekt, in der entsprechenden Konfiguration geladen werden), im Sample-Editor ist die Verknüpfung mit dem Apple-Loop-System jetzt viel deutlicher zu sehen und somit auch schneller umzusetzen, es gibt ein neues Transienten-Selektier-System, das das Editieren von Audio deutlich vereinfacht (gleichzeitig gibt es sinnvolle neue Tools für Crossfades etc.), die Multitrack-Aufnahme wurde deutlich verbessert, es hängt vom bevorzugten Arbeiten des Users ab, welche Neuerungen einem am schnellsten ins Auge springen. Für mich, der Logic seit Version 1.0 – damals noch auf dem Atari – verwendet und mit dem Programm groß geworden ist, steht Version 8 ganz klar unter dem Stern der verbesserten Usability. Man fühlt sich gut aufgehoben, das Arbeiten geht schnell und effizient. Der File-Austausch mit Soundtrack Pro funktioniert ebenso gut wie schon bei Final Cut, der Wave Burner stürzt nicht mehr ständig ab … die einzige Neuerung, die mir nicht einleuchtet im Logic-Studio-Paket ist “Main Stage”, ein sehr vereinfachtes PlugIn-Frontend, das Musikern auf der Bühne erlauben soll, auf alle Synths ohne Logic zugreifen zu können. Auf meinem G5 mit 2×2 GHz war dieses Tool allerdings mehr als wackelig und Sinn und Zweck wollten mir partout nicht einleuchten. Das Layout ist ein bisschen zu fancy und drückt so auf die Grafik-Engine, dass manchmal dann gar nichts mehr ging. Menschen, die so ein Programm benutzen, sind bei Garage Band wahrscheinlich genauso gut aufgehoben.

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Performance
Natürlich orientiert sich auch Apple bei der Performance von Programmen an den neueren Rechnern. Mein G5 mit 2GB RAM versteht sich jedoch bestens mit Logic 8. Die CPU-Anzeige zeigte nur selten kurze Peaks, Dropouts musste ich wirklich schon mit dem Hammer erzwingen. Die Installation auf meinem MacBook Pro führte am Anfang zu ein paar CPU-Overloads, die nach ein dem üblichen Tweaken aber schnell verschwanden.

Fazit
Mit Logic Studio ist Apple ein großer Wurf geglückt. Keine Kinderkrankheiten, gelungene Abwärts-Kompatibilität und viel, viel Mehrwert. Die aktuelle Sequenzer-Runde scheint mir bis auf weiteres entschieden. Angesichts des neuen Preises und der anhaltenden Probleme der aktuellen Cubase-Version dürften sich viele User ein für alle Mal für Logic entscheiden. Zumal auch der USB-Dongle nun endlich der Vergangenheit angehört. Well done!

Apple

Preise:
Logic Studio:
Vollversion: 479 Euro, Update: 199 Euro
Logic Express: 199 Euro

Systemvoraussetzungen:

OS X 10.4.9, PPC G4 (1,25 GHz) (G5 oder Intel empfohlen), 1 GB RAM (2 GB empfohlen, für große EXS-Ensembles unbedingt notwendig).
G5 DP für Surround-Mixes.
7 GB frei auf der HD, bei Installation der gesamten Library werden 40 GB benötigt.

[ratings]

Auch gut:

  1. Probleme bei der Musikproduktion unter Apples OS X Lion
  2. Im Test: NI Komplete 8



DIE WOLKE HAT 3 Kommentare zu "Apples Logic Studio im Test"

  1. Sean

    Ich finde das erwähnt werden hätte müssen in der Review, dass Logic NICHT mehr als Midi Clock Slave laufen kann, die Funktion wurde einfach entfernt, keiner weiß warum. Split Stereo rausrendern gibt es auch nicht mehr, wenn man zu Protools wechseln muss, ist es nun komplizierter. Früher konnte man im Audiofenster loopen und scrubben, heute ist das nur noch ein buntes, stylish aussehendes Infofensterchen.
    32 bit rausrendern gibt es nicht, ist woanders aber Standart.
    Man muss immer noch mit dem Kanaltrenner arbeiten, will man auf unterschiedlichen Midikanälen verschiedene Software-Instrumente ansprechen. Bei anderen Programmen wie Live oder Digital Performer gibt es da einfach einen Midi-Input Pop-Up.
    Immer noch keine Midi Plug Ins!
    Fazit: ist vom Arbeitsfluss auf jeden Fall besser und strukturierter, aber Midi ist wirklich eher ein Minuspunkt so langsam. Habe das Gefühl Apple hat, was Midi angeht, kein Potential und keine Ahnung. Audio hätte Apple auch mehr zulegen müssen. Das alles hätte ich persönlich wichtiger gefunden als eine handvoll DVDs mit vorgefertigter Muzak für die Massen. Das Apple aber Experte für Softwaredesign ist sieht man, aber eben leider nicht für Audio und für Midi.

  2. Man merkt, dass der Verfasser des Testberichtes nicht lange genug mit Logic 8.0.0 gearbeitet hat.
    Keine Kinderkrankheiten, hiervon kann keine Rede sein.
    Wer in Logic Pendikeit von Bugs führe ich ro User Foren schaut sieht, dass es Bug-Berichte nur so hagelt und dass Apple es nicht fertig bringt unter 8.0.1 einen Großteil der Bugs zu beseitigen. Einiges an Bugs ist beseitigt, dafür kamen neue Bugs hinzu.

    Wer wirklich profesionell Musik bearbeiten will findet derzeit in Logic Pro 8 noch längst kein Arbeitstier, das zuverlässig seinen Dienst erweißt. Es gibt noch viele Crash Downs und leider auch Funktionen die für eine DAW Selbstverständlich sind, die einfach nicht funktionieren.

    Diese Lebendigkeit an Bugs führe ich auf die Versionenvielfalt von OSX zurück und auch darauf das Zeitgleich Leopard auf den Markt gekommen ist. Ferner müssen jetzt neben PPC Rechnern auch Intel Macs bedient werden.

    Apple bekommt die Bugs auch nicht mit dem Update 8.0.1 in den Griff und läuft Gefahr profesionelle Anwender zu verlieren. Denn die wollen einfach nur mit Logic Studio (Pro8) kontinuierlich arbeiten.

    Wer es nicht glaubt, soll selbst bei Logicuser.de mal lesen.
    Steve Jobs…. Gesundbeeten vor den Aktionären hilft nicht.
    Es muss noch viel getan werden, sonst verschwindet der Geist von einstmal Emagic vollkommen aus Logic Pro 8.

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