Put all the bells and whistles on

Vom Erfolg von NIs Maschine angesteckt, die viele klassische MPC-Features bietet und natürlich auch dem der eigenen APC 40 für Ableton Live, hat Akai Anfang des Jahres die neue rechnergestützte MPC-Reihe vorgestellt: MPC Renaissance, MPC Studio und MPC Fly für das iPad. Jetzt ist das Topmodell, die MPC Renaissance, da.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 168


Die MPC Renaissance wirkt beim Auspacken so sehr wie eine Standalone-MPC, dass man unwillkürlich versucht, den Ladeslot für die DVDs zu finden, von denen die mitgelieferte Library installiert wird. Nichts erinnert an das gern mal etwas preiswerte Design von MIDI-Controllern, alles ist äußerst solide verarbeitet, überall spürt man die Sorgfalt fürs Detail: vom sich weich öffnenden klappbaren Display über das Metallgehäuse, die angenehm festen, aber trotzdem leicht spielbaren Pads, die sechzehn Q-Link-Drehregler mit LED-Kranz, bis hin zum Jogdial und der Transport-Sektion der MPC 3000 (!) und der luxuriösen Armstütze. Erst beim Anschalten wird dann wirklich klar, dass ohne Software nichts geht: Das große monochrome Display zeigt nämlich nur “MPC” an.

Music Production Center
Die Renaissance will aber mehr als ein Controller sein und ist es auch: Das solide Gehäuse braucht den Rechner nur als Hirn, Audio-Interface, zwei MIDI-Eingänge und vier Ausgänge sind an Bord, es gibt sogar einen integrierten USB-Hub und zwei Kopfhörerausgänge. Das Audio-Interface bietet nicht nur einen klaren, druckvollen Sound, sondern lässt sich selbst auf einem MacBook Pro von 2010 noch mit einem Audio Buffer von 64 Samples betreiben, ohne dass die CPU-Belastung allzu heftig ausfällt. Zwei belegbare Stereoausgänge, SPDIF-Out sowie ein Cinch-Eingang mit zuschaltbarem Phono-Vorverstärker und ein Neutrik-Stereoeingang mit Mikrofonvorverstärker und Phantomspeisung regeln auch sämtliche Sample-Bedürfnisse und machen die Renaissance so zum Zentrum eines rechnerbasierten Studios/Liveacts. Die Q-Link-Drehregler dienen nicht nur verschiedenen Edit-Funktionen (praktisch zum Beispiel bei Samples), sondern können auch auf diversen Ebenen PlugIns, Effektparameter, Automationen oder MIDI CCs externer Software oder Hardware steuern. Sie bieten Kontrollmöglichkeiten satt, wobei aber oft nicht sofort klar ist, was man mit ihnen gerade steuert.

Vom Pad zum Song
Die Hierarchie der MPC-Architektur ist gleich geblieben: vom Pad mit bis zu vier Sample-Layern oder einem PlugIn und bis zu vier Insert-Effekten (interne oder PlugIns) geht es ins Program, das wiederum bis zu 128 Pads umfassen kann (und vier Inserts oder Sends). Pro Track, von denen es ebenfalls bis zu 128 geben kann, lassen sich vier Inserts oder Sends nutzen, was auch für die ausuferndsten Projekte mehr als genug sein dürfte. Die Tracks bilden wiederum eine Sequenz, aus Sequenzen kann dann ein Song zusammengestellt werden.

