Selten so viel Spaß auf so kleinem Raum mit einem Gerät gehabt!

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Das Flame Echometer lässt sich am ehesten als komplexer Midi-Looper beschreiben, wobei auch das nicht ganz die Wahrheit ist, kann es doch auch CV ausspucken. Vielleicht könnte man es ja einfach Sequenzlooper nennen. Oder Sequenzinstrument.

von Benjamin Weiss aka Nerk aus De:Bug 128

Übersicht
Wie schon der Clockwork und der MIDI Talking Synth von Flame ist auch das Echometer ins praktische kleine Silberkästchen eingebaut worden. Das scheint zunächst angesichts der vielen Kippschalter und Drehregler auf engem Raum etwas unpraktisch (vor allem für Wurstfingeropfer wie mich), funktioniert aber trotz geringer Abstände in der Praxis erstaunlich gut.
Das Grundkonzept mutet geradezu spartanisch an: drei Spuren, denen je eine Note zugewiesen werden kann, und die wahlweise 1, 2 oder 4 Takte lang sind. Okay, zusätzlich können auch gleichzeitig bis zu drei Controller ausgegeben werden. Schaltet man eine ein- oder zweitaktige Sequenz auf mehrere Takte um, werden diese einfach mit dem Taktinhalt aufgefüllt, so dass man schnell ein Grundmuster mit Variationen aufbauen kann. Die Spuren können entweder gespielt oder von externen Quellen (über MIDI-In oder Gate-In) aufgenommen werden. Ausgegeben werden sie über einen MIDI-, drei CV- und drei Gate-Ausgänge. Gespielt werden die Noten in verschiedenen Modi: SHOTS funktioniert ähnlich wie Note Repeat auf der MPC, man drückt also einen der drei roten Knöpfe und dreht am Quantisierungsregler, der die Retriggerfrequenz bestimmt. Im PLAY-Modus werden die Noten über die roten Tasten gesetzt, abhängig von der per Kippschalter eingestellten Quantisierung der jeweiligen Spur, oder aber auch unquantisiert. Im MUTE-Modus lassen sich die einzelnen Spuren schließlich an- und ausschalten. Mit ECHO kann man natürlich ein normales MIDI-Echo erzeugen, aber auch andere Controller mit aufsteigenden oder abfallenden Verläufen versehen, zum Beispiel Pitchbend. Per Variation-Regler werden Abspielvariationen der einzelnen Takte erzeugt, wobei auch die Velocitywerte zufällig moduliert werden können.
Zum Löschen dreht man den Release-Regler kurz nach links, wenn man nur einzelne Noten löschen will, kurz nach rechts. Ansonsten dient dieser Regler zum Einstellen der Länge der Noten. Diese Kombination der Funktionen ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig. MIDI-Clock sendet und empfängt das Echometer ebenfalls, Shuffle lässt sich auch aktivieren.

Video: Das Echometer im Einsatz

Das Echometer ist vor allem ein extrem ergiebiges Performancetool, wobei es kein Manko ist, dass man die Sequenzen nicht abspeichern kann (mal abgesehen von der Möglichkeit, sie in einen anderen Sequenzer zu überspielen). Auch wenn die Bedienung durch das originelle Konzept nicht auf den ersten Blick selbsterklärend ist, merkt man doch, dass hier viel über Bedienkonzepte nachgedacht wurde. Fast egal, wen oder was man an die Ein- und Ausgänge anschließt, Drums, Synthesizer, Sampler, andere Sequenzer: Es lässt sich vortrefflich mit dem Echometer jammen. Obwohl ich ja gestehen muss, dass mir auch schon der Clockwork gut gefallen hat, ist das Echometer auf jeden Fall mein Lieblingsgerät von Flame, vielleicht sogar diesen Jahres überhaupt. Selten so viel Spaß auf so kleinem Raum mit einem Gerät gehabt! Meine Weihnachtsgeschenksempfehlung für alle, die … ach für alle einfach. Ausprobieren!

Preis: 399 Euro

Flame

Vertrieb: SchneidersBuero

2 Responses

  1. jens

    da kommen mir die traenen dass ich mich vor 10 jahren von meinem equipment getrennt habe.