Hardware-Sequenzer sind oft ziemlich sperrig, Future Retros ORB ist da eine erfreuliche und handliche Ausnahme.

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Hardware-Sequenzer sind oft verhältnismäßig sperrig und nicht gerade transportabel. Future Retros ORB ist da eine erfreuliche und handliche Ausnahme. Wer die Future Retro Revolution (Test hier) kennt, wird das kreisförmige Konzept schätzen. Nicht von ungefähr kann der