808-Nachbauten kann man nicht genug haben, der Gebrauchtpreis des Originals spricht hier eine deutliche Sprache. Mit der Miami ist den Entwicklern von Acidlab ein ganz großer Wurf gelungen.

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808-Nachbauten kann man nicht genug haben, der Gebrauchtpreis des Originals spricht hier eine deutliche Sprache. Mit der Miami ist den Entwicklern von Acidlab ein ganz großer Wurf gelungen.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 132

Übersicht
Hübsch und deutlich schlanker als das Original sieht sie aus, die Miami. Im recht robusten Blechgehäuse in Rackbreite eingebaut, ist sie erstaunlich leicht, was aber für das Handgepäck schwer von Vorteil ist. Die Ausstattung mit Instrumenten entspricht dem Original: Elf davon können gleichzeitig verwendet werden, zwischen Rimshot/Claves, Clap/Maracas und Congas/Toms muss man umschalten. Alle elf Instrumente haben einen Einzelausgang, dazu kommt der Master-Ausgang. Die Parameter zur Klangformung entsprechen ebenso der 808. Nur das Decay der Bassdrum wurde ein wenig aufgebohrt und erlaubt noch längere Bassdrums.

Sequenzer
Der Sequenzer entspricht im Großen und Ganzen dem der 808: Es gibt Step Write und Tap Write für die elf Instrumente, sowie Accent. Es gibt 12 x 16 Patterns, von denen bis zu 16 aneinandergehängt werden können. Patterns können per Copy & Paste kopiert werden, jedes kann eine individuelle Länge an Steps, verschiedene Scales und individuellen Shuffle haben. Wie sich das gehört, sind natürlich alle Editierfunktionen inklusive Copy & Paste bei laufendem Sequenzer möglich.

Shuffle
Etwas, was ich persönlich bei der 808 immer vermisst habe, ist der Shuffle. Die Miami hat zwei verschiedene Modi, einmal den der CR-800 und dann den der TR 909, die sich auch kombinieren lassen. Pro Shuffle gibt es aber nicht ganz so viele Varianten wie bei der 909: Mit drei verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten kommt man aber auf jeden Fall zurecht, zumal diese sorgfältig ausgewählt sind.

MIDI, Trigger und DIN-Sync
Die MIDI-Implementation ist puristisch geraten: Neben der Möglichkeit, den Sequenzer von außen per MIDI-Clock zu synchronisieren (leider gibt es kein MIDI Out), lässt sich die Miami auch als Soundmodul verwenden, wobei der Sequenzer allerdings deaktiviert ist. DIN-Sync In und Out gibt es auch, ebenso einen Triggerausgang für den Accent.

Klang
Im direkten Vergleich mit meiner Original-808 gab es echt keinen Zweifel: Die Miami klingt sehr sehr ähnlich, im Blindtest nur schwer zu unterscheiden, vielleicht am ehesten noch bei den Maracas, die etwas schärfer klingen. Seidige HiHats, satte lange Decay-Bassdrums, prima Congas und Toms, die charakteristische Cymbal, der typische, schöne 808-Sound eben. Natürlich gibt es auch kleine Unterschiede, aber die findet man auch bei zwei verschiedenen Exemplaren der 808.

Acidlab hat mit der Miami einen 808-Klon geschaffen, der nicht nur sehr überzeugend klingt, sondern auch komfortabel zu bedienen ist, gut aussieht und gut verarbeitet ist. Der Preis mag zunächst hoch erscheinen, aber für eine gebrauchte 808 zahlt man immer noch deutlich mehr. Die hat dann zwar die schicken Original-Tchibo-Farben, aber auch im günstigsten Fall mindestens 25 Jahre auf dem Buckel. Der einzige Kritikpunkt ist der fehlende MIDI-Ausgang. Kompliment an die Leute von Acidlab für den bisher meiner Meinung nach gelungensten 808-Klon!

Acidlab

Preis: 800 Euro

Anschlüsse:
MIDI In, elf Einzelausgänge, ein Masterausgang, DIN-Sync In & Out, Accent Trigger Out

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