Ganze sechs Jahre nach der Future Retro 777 hat der Entwickler Jered Flickinger einen neuen monophonen Synth mit integriertem Sequenzer vorgestellt, den Future Retro Revolution.von Benjamin Weiss aka Nerk

Übersicht
Kreisförmig angeordnet sind sämtliche Bedienelemente, was zunächst mal ein wenig ungewohnt, aber erstaunlich praktisch ist.Der Aufbau des Synths orientiert sich am 303 Modell: wahlweise Rechteck oder Sägezahn als Wellenform, als Drehregler stehen Tune, Cutoff, Resonanz, Envelope, Envelope Decay, Accent, Accent Decay sowie CV Modulation für den direkten Zugriff bereit. Der Filter kommt mit 18 dB Flankensteilheit und klingt recht ordentlich. Ein einfacher Effektblock mit nicht editierbaren Presets lässt sich zuschalten, klingt aber leider nicht besonders.Der Sequenzer bietet 16 Steps, die wahlweise als ¾ oder 4/4 Takt genutzt werden können. In sechzehn Bänken finden jeweils sechzehn Patterns Platz. Um andere Patternlängen zu erzeugen gibts die Loopfunktion. Im Patternmodus lassen sich bei laufendem Sequenzer Patterns editieren. Zunächst werden im innersten Kreis Steps gesetzt, die mit Zuordnungen für Tonhöhe, Accent und Glide versehen werden können. Eine einfache dreistufige Swingfunktion ist ebenfalls enthalten. Schnelle Variationen eines vorhandenen Patterns können mit Remix erzeugt werden: über zwei gerasterte Drehregler lassen sich bei Aktivierung der Remixtaste 256 verschiedene Variationen abrufen. Im Patternmodus können Patterns auch aneinandergehängt werden, für ganze Songs steht der Song – Modus zur Verfügung, der allerdings nur im gestoppten Zusatnd editierbar ist. Patterns können stepweise verschoben und auch im ganzen transponiert werden, außerdem können Patterns auch rückwärts gespielt werden. Der Pattern Modus ist ziemlich selbsterklärend und so hat man schon nach wenigen Minuten raus, wie die Revolution funktioniert und kann loslegen.

Bedienung & Sound
Die Bedienung ist äußerst durchdacht und intuitiv, in fast allen Fällen gelangt man mit höchstens zwei Tasten zum gesuchten Parameter. Der Sequenzer bietet einiges und macht vor allem mit externen Instrumenten Spass, wozu auch die zwei Remixregler eine Menge beitragen. Sehr nützlich ist auch die Verbindung mit der Außenwelt geregelt, denn neben dem obligatorischen Midi – Trio stehen noch CV und Gate Out, Audio In (geht durch die Filtersektion, das Distortion Modul und den Effektblock) und Out, DIN Sync Out und CV to Filter In zur Verfügung.Nun zur Kritik: die Effektsektion (ein verhältnismässig preiswertes Alesis Modul mit entsprechendem 08/15 Sound) ist eigentlich überflüssig, die Distortionsektion ist ok, soundtechnisch aber auch nicht viel besser als ein bis zum Anschlag hochgedrehter Gain eines durchschnittlichen Mischpults.Vor allem als schneller und intuitiver Sequencer für externe Instrumente macht die Revolution Sinn, der für meinen Geschmack etwas zahme Sound kommt jedoch nicht an das berühmte Vorgängermodell 777 heran.

http://www.schneidersbuero.de
http://www.future-retro.com
Preis: 690,- Euro

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