Open Source-Controller mit Touchscreen

Um gleich ein Mißverständnis zu vermeiden: die Blipbox ist kein reiner MIDI- oder OSC-Controller, sondern eine kleine Box mit Touchoberfläche, die noch viel mehr kann und von Anfang an als Open Source gedacht ist: hacken, umbauen, neue Funktionen rein, alte raus, all das ist nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht.

von Benjamin Weiss aus De:Bug 157

Übersicht
Die BlipBox ist ein stabiler kleiner Metallkasten mit USB, MIDI und einem Anschluss für ein externes Netzteil. Grundsätzlich lässt sie sich in zwei Modi nutzen: mit USB-Verbindung zum Rechner, der dann Strom liefert, oder Stand Alone über MIDI mit Netzteil was über den einzigen Schalter umgestellt wird. Die Oberfläche besteht aus einem Touchscreen mit einer Matrix aus 8 x 10 roten LEDs. Der Touchscreen ist sehr robust und gut aufgelöst, allerdings etwas unempfindlich, weswegen man ihn mit Nachdruck behandeln muss.

BlipZones und Processing
Mit der kostenlosen BlipZones Software lässt sich die BlipBox programmieren: die Oberfläche kann in Zonen eingeteilt werden, die wiederum als virtueller Fader (horizontal und vertikal) oder Button (Toggle, Momentary) definiert werden und so gut wie alle MIDI-Daten senden können: Control Change, Note On/Off, NRPN, Pitch Bend, Aftertouch und Channel Pressure. Um die Funktionen zu testen braucht man noch nicht mal die Blipbox, ein Software-Simulator übernimmt sämtliche Funktionen. Acht verschiedene Presets können in die BlipBox geladen werden und sind auch im MIDI-Betrieb mit Doppel-Tap abrufbar. Naheliegende Anwendungen sind X/Y-Controller a la Kaoss Pad oder als Keyboard, aber mit der Blipbox lassen sich auch diverse andere Anwendungen realisieren, Fantasie vorrausgesetzt.
BlipZones ist allerdings nur eine Möglichkeit, der BlipBox Funktionen einzutrichtern, denn auch mit Processing kann man ihr neue Features beibringen. Dazu gibt es bereits Beispiele im Netz: EQ-Visualisierung, eine einfache Malfunktion, Laufschriften und diverse andere Anwendungen.

http://youtu.be/NRFxrq2sPC4

Fazit
Die BlipBox ist eindeutig was für Leute, die gern selber basteln, experimentieren, programmieren und die Funktionen ihres Controllers immer mal wieder ändern möchten. Wer einen MIDI-Controller sucht, der nichts anderes kann, ist mit der BlipBox sicher nicht so gut beraten, für alle Bastler die ein eigenes Tool für bestimmte Anwendungen suchen definitiv ein Tip: robust, schick und einfach zu verstehen.

Blipbox

Deutscher Vertrieb: SchneidersBuero

Preis (zusammengebaut, als Bausatz auf Anfrage): 199 Euro

4 Responses

  1. Florian

    Mag den Ansatz des Monomes lieber. Ist stylischer, kann es noch besser und weitgreifender programmieren und ich hab mehr LEDs :)

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  2. df

    das Kit zum selber löten kostet aber auch nur £90! dafür kriegste ja gerad mal das gehäuse vom monome 😉

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