Software, Integration & Library
Die MPC kann natürlich auch als Host oder PlugIn (VST, AU, RTAS) genutzt werden, allerdings nur in einer Instanz. Das ist in den meisten Fällen egal, schließlich lassen sich theoretisch bis zu 128 Tracks an den Start bringen. Die Renaissance kann laut Akai alle MPC-Formate lesen, die es jemals gab, was bei Stichproben mit Files der MPC 4000 und der MPC 1000 auch klaglos funktioniert hat, nur die Sequenzdaten vom alternativen JJ OS wollte sie nicht akzeptieren. Ansonsten werden WAV, SND, Aiff und auch MP3s als Sample-Formate unterstützt. Das ist nicht nur für langjährige MPC-User großartig, sondern erweitert die sowieso schon recht üppige 9 GB große Library (unter anderem mit der Original-Library von MPC 60 und 3000) noch mal erheblich. Für Nostalgiker gibt es auch einen Vintage-Mode, der das Klangverhalten von MPC 60 und MPOC 3000 emuliert.

Bugs
Die gute Nachricht zuerst: Keiner der Bugs, die mir untergekommen sind, hat zu einem Absturz im Spielbetrieb geführt, auch nach Stunden nicht. In der getesteten Version 1.1 versteht sich die MPC als Host mit ein paar VST- und AU-PlugIns nicht (zum Beispiel Motu BPM, ein paar ältere Pluggos und die UAD-Familie) und stürzt beim Scannen ab. Leider gibt es beim nächsten Start keine Rückmeldung darüber, welches PlugIn für den Absturz gesorgt hat, was heute eigentlich zum Standard gehören sollte. Weitere Bugs gibt es beim (Offline-)Timestretching mit MP3s, das man natürlich auch direkt in der DAW machen kann, was aber nicht zum Einfrieren einer App führen sollte.
Akai setzt mit der Renaissance voll auf den in 24 Jahren etablierten MPC-Workflow, was mit der Hardware auch ziemlich flüssig und intuitiv funktioniert, die Software ist aber auf dem Rechner an vielen Stellen unübersichtlich.
Insgesamt ist sie zwar für eine frühe Version relativ stabil, hat aber neben der etwas unübersichtlichen Aufteilung und dem enormen Platzverbrauch auf dem Bildschirm noch ein paar Bugs und kann, genauso wenig wie der wichtigste Konkurrent Maschine, kein Echtzeit-Timestretching, sondern nur Sample-Slicing. Überhaupt verlässt sich Akai mit der Software sehr auf MPC-Standards und bietet außer der PlugIn-Integration und der Erweiterung der möglichen Tracks und des Arbeitsspeichers relativ wenig neues. Kein Problem für langjährige User, die sich über praktisch unbegrenzten Speicher und die große Auswahl an PlugIns freuen, Neueinsteiger sind aber mit einer deutlich steileren Lernkurve konfrontiert.

Play!
Die Renaissance macht Spaß, wenn man sie im klassischen Sinn wie eine MPC nutzt: Bildschirm des Rechners ignorieren, ab und zu auf das Display gucken und ansonsten Knöpfchen drehen und Pads spielen. Prima Haptik, auch zum Spielen von PlugIns und externen Instrumenten mit der reichhaltigen MIDI-Ausstattung und dem typischen MPC-Swing. Dass sie leider für die Software als Hardware-Dongle herhalten muss (ohne Controller läuft die nämlich nicht) ist unverständlich und verhindert so den schnellen Edit unterwegs.

Fazit
Die MPC Renaissance ist die leistungsfähigste MPC bisher und ziemlich schnell stellt sich die Frage, wie (und ob) Akai jetzt seine Standalone MPCs eigentlich noch verkaufen will. Der einzige Vorteil der älteren Geräte ist, dass man keinen Rechner braucht. Mit 899 Euro liegt der Preis nur knapp über dem der MPC 2500, die deutlich weniger kann. In Sachen Funktionalität ist die Renaissance längst weiter, es gibt keine wirkliche Speicherbegrenzung mehr, das Meer von VSTs und AUs als Vorrat für Instrumente und Effekte ist riesig und auf den Bildschirm muss man eigentlich auch nur äußerst selten gucken. Die Software hat allerdings noch einiges an Optimierungspotenzial und ist oft ein wenig eigen, was zum Großteil an den über die Jahrzehnte gewachsenen MPC-Strukturen liegt, die mit der Hardware (und für MPC-Kenner) Sinn machen, auf einem Rechnerbildschirm aber oft unübersichtlich wirken. Alles in allem ist Akai mit der MPC Renaissance gerade noch rechtzeitig der Sprung in die Gegenwart gelungen und sie haben die beste und leistungsfähigste MPC bisher gebaut, jetzt braucht sie nur noch eine stabilere Software.

