Audio von App zu App

AudioBus verbindet iOS-Apps miteinander und ermöglicht so endlich ein Zusammenspiel bislang isolierter Instrumente und Tools, deren An – und Zuordnung über ein anwenderfreundliches, konsistentes Interface erfolgt.

von Peter Kirn aus De:Bug 168

Fokus: iOS zeigt immer nur eine App, einen Vorgang, eine Funktion. So kann man sich, anders als auf dem Rechner, auf ein einziges bildschirmfüllendes Tool konzentrieren. Einerseits. Andererseits: Würde der Moog Filtatron nicht perfekt zum Granular-Loop passen, den man sich gerade gebastelt hat? Auf iPad und iPhone ist schon das Sharen von Files mühsam, ganz abgesehen vom Verbinden von Apps untereinander. AudioBus ist nun der erste ernsthafte Versuch, das Routen von Audio zwischen mehreren Apps auf einem Gerät zu erlauben. Und schon beim Blick auf die erste Beta wird klar, wie erstaunlich simpel diese Implementierung funktioniert und so nicht nur von erfahrenen Produzenten, sondern problemlos auch von Newcomern zu meistern ist.

Und so geht´s: Verschiedene Tools lassen sich als Quellen, Effekte und Recorder nutzen. Dabei lässt sich alles miteinander mischen und auch externe Quellen wie ein Mikro oder ein Line-In einbinden. Die Quelle lässt sich mit Effekten belegen: Die Eingänge tauchen in AudioBus-kompatiblen Apps auf und jede Quelle lässt sich separat in einen Effekt schicken. Schließlich lassen sich auch Recording Tools einsetzen. Da der iOS AppStore jede Menge Arrangement-Tools, Grooveboxen und DAWs bietet, kann man jetzt seine Lieblingssynths, Krachmacher und Effekte gemeinsam nutzen, ohne dass dafür eine spezielle PlugIn-Architektur benötigt wird.

CPU-Limits
Obwohl (oder weil) AudioBus mit iPhone und iPad erstaunlich gut läuft, will man schnell mehrere Apps gleichzeitig laufen lassen und dafür trotzdem nicht die größtmögliche Prozessorpower für Echtzeitprozesse einbüßen. Wie sieht also die Performance aus? Sinn macht der Einsatz von AudioBus erst mit dem iPad 2 (das iPad mini kommt mit dem gleichen Prozessor), mehr rausholen lässt sich mit den schnelleren Topmodellen iPhone 5 und iPad 4.
AudioBus ist aus der Zusammenarbeit der iOS-Entwickler Audanika (SoundPrism Pro) und Tasty Pixel (Loopy HD) entstanden, deren eigene Apps natürlich kompatibel sein werden. Auch Moogs Filtatron, die Funkbox und DM1 Drummachines, Beatmaker, Auria, Drumjam, NLog Synth und Weitere arbeiten an der Unterstützung. Dabei erhalten Entwickler ein kostenloses SDK zur Implementierung, wodruch muss der User nur die AudioBus App erwerben muss, um alle kompatiblen Apps miteinander nutzen zu können.
Und auch wenn das Release-Datum gerade noch einmal verschoben werden musste, geht die Entwicklung dem Vernehmen nach gut voran, wobei insbesondere die positiven Reaktionen aus der Programmierer-Community optimistisch stimmen. Und die größte Hürde hat AudioBus bereits genommen: Apple hat das Tool für den AppStore zugelassen, am 10. Dezember wird es erscheinen.

Preis: 9,99 Dollar
Audiobus

Update: Audiobus haben jetzt die Liste der zum Launch kompatiblen Apps veröffentlicht:

Funkbox (input slot)
JamUp XT (effects slot)
JamUp Pro XT (effects slot)
Loopy (input and output slot)
Loopy HD (input and output slot)
MultiTrack DAW (output slot)
NLog MIDI Synth (input, effects and output slot)
NLog Synth PRO (input, effects and output slot)
Rebirth for iPad (input slot)
SoundPrism Pro (input slot)
Sunrizer Synth for iPad (input slot)

Thumbjam und Drumjam sollen kurz nach dem Launch folgen, Animoog und Auria etwas später.
 
Übersicht: Andere aktuelle Tools zur Interaktion von Audio Apps
 
WIST
WIreless Sync-STart wurde von Korg entwickelt. Es erlaubt verschiedenen Geräten, sich miteinander zu synchronisieren und gleichzeitig zu starten und stoppen. Geleiches Tempo in beiden Apps einstellen, Start drücken und schon laufen zum Beispiel ein Synth-Arpeggiator und eine Groovebox zusammen los.
 
AudioCopy/AudioPaste
Die App von Sonoma WireWorks ist zwar im Moment noch nicht echtzeitfähig wie AudioBus, durch seine Einfachheit dafür aber sehr genügsam in Sachen Prozessorleistung. Mit AudioCopy kann man zum Beispiel ein Sample aus einer Groovebox in einem Sample Editor bearbeiten.
 
Inter-App MIDI
Viele Apps erlauben nicht nur das externe Senden und Empfangen von MIDI am iPad/iPhone, sondern auch das Austauschen von Informationen zwischen Apps auf demselben Gerät, so dass man zum Beispiel mit einem Sequenzer einen Synth steuern kann.

2 Responses

  1. Arnes

    Audiobus kann die Apps nicht synchronisieren

    Und midibtriggering intern funkt auch nicht

    Nutzlose Software
    Wieder mal getypter Müll absolute verarschung

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  2. Benjamin Weiss

    @Arnes: Hat ja auch niemand behauptet, hier geht es lediglich um Audiostreams. Midi muss natürlich von jeder App unterstützt werden, wenn man sie per Midi steuern will.

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