DJ- und MIDI Controller mit integriertem Audio Interface

Die Auswahl der kompakten, kleinen DJ-Controller wird immer umfangreicher, die meisten von ihnen beschränken sich aber auf den Einsatz mit dezidierter DJ Software. Allen & Heath denkt das platzsparende Konzept weiter und hat mit dem Xone:K2 einen DJ Controller am Start, der auch als MIDI-Controller im Studio und auf der Bühne sinnvoll einsetzbar ist.

von Benjamin Weiss aus DE:BUG 167

Der Allen & Heath Xone:K2 ist ein vierkanaliger DJ- und MIDI-Controller mit integriertem Audio Interface, das seinen Strom über USB bekommt. Anschlussseitig gibt es einen Stereo-Ausgang als Cinch hinten und einen weiteren als 3,5mm Klinke für einen Kopfhörer vorn, außerdem neben dem USB-Port zwei X:LINK-Buchsen, über die man den K2 in ein größeres Controller-Setup von Allen & Heath integrieren kann. Das Gehäuse ist etwa so lang wie ein 1210er, solide verarbeitet und auch die Fader, Knobs und Tasten machen einen robusten Eindruck. Dazu gibt es ein Case aus verstärktem gepolsterten Nylon, das nicht nur für den Transport praktisch ist, sondern auch als Unterlage genutzt werden kann, damit der K2 auf der Höhe der üblichen DJ-Mixer steht. Insgesamt stehen vier Kanalzüge bereit: je ein 60-mm-Fader, drei Drehregler und drei Buttons entsprechen einem klassischen Layout mit Bass, Mitten und Höhen nebst Kill-Switches, oben drüber gibt es einen gerasterten Endlos-Encoder mit Klickfunktion. Unten drunter kommt noch eine Matrix von 4×4 beleuchteten Buttons mit Klick dazu, darunter zwei weitere Endlos-Encoder und die Buttons für die Layer und das Setup.

Als DJ Controller
Der Xone K2 ist grundsätzlich eher dazu gedacht, selbst gemappt zu werden, kommt aber mit mehreren 2- und 4-Deck-Mappings für Traktor (wovon eines den direkten Konkurrenten Kontrol X1 von NI emuliert), die ziemlich selbsterklärend und Plug & Play sind. Nicht ganz so überzeugend ist die Ableton-Zuweisung fürs Auflegen, aber die macht man sich im Zweifel eh selbst. Offizielle Mappings sollen demnächst auch für Serato, Virtual DJ und MixVibes angeboten werden: Die Community im Netz ist jedoch mal wieder schneller und hat schon die meisten Software-Produkte gut kartografiert.

Als MIDI Controller
Natürlich lässt sich die opulente Anzahl an Knobs, Tasten und Fadern auch als MIDI-Controller nutzen, zum Beispiel für Ableton Live. Dafür stehen bis zu drei Layer bereit, die sich über den Layer-Button umschalten lassen und durch die Farbe der Buttons (rot, orange oder grün) leicht zu identifizieren sind. Pro Layer gibt es 52 Controller, und wenn man die Push-Encoder mitzählt, insgesamt sogar 171. Jede Menge Zuweisungsmöglichkeiten also, um alles mögliche damit komfortabel steuern zu können. Zusätzlich lassen sich die Layer in fünf verschiedenen Modi nutzen: Dabei sind bestimmte Controller nur auf einen Layer festgelegt, so dass man etwa nur die Werte der Button-Matrix beim Wechseln des Layers ändert, was zum Beispiel beim Triggern von Tracks in Ableton sinnvoll ist. Wer weniger Bedienelemente braucht, kann die Layer aber auch abschalten. Für alle Vergesslichen oder besonders Fleissigen gibt es auch Overlay-Vorlagen als Word-Dokument, im Illustrator-Format oder als PDF.

Bedienung & Sound
Haptisch ist der K2 wirklich durchdacht: Die Abstände der Bedienelemente voneinander sind trotz ihrer Anzahl großzügig, die Fader und Knobs haben genau den richtigen Widerstand, alles sitzt fest im Gehäuse. Der Klang des Audio Interfaces ist gut, nur die maximale Lautstärke könnte etwas höher sein. Ebenfalls gut wären fest verschaltete Lautstärkeregler für die Audio-Ausgänge (und für DJs vielleicht auch noch ein Monitorausgang), denn dann müsste man dafür nicht zwei Drehregler opfern. Ansonsten ist der K2 aber ein solides Gesamtpaket mit reichlich Features fürs Geld, der sowohl zum Auflegen als auch als umfangreicher MIDI-Controller taugt, wenn man nur ein kleines bisschen Geduld fürs Mapping aufbringt.

Preis: 249 Euro

Allen & Heath

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