Aus Finnland kommt Audiosauna, eine neue Cloud basierte DAW. Integriert in die kostenlose Onlineplattform sind im Moment ein virtuell-analoger Synthesizer, ein FM-Synthesizer und ein Sampler. Als registriertes Mitglied können eigene Songs in naher Zukunft scheinbar auch exportiert und gespeichert werden. Aber eine vollwertige Workstation kann man so etwas sicher noch nicht nennen. Eine interessante Entwicklung haben diese Online-Workstations seit dem Start der ersten großen Cloud-DAW von Hobnox aber auf jeden Fall durchgemacht. Wir werden uns dem Thema Cloud-DAWs in nächster Zeit gerade deswegen etwas intensiver widmen. Was haltet Ihr davon – wird Musik in Zukunft öfter orts- und rechnerunabhängig produziert?

Tonbeispiele:
[soundcloud url="http://api.soundcloud.com/users/3836932"]

Audiosauna

22 Responses

  1. bassline8

    Mal eine Frage: Wo wird denn der Sound berechnet? Als eine richtig coole Lösung wäre es ja, wenn dies in der Cloud passieren würde und man selbst auf einem kleinen Smartphone zugriff auf richtig fette Rechenpower hätte. Ansonsten sehe ich da nur einen Abruf einer Flash App von einem Webserver und der Sound wird auf dem localhost berechnet.
    Vorteil der Cloud sollte es doch sein, CPU Power und Ram nach Bedarf im Rechenzenturm dynamisch zur Verfügung zu stellen.

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  2. datapopstar

    ju, das wäre interessant zu wissen. obwohl ich beim testen keinen flashtypischen cpu einbruch bemerken konnte…hatte schon das gefühl, das das in der cloud passiert.

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  3. Johannes

    Ich schmeiß mal ein Wort in die Runde, welches auf absehbare Zeit keine vernünftige Cloud-DAW erlauben wird: Latenz.

    So, weitermachen, es gibt nichts zu sehen

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  4. bassline8

    Johannes, da hast du im Prinzip natürlich 100% recht.

    Allerdings gibt es ja auch schon die Möglichkeit, Spiele über Cloud Server zu spielen und die Latenz ist dort weitaus niedriger, als ich erwartet hätte. Um über das Keyboard Musik einzuspielen, ist so eine Cloud-DAW zu langsam, allerdings für so Pattern basierte Sachen könnte ichmir das schon vorstellen.

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  5. sonimun

    Ich schmeiß noch ein weiteres Wort in die Runde: Individualismus. Auch in der digitalen Domäne liegt ein nicht unerheblicher Reiz beim Musikmachen darin, sich sein ureigenes Setup zusammen zu stellen: Hier einen schrulligen Synth verwenden, dort ein erlesenes Plug-In applizieren – das ist beim Fuhrwerken am Rechner nicht anders beim reale Gearslutismus (da fällt mir ein: Die Welt braucht noch ein Wort für VST-Plug-In-Sammelwut). Egal, in jedem Fall funktioniert eine solche webbasierte Kiste nur, wenn sie umfassende Modifikationsmöglichkeiten liefert (Reason ist hier der Maßstab). Solange nur Standard-Komponenten zur Verfügung stehen und der Workflow starr ist, steigt da niemand drauf ein (das erklärt auch die geringe Akzeptanz von Sequel, MusicMaker, GarageBand im “Profi-Bereich”).

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  6. sonimun

    @Johannes: Ich korrigiere mich: MEIN Maßstab, was das virtuelle Patchen angeht (Hobnox geht ja schon in diese Richtung). Aber natürlich es gibt zig Konzepte für den Signalfluss.

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  7. bassline8

    Bezüglich Individualismus: Da steckt das ganze natürlich noch in den Kinderschuhen. Am ehesten würde so etwas durch eine Platform erreicht, die so eine Modularität wie z.B. Reaktor bietet. Im Webfrontend den modularen Synth zusammenstöpseln und diesen für die Cloud “compilieren”.

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  8. sonimun

    @Terry: Was meinst Du genau? Hast Du da eine spezielle Sache vor Augen oder meinst Du das eher allgemein?

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  9. terry bell

    @sonimun

    es gibt im bereich musiktechnik unglaublich viele ausrüsterfirmen, die unglaublich viele produkte entwickeln. hab mich schon so oft gefragt, was mit dem ganzen zeug passiert, und es kann ja eigentlich nur beim kunden x landen, der immer wieder daran glaubt, dass er mit dem nächsten (software-)instrument den durchbruch schafft. ich wette, die industrie hat schon eine extra fiese bezeichnung für diesen deadmau5 fan, der keine kontrolle mehr über seine ausgaben hat. ich persönlich dürfte eher der alptraum der industrie sein, aber reden wir nicht so viel über mich. ich bin nicht so wichtig.

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  10. sonimun

    @Terry: Ahh, ok – ich weiß was Du meinst. Tja, so läuft das in der freien Markwirtschaft – jährlich 5% Wachstum, sonst implodiert der Laden. Mit meinem 10Jahre alten Laserducker, der immer noch ein 1A Schriftbild liefert und den Toner nur in homöopathischen Dosen aufträgt, stehe ich wahrscheinlich auch schon auf irgendeiner der Totalausfall-Liste ;D

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  11. terry bell

    du erinnerst mich gerade an den film “kaufen für die müllhalde” (da gehts um “geplante obsoleszenz”). der war richtig interessant.

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  12. Leon Krenz

    Ich glaube nicht, dass Latenzen bald noch eine Rolle spielen werden – seit Jahren arbeite ich an anderer Stelle mit Citrix-Remote-Systemen und da werden jetzt schon Inhalte ohne große Latenzen übertragen – von einem Remote-Rechner über den Browser wohlgemerkt.

    Der Vorteil an einer cloudbasierten Produktionsweise ist in meinen Augen vor allem die Möglichkeit einfach und schnell mit mehreren Musikern an einem Projekt zu arbeiten.

    @Terry Audio-PlugIns sind die Game Boy Spiele der erwachsenen Jungen. Immer wenn ein neues rauskommt denken alle sie könnten ohne nicht leben…und ich finde, dass ist auch gut so, ansonsten gäbe es hier ja nicht so eine krasse Entwicklungskurve. Jedenfalls so lange wie man sich nicht vom Wesentlichen ablenken lässt.

    Gruss,

    Leon

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  13. betaRocker

    Ich denke mal dass die Cloud eher Speicherplatz und einige Zusatzfunktionen als CPU Power bereitstellt. Sprich: der Sequencer läuft lokal, speichert aber in der Cloud. Ähnliche Konzepte sind ja bei Ohmforce und Bitwig bereits in Arbeit. Latenzen spielen somit keine größere Rolle, als bei jeder anderen DAW auch. Die Idee finde ich außerordentlich interessant, inbesondere bei VST(i) Support. Hoffen wir das bald mal eine der beiden genannten Firmen eine ‘finale’ Version demonstrieren kann…

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