Der neueste Wurf aus dem Hause Allen & Heath, der Xone:4D, kombiniert Analog und Digital auf hohem Niveau.

Der neueste Wurf aus dem Hause Allen & Heath, der Xone:4D, kombiniert Analog und Digital auf hohem Niveau. Für DJs von heute und sicher auch morgen.

von Philipp Bullwein De:Bug 125

Im Rahmen unseres DJ-Specials haben wir in der vorletzten Ausgabe den Xone:3D genauer unter die Lupe genommen, nun steht Allen & Heaths neuester Coup auf dem Tisch. Der brandneue Xone:4D, der Mitte Juni auf der London International Music Show vorgestellt wurde und gerade auf den Markt kommt. Dem ersten optischen Eindruck nach sind Aufbau und Ausstattung denen des 3D gleich. Die 4-Kanal-Einheit (für analoge Quellen) in der Mitte, dem Konzept des Xone:92 fast – dazu später mehr – entsprechend und rechts und links davon die Controller zur Midi-Steuerung. Markantester Unterschied zum Vorgängermodell ist zuallererst die Farbe: Stylisches Schwarz dominiert die Deckplatte und, blinki blinki, im Schwarzlicht sollen die Bedienelemente leuchten und ihn dadurch unter Clubbedingungen übersichtlicher machen. Weitere Neuerungen sind Nachbesserungen am LFO, dem BPM-Algorithmus und der integrierten Soundkarte.

Was kann er?
Bevor wir richtig loslegen, hier kurz – wobei kurz euphemistisch ist – die Features, die der Xone:4D bietet. Vier Stereokanäle, die jeweils über drei Eingänge verfügen, drei davon mit (Phono-)Vorverstärker und Line und Soundkarte. Jeder ist mit einem (Kill-)3-Band-EQ und je zwei Stereo-Effekt-Sends (die auch per USB beschickt werden können) ausgestattet. Für Effektschleifen gibt es insgesamt zwei Returns. Weiter hat der Xone:4D zwei – inzwischen ja schon legendäre – VCF-Filter (Band-, High- und Lowpass), die auch miteinander kombinierbar sind und deren Intensität und Resonanz manipuliert werden können. Außerdem einen LFO, der einerseits per Tap-Tempo editiert werden kann (dabei werden die MIDI-Fader zu Cut-Off-Controllern, mit denen man die Frequenz selbst “zeichnet“), andernfalls vom eigenen BPM-Algorithmus, der seit dem Xone:3D noch mal erheblich gepimpt worden sein soll. Die verbauten Fader sind “Dual Rail“, der Crossfader VCA. Vorne am Gerät befindet sich ein Mic-Kanal mit 2-Band-EQ und zwei Buchsen (Miniklinke und Klinke) fürs Monitoring (Cue und Mix sind auf der Arbeitsplatte untergebracht). Raus gehen einmal (2 Mono-)XLR, Cinch für den Monitorweg und zusätzlich der FX2-(Cinch-)Output, der umschaltbar ist und damit als Main-Mix zweckentfremdet werden kann. Die MIDI-Controller (insgesamt 105) können per Shift-Taste (so wie bei großen Studio-Digitalkonsolen) um eine zweite Ebene erweitert werden. So können bis zu 227 MIDI-Befehle verschickt werden. Das ist natürlich prima, um beispielsweise vier Traktor-Decks mit den Jog-Wheels zu steuern. Das reibungslose Umschalten zwischen den Ebenen wird mit einem Faderabgriff-Algorithmus gelöst – theoretisch zumindest, aber dazu gleich mehr. Die integrierte 24 bit/96 KHz-Soundkarte hat 20 Kanäle. Neben dem missbrauchten FX2 noch drei analoge und einen digitalen Stereoausgang und vier analoge plus einen digitalen Stereoeingang. An sie wird per USB 2.0, SPDIF-, COAX- und optische Ein- und Ausgänge angedockt. Weiter gibt es je einen Midi-Ein- und Ausgang, einen Midi-Gameport und einen Anschluss für ein Fußpedal.
Puh, wir sind durch! Alles in allem also ein Vierkanal-Mixer plus Midi-Controller plus integrierter Soundkarte. Eine Menge Holz, darum gleich mal los …

