Das kleine Schwarze mit dem dicken Wumms

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von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 118

Manfred Fricke kommt mit dem nunmehr dritten Teil der Minidrumcomputer der 50x-Serie: Der MFB 503 besitzt die gleiche praktische Größe, hat aber einen völlig anderen Sound. Statt charmant pappiger Drums gibt es beim 503 analogen Bassdruck, der sich auch vor einer Jomox X-Base nicht zu verstecken braucht.

Übersicht
Der MFB-503 ist kaum größer als die PSP zum Mitnehmen und hat eine Lauflichtprogrammierung. An Instrumenten stehen Bassdrum, Snare, eine Tom in drei verschiedenen Höhen, zwei Cymbals sowie Open und Closed HiHat zur Verfügung. Bassdrum, Snare und Toms sind komplett analog ausgeführt, die anderen Instrumente basieren auf Samples. Bassdrum und Snare haben je einen Einzelausgang, der Rest kommt aus dem Master.
Jedes Instrument hat vier Parameter, die über entsprechende Endlosdrehregler bedient werden, wovon einer immer für die Lautstärke zuständig ist. Die Ausnahme ist hier die Bassdrum: Ihr wurden sechs Parameter zugedacht. Die Toms haben jeweils Tune, Decay und Pitch, die Bassdrum dazu noch Drive und Attack und die Snare statt Pitch noch Noise. Die Cymbals und die HiHats beruhen jeweils auf zwei Samples, zwischen denen man mischen kann. Darüber hinaus gibt es Decay (bei den Cymbals gemeinsam für beide Samples, bei den HiHats separat), dazu noch Tune, das aber immer sowohl auf die HiHats und die Cymbals gleichzeitig wirkt. Das ist zwar erst mal gewöhnungsbedürftig, stört aber im täglichen Gebrauch nur selten.

Sequenzer
Der interne Sequenzer basiert auf der klassischen Lauflichtprogrammierung der TR-Serie inklusive A/B-Funktion und bietet für die ersten 16 Steps der bis zu 32 Steps langen Patterns je einen Minibutton. Trotz deren Winzigkeit lassen sie sich auch mit groberen Fingern erstaunlich gut bedienen. Jedes Instrument gibt es in zwei Varianten, einmal mit und einmal ohne Accent, eine einzelne Accentspur sucht man allerdings vergeblich. Bis zu 90 Patterns lassen sich speichern, die man in 90 verschiedenen Songs (a 128 Pattern) zusammenfügen kann. Shuffle ist auch an Bord, und zwar recht saftig: Bei einer Bandbreite von 1-15 klingt Stufe 5 schon wie bei der MPC auf 66%, der allerdings beim Ändern zu kurzen Timingschwankungen führt.

Midi
Der MFB 503 lässt sich komplett über Midi steuern, alle Parameter der Instrumente sind dabei festen Midicontrollern zugewiesen. Leider hat das Gerät keinen Midiausgang, wodurch der Sequenzer ganz den internen Sounds vorbehalten bleibt.

Bedienung & Sound
Der Sound ist für die Größe echt erstaunlich: Dicke, wallende Bassdrums walzen sich aus dem Minigehäuse, dass es eine wahre Wonne ist, aber auch die durchsetzungsfähige Snare, die Toms, Cymbals und HiHats können sich hören lassen. Die Bedienung ist alles in allem ziemlich gelungen, auch wenn man wegen Platzmangel öfter mal zwei Buttons auf einmal drücken muss. Ein Manko ist aber die fehlende Möglichkeit, auch die Bassdrum zu muten, hier muss man sich entweder mit dem Einzelausgang behelfen oder verschiedene Varianten eines Patterns abspeichern. Schön wäre auch noch ein LFO für die analogen Instrumente gewesen.
Der MFB 503 ist auf jeden Fall der am fettesten klingende Drumcomputer seiner Größe und durch seine extreme Handlichkeit ideal für den mobilen Einsatz live und im Studio. Auch der Preis ist überzeugend und wird wohl dafür sorgen, dass das Teil eines der meistverkauften Frickegeräte werden dürfte.

Soundbeispiel 1

Soundbeispiel 2

Preis: 280,- Euro

MFB

SchneidersBüro (deutscher Vertrieb)

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