Preis: 899 Euro

Akai

57 Responses

  1. mpc arones

    schaut mal in logic nach
    die mpc groove templates haben starke micortimming veränderungen
    das hatt nix mit verschieben der spuren zu tun und auch nicht mid mit der midi verzögerung eines partz
    die mpc 60 und 3000 sind am ehehesten groovy
    und die 2000 ist eher steif
    die sp1200 hatt alle noten nach dem ersten kick um 5 ms nachvorne sonst nix.
    ich habe keine ahnung wer diese template gemacht hatt und wie
    es groovt schon aber ob das schon ausreichend für dem club ist bei dance weeis ich nicht

  2. hjolkie

    Du schreibst wirres Zeug. Gut, ich vermute, Deutsch ist nicht deine Muttersprache. Immerhin bemühst du dich. Chapeau dafür, dass du dich überhaupt traust, etwas zu verschriftlichen. Nochmal zum Mitschreiben: IM VINTAGE MODE WIRD DAS LEGENDÄRE SWINGFEEL DER MPC 60 UND DES 3K NICHT SIMULIERT!!!!!!!! Es handelt sich beim Vintage Mode lediglich um ein albernes Gimmick, das den Soundcharakter verändert und das sich die Marketing-Abteilung von Nukai ausgedacht hat. Komplett sinnloses Tool. Ja, ich kenne die MPC Templates, die bei Ableton im Groove Pool stehen. Die Akai-Geräte selbst hatten nie irgendwelche Templates.
    > die mpc 60 und 3000 sind am ehehesten groovy
    In der Tat. Ich habe den ASQ-10, der ist genauso gut. Das liegt an der vergleichsweise niedrigen PPQ-Auflösung der Geräte. Der 5k hat eine viel höhere, swingt aber m.E. nicht so gut wie die von dir genannten Geräte.
    > es groovt schon aber ob das schon ausreichend für dem club ist
    Also, für den Bertelsmann-Buchclub reichts dicke.
    > bei dance weeis ich nicht
    Du willst Dance machen? Dann rate ich dir dringend zum Kauf eines gebrauchten MC909 bei eBay. Damit kannst du absolut nichts falsch machen. Das Teil ist tighter als alle MPCs zusammen, sogar als seine großen Roland-Brüder, die MVs. Das habe nicht ich herausgefunden, sondern der Aussie David Lackey von http://www.innerclocksystems.com Im Falle der Musikrichtung Dance bist du zudem nicht darauf angewiesen, das Timing zu shiften. TIMING SHIFT ist bei Dance komplett fehl am Platze, ein absolutes No-Go.

  3. hjolkie

    Nochmal zur Klarstellung regarding Dance: Swing ja, natürlich, aber niemals Timing Shift! Beim MC909 heißt Swing, glaub ich, Shuffle.

  4. mpc arones

    ich kenn dich zwar nicht aber ich glaube
    deine freunde sind computer festplatten und textdatein
    musik ist nicjt die richtuge sache für dich

    sone 909 hab ich auch hier
    hatt sogar templates im gegensatz zu dir

  5. mpc arones

    ich hab mal gehört in sonem musik magzin das mann immer dann wegen rechtschreibung gehänselt weis mehr ?

  6. mpc arones

    der einzigste der hier nix kapiert bist du .
    anstatt auf die frage zu antworten ,
    quasselst du ein lexikon voll rum von zeug nachwo keiner gefragt hatt.
    letzendlich quatscht du nur mit dir selber ohne es zu merken.