Die kleine Groovebox von Arturia

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Arturia schrumpft die Groovebox Spark auf Netbook-Größe, die Software-Features bleiben dabei in vollem Umfang erhalten. Das erinnert an die Maschine Mikro von Native Instruments – neue Konkurrenz?

von Benjamin Weiss aus De:Bug 174

Die Spark LE ist in einem soliden und sehr flachen Stahlgehäuse untergebracht, der einzige Anschluss neben dem Mini-USB ist ein Kensington Lock (wer benutzt die eigentlich?), der Strom kommt via USB. Wie bei der großen Spark gibt es für die 16 Instrumente acht beleuchtete Trigger-Pads, dafür liegen die Step-Tasten jetzt praktischerweise direkt darüber. Das Display ist weggefallen, statt der drei Parameter-Drehregler für die Instrumente gibt es jetzt nur einen; deren Funktionalität wechselt, sobald man ein anderes Instrument selektiert.

Software
Die Benutzeroberfläche ist nach wie vor in drei Fenster aufgeteilt: Im Hauptfenster sieht man die Oberfläche der Hardware gespiegelt, nach oben wird der Sequenzer ausgeklappt, unten findet man, eigentlich erst auf den zweiten Blick, neben dem Studio – hier lassen sich Sounds editieren – auch noch den Mixer und die Library; man öffnet sie ebenfalls über einen Button. Das Interface ist sehr grafiklastig, stellenweise etwas dunkel und ein bisschen unübersichtlich, obwohl es sehr viel Bildschirmplatz beansprucht. Die Spark-Software ist inzwischen zwar etwas genügsamer in Sachen Prozessorbeanspruchung, aber immer noch recht fordernd. Dafür sind die Instabilitäten im Host-Betrieb endlich Geschichte. Spark lief bei mir problemlos und ohne Absturz in Live 9 und Cubase 7. Das Software-Interface verleitet aber nicht gerade dazu, spontan und ausgiebig am Sound zu schrauben, was schade ist, denn die Möglichkeiten sind durchaus ergiebig.

Sound und Effekte
Die Library von Spark ist nicht rein Sample-basiert, sondern setzt sich aus den drei Elementen TAE-Engine, Physical Modelling und Samples zusammen. Die Auswahl an Sounds ist seit der ersten Spark nicht wirklich größer geworden – also noch immer recht überschaubar – dafür sind die vorhandenen Sounds durchweg gut und lassen sich natürlich auch mit eigenen erweitern. Die üblichen klassischen Drum Machines sind aber alle am Start. Die Auswahl der Effekte erfüllt alle Wünsche: Neben klassischen Effekten wie Delay, Chorus, Kompressor, Reverb und Co sind auch ein Sub-Generator, Destroyer und der Panning-Effekt Space Pan dabei. Die Klangqualität der 14 Effekte, des Filters und generell der Spark-Klangerzeugung ist sehr gut, alles klingt klar und durchsetzungsfähig, ohne dabei zu sehr HiFi oder clean zu werden.

Sequenzer
Der Sequenzer bietet Patterns mit bis zu 64 Steps, die in wiederum 64 Patterns zu Songs arrangiert werden können. Automatisieren kann man dabei alle den Sound beeinflussende Parameter, was wahlweise über die Hardware, aber auch per Einzeichnen in der Software möglich ist.

Bedienung und Haptik
Die Bedienung und das Editieren von Patterns geht sehr zügig und unkompliziert von der Hand, mal abgesehen von Funktionen, die über die Software bedient werden. Die braucht man im Live-Betrieb oder beim Jammen allerdings sowieso eher selten. Schnell mal ein paar Patterns editieren, Effekte benutzen, nächstes Pattern, das alles läuft wie geschmiert. Mich hat auch der variable Echtzeit-Loop überzeugt, mit dem man im laufenden Betrieb einen Abschnitt des Patterns loopt. Wie bei der großen Spark ist die Bedienung der tempobasierten Effekte Slicer und Roller über das Touchpad allerdings nicht so gut gelöst: Das Touchpad ist mit feinen Linien optisch in vier Teile aufgeteilt, tatsächlich gibt es aber sechs Bereiche mit unterschiedlichen Quantisierungen, da greift man dann gerne mal daneben.

Fazit
So gut wie die Software klingt, so sehr ist man sowohl mit der kleinen als auch der großen Spark auf die Funktionalität einer klassischen Drum Machine beschränkt, obendrauf gibt es das Schmankerl der TAE-Klangerzeugung.
Dadurch dass die Step-Tasten jetzt direkt über den Pads liegen, ist die Spark LE trotz weniger Interface-Elemente intuitiver zu bedienen als die große Spark und auch wesentlich transportabler. Die Software ist nach wie vor durch die Dreiteilung des Interfaces und übergroße Grafikelemente leider etwas unübersichtlich. Trotzdem: Insgesamt ist sie eine solide kleine Drum Machine, die sich problemlos mal eben einstecken lässt und durch mehr Bedienelemente durchaus eine ernsthafte Konkurrenz zur NI Maschine Mikro ist – zumindest als Drum-Tool/Drummachine-Ersatz auf der Bühne, auch wenn man sich an das fehlende Display gewöhnen muss.

Preis: 239,- Euro

Arturia

One Response

  1. knotzos

    Ich verwende den Kensington Lock überall dort, wo es viele unbekannte Hände gibt und ich nicht andauernd meine Geräte bewachen kann. So ein Notebook ist schnell mal im Vorbeigehen weggeschnappt. Mit der Zeit entwickelt man für das Zeug eine gute Übung und hat auch fünf Sachen schnell gesichert. Würde es mir auch für kleinere Dinge wie Festplatten wünschen

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