Modularer Midicontroller der besonderen Art


Die heutigen Midicontroller-Standards sind leidlich innovativ: immer die gleichen Kombinationen aus mehr oder weniger kleinen Keyboards, mal mit Pads, mal ohne, und immer mit einem Haufen Drehreglern und Fadern ausgestattet. Neue Interface-Ideen sind dabei eher rar gesät: D-Beam-Kontroller, X/Y-Pad, das war es dann meistens schon. Als Abhilfe kommt die französische Firma Eowave mit dem Eobody entwickelt, eine kleine Box, an die sich mit Klinkensteckern die ungewöhnlichsten Controller anschließen lassen.

von Nerk aka Benjamin Weiss aus De:Bug 121

Übersicht
Ein schlichter kleiner Kasten mit acht Klinkenanschlüssen, USB und Midi Out (bei der Midiversion). Der Eobody wird per USB mit Strom versorgt, wenn man ihn allerdings ohne Rechner benutzt, benötigt er ein Netzteil. Eine Ausnahme gibt es hier: Der Entfernungssensor braucht 5V, deshalb funktioniert er ohne das Netzteil nicht.

Module
Die Anzahl der verfügbaren Module für den Eobody ist groß, insgesamt gibt es 26 verschiedene, die man einzeln dazu kaufen muss. Neben Standards wie Drehreglern, Knöpfen (die man ja eigentlich überall sonst schon hat), Pedalen oder aufklebbaren Ribbon-Controllern in verschiedenen Längen und Breath-Controllern gibt es spezielle Sensoren, die auf Beschleunigung reagieren, Entfernungsmesser oder Bewegungsmelder sind, mit Laser arbeiten oder auf die Menge von Licht reagieren. Besonders ergiebig fand ich die Ribbon Controller (die man praktischerweise überall hinkleben kann: auf Geräte, ans Bein, auf den Tisch, wo es halt gerade passt), aber auch der Biegungssensor, den man zum Beispiel in den Finger eines Handschuhs einbauen kann, ist ziemlich überzeugend.

Programmierung
Alle Controller-Einstellungen werden intern abgelegt, so dass man den Eobody2 auch ohne Computer nutzen kann. Die Einstellungen müssen allerdings über den Editor geändert werden, der auf der Max/MSP-Runtime beruht und größtenteils selbsterklärend ist. Neben der Zuweisung von Midicontrollern an die verschiedenen Sensorenanschlüsse lassen sich, falls die eingehenden Werte zu heftig schwanken, auch Filter zum Glätten des Datenstroms einsetzen und die Wertebereiche einschränken oder umkehren. Doppelbelegungen sind leider nicht möglich.

Der Eobody2 macht Spaß und ist relativ unkompliziert zu bedienen und so hat man sich schnell die äußerst individuelle Controller-Sektion zusammengebastelt: Von Ribbon-Teppichen über komplett ausgestattete Midianzüge mit Laser und Bewegungsmelder bis hin zur Schleuder mit Beschleunigungssensor ist alles möglich. Wer mehr als acht Controller benötigt, kann auch mehrere Eobody2 gleichzeitig nutzen. Das ist bei der kabelgebundenen Version natürlich ein bisschen schwierig, die WiFi-Version ist aber bereits angekündigt und sollte bald verfügbar sein. Sehr zu empfehlen für alle diejenigen, die, ob im Studio oder live, auch mal abseits von ausgetrampelten Pfaden agieren möchten.

Preise:
Eobody2 USB8 ohne Sensoren: 239,- Euro
Eobody2 USB8 im Starterpack (enthält zusätzlich 2 Ribboncontroller, zwei Drucksensoren und einen Entfernungssensor): 333,- Euro

Sensoren: zwischen 15 und 60 Euro

Eowave

SchneidersBuero (deutscher Vertrieb)

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