Der Mobius ist schon seit drei Jahren auf dem Markt und wurde von Future Retro Mastermind Jared Flickinger aus dem Future Retro 777 Sequenzer entwickelt, mit dessen Patternformat er kompatibel ist.
von Benjamin Weiss aka Nerk

Hardwaresequenzer mit Lauflichtprogrammierung, das klingt erstmal nicht soooo spektakulär.
Dass der Mobius aber über MIDI hinaus noch beinahe sämtliche elektronischen Instrumente der letzten Jahrzehnte steuern kann, macht ihn durchaus interessant, vor allem für Analogfreaks.

Sequenzerfeatures
Der Sequenzer fasst 256 Patterns und 16 Songs. Wahlweise im 3/4 oder 4/4 Raster lassen sich im Pattern Modus bis zu 16 Steps direkt anwählen und editieren. Andere Patternlängen können per Looppunkt definiert werden. Pro Step lassen sich Notenlänge, Notenhöhe, Accent und Glide bestimmen, wobei alle Manipulationen und Edits bei laufendem Sequenzer möglich sind.
Patterns können kopiert, stepweise verschoben, als ganzes transponiert und auch aneinandergehängt werden.
Im Song Modus können Patterns zu Songs zusammengestellt werden, wobei jeder Song bis zu 3580 Takte umfassen kann. Wem das nicht reicht, der kann auch Songs aneinanderhängen. Ein Step eines Songs entspricht einem Pattern, wobei auch Transponierungen und Looppunkte möglich sind.

Verbindungen zur Aussenwelt
Neben dem Midi Trio In, Out & Thru kann der Mobius mit eigentlich allem kommunizieren, was in den letzten 30 Jahren an Musiktechnik gebaut wurde: er sendet DIN Sync (z.B. für eine 808), CV Out V/OCT (für Arp, Roland, Sequential und Moog), CV Out HZ/V (für Korg und Yamaha), Trigger Out, Accent Out, Gate Out, Clock Out und Clock Reset Out. Für den Grad an Portamento / Glide, der über den CV Out ausgegeben wird gibt es extra einen Drehregler, bei Bedarf kann Glide für den CV Ausgang auch ganz deaktiviert werden.
Das Timing eines Sequenzers ist ja eigentlich ein essentielles Thema (auch wenn das den Entwicklern der großen DAWs momentan, vor allem was MIDI angeht, nicht ganz so wichtig zu sein scheint) und auch hier kann der Mobius punkten: sehr tight, verliert den Sync nicht und gibt ihn auch zuverlässig an alle angeschlossenen Gerätschaften weiter, auch wenn er im Slave Modus arbeitet.

Nachdem ich im letzten Heft so ein bischen am Sound des neusten Future Retro Produktes, der Revolution herumgemäkelt habe, bleibt mir zum Mobius nur positives zu sagen: logische , weitgehend selbsterklärende Bedienung, solide gebaut und extrem nützlich vor allem dann, wenn man noch viel altes analoges Equipment benutzt. Natürlich könnte man dem Sequenzer noch Dinge wie Shuffle oder die Möglichkeit des Rückwärtslaufens spendieren, wirklich nötig ist das aber nicht. So ist der Mobius vor allem ein extrem universeller Sequenzer, der sich nahtlos in ein heterogenes Gemisch aus Midi, alten Analogsynths und – Sequenzern sowie Drumcomputern einfügt und schnell zur unverzichtbaren Schnittstelle der Welten wird.
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Info:
http://www.future-retro.com
http://www.schneidersbuero.de
Preis: 444,- Euro

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