Szenario
Den 4D-Treiber (für PC oder Mac) gibt es ohne Anmeldung und damit problemlos auf der Xone-Homepage als Download. Schwupps aufgespielt und los geht’s. Mit Plattenspielern und CDs klappte beim Test alles wunderbar. Ach, was sage ich, es war eine Freude, mit der Maschine zu arbeiten. Alle Fader, Potis und Druckknöpfe haben den richtigen Widerstand beziehungsweise sind genauso leichtgängig, wie man sich das wünscht. Auch die Kippschalter sind prima zu handlen, manchmal wünscht man sich die vielleicht einen Tacken größer. Einfach grundsolide. Eine kleine Träne muss leider, um nun auf den Hinweis vom Anfang zurückzukommen, vergossen werden. Auf den 4-Band-EQ, das verzückende Feature der ersten beiden Mixer der Xone-Serie, wurde nämlich leider verzichtet. Drei Bänder stehen somit zur Verfügung. Die killen radikal alles oder erhöhen die Amplitude um sechs dB, wenn sie voll aufgedreht werden. Ihr Klang ist absolut top. Über die legendären Analog-Filter müssen hier wohl keine großen Worte mehr verloren werden. Die sind und klingen unheimlich schnieke und lassen einen ständig vergessen, dass man ja gerade mitten im Set ist und nicht etwa am Frickeln. Weiter gibt es den BPM-Counter, an dem wohl, wie eingangs schon erwähnt, erheblich nachgebessert wurde. Hält man den “Tap“-Button gedrückt, wird auf die Dezimalstelle genau der BPM-Wert angezeigt, das dreistellige Display also um eine Stelle nach links verschoben. Zum Synchronisieren werden also alle Weichen gestellt, Midi-Start und –Stop werden mit dem darunter liegenden Button gesendet. Mittels Kippschalter können dann noch Korrekturen vorgenommen werden, wenn’s mal nicht ganz synchron sein sollte. Auch selbst zu tappen ist mit dem Button möglich. Und intuitiv zu handlen ist das alles obendrein.
Das interessante neue Feature ist der LFO (der natürlich auch selbst getappt werden kann, ansonsten gibt der BPM-Counter ihm den Takt an). Seine Frequenzbänder können selbst editiert werden, nachdem der Modus unkompliziert per Tab-Button und Midi-Start angewählt wurde. Mit den Midi-Fadern werden dann die Frequenzspitzen festgelegt und bleiben live manipulierbar. Gemeinsam mit dem Filter, auf den der LFO gelegt wird, und dessen veränderbaren Parametern ergeben sich da wirklich abgefahrene Spielereien, die sehr ausgegoren klingen.
Bleiben wir bei den Midi-Kompetenzen: Nach kleinen Startschwierigkeiten und erneutem Installieren des Treibers klappte es dann, Traktor mit dem Xone:4D zu steuern. Da es zum Zeitpunkt des Tests noch keine Zertifizierung dafür gab, mussten kurzerhand die Controller selbst zugewiesen werden. Das Routing ist, alles digital eben, auch individuell. Nachdem die Midi-Settings dann getätigt waren, klappte alles. Das entsprechende “.tks“-File sei aber in der Mache und demnächst auch verfügbar, sagte Native Instruments. Die Shift-Funktion der Konsole konnte beim Test mit vier Traktor-Decks noch nicht gecheckt werden, da das mit dem Testgerät noch nicht möglich war (die Nachfrage bei Allen & Heath ergab, dass auch dies noch eingerichtet werde). Sämtliche Contoller, also Potis, Fader, Buttons, Knöpfe und die Jog-Shuttles, machen ebenso wie die anderen, der analogen Einheit zugeordneten, einen robusten Eindruck und stehen auch deren Leichtgängigkeit und Widerstand in nichts nach. Lediglich die “A“- bis “X“-Knöpfe haben etwas mehr Spiel.
Alles in allem ergeben sich eine Unmenge Möglichkeiten, die den Xone:4D zum Tool für Live- und DJ-Set-Kombos jedweder Art machen. Vier (Midi-)Decks plus noch mal zwei (sagen wir Platten- oder CD-Spieler, alte Schule eben) plus Effekte. Junge, Junge! Was das Zusammenstellen des Set-Ups anbelangt, wurde größter Wert auf Flexibilität gelegt. Last but not least ist der Klang des Xone:4D wirklich klasse. Warm, glasklar und dabei kein bisschen steril.

Unterm Strich
Beim Xone:4D geht es, so kann man auch der Pressemitteilung von Allen & Heath entnehmen, definitiv um das gleichzeitige Abspielen vieler Quellen. Seien die von Traktor, Reason, anderer Software, Plattenspielern oder CD-Playern. Adieu, traditionelles DJing, willkommen da, wo wirklich was geht. Der Individualität des gewählten Set-Ups werden kaum mehr Grenzen gesetzt, eher kleine Schubse gegeben. Mal sehen, wohin sich das alles entwickelt, wer sich das leistet, wie einsetzt und ob das der neue Standard werden wird.

Im Lieferumfang enthalten:
USB-Kabel, Kaltgerätestecker, Ersatz-Fader- und Potiknöpfe, Sticker und Manual.
Eine Zertifizierung für Ableton LIVE und Traktor/Traktor Scratch soll implementiert sein, wenn der 4D auf den Markt kommt, bei unserem Testgerät waren entsprechende Presets vordefiniert.

Preis: 2395,- Euro

Allen & Heath

2 Responses

  1. harry

    habe die apc40&mpk49 alles akai so das kaoss pad mini in rot hab ik schon lage & program is abelton? was mache mit denn pad ik liebe es hab aber (keine externe soundkarte)wenn ik eine brauche welche ?????

    Reply

Leave a Reply