Britische Allen & Heath-Qualität in Battle-Mixer-Maßen? Da kann man doch nicht nein sagen. Dachten wir uns auch und haben losgekämpft ...

Es ist ja nicht der erste Battle-Mixer, den Allen & Heath im Portfolio hat, aber: Der Xone 02 fühlt sich jetzt durch das neue Modell, den Xone 22, nicht mehr so allein in der Mixer-Garage. Nach den diversen HighEnd-Konvergenz-Explosionen (siehe Xone 3D – De:Bug 123 und Xone 4D – De:Bug 125) ist die Bodenhaftung des neuen Battle-Stars geradezu erfrischend. Eine ehrliche Haut, ohne Sperenzchen.

von Thaddeus Herrmann aus De:Bug 135

Zwei Kanäle (jeweils mit Line- und Phono-Eingang) stehen zur Verfügung, alle beide mit unverwüstlichem Dreiband-EQ. Deren Potis sind nicht nur felsenfest verbaut, sondern filtern auch bis unter die Hörgrenze: auch hier bewährte A&H-Qualität. Bei 18dB Headroom können die Kanäle außerdem ordentlich aufgerissen werden, ohne zu verzerren. Die Meter-LEDs können per Knopfdruck zwischen Peak und Level umgeschaltet werden, was nicht nur extrem funky aussieht, sondern in bestimmten Situationen auch sehr nützlich ist. Außerdem können beide Kanäle mit dem kampferprobten VCF belegt werden, der unglaublich griffige Low- und Highpass-Action liefert. Mit dem Resonanz-Poti kann dann der Spaß beginnen. Darüber hinaus kann auch noch ein externer Effekt in den Signalweg eingeschliffen werden. Entscheidend bei jedem Battle-Mixer: der Crossfader. Der ist erwartungsgemäß genau richtig leichtgängig und kann in zwei unterschiedlichen Modi betrieben werden. Überraschend am Design des Xone 22 ist nur, dass die Anschalter des Effektes für beide Kanäle erschreckend nah am Crossfader liegen. Das wird Scratch-Profis zunächst ein wenig irritieren und den Crab Scratch komplizieren, weil man immer den Button im Weg hat. Aber auch damit kann man sich arrangieren. Schwamm drüber, wessen Krabbe nicht über den Knopf kommt, der ist eben kein Profi. Auf der Front-Seite findet sich die Mikro-Buchse (XLR) mit Lautstärkeregler und sogar einem 2-Band-EQ. Das ist extrem löblich und hilfreich. Auch an der Vorderseite: die Kopfhörer-Buchse. Die gibt es skurrilerweise auch noch in 3,5mm-Ausführung auf der Hinterseite. Warum, bleibt ein bisschen schleierhaft. Zumal es der perfekte Platz für den An- und Ausschalter gewesen wäre, der dem Gerät aber komplett fehlt.

Der Xone 22 ist ein absoluter Killer-Mixer. Perfekter Klang, unglaublich robuste Bauweise und vor allem dieses spezielle Allen & Heath-Gefühl, bei dem man sofort spürt, einfach genau richtig zu sein. Die Fader gleiten mit dem exakt richtigen Widerstand durch die Finger, die Potis fühlen sich nicht nur gut an, sondern drehen sich weich wie Puderzucker. Und es sind die kleinen Details, die einem immer wieder zeigen, wie viel Know-how in diesem Mixer steckt. So sind die XLR-Stecker von Neutrik, ein freundliches Kopfnicken in Richtung Qualitätsmanagement. Mit einem Straßenpreis von 350 Euro sind hier alle richtig aufgehoben, die auf Drei- oder Vier-Kanal-Mixer verzichten können: großer Wurf.

Allen & Heath

Preis: 333,- Euro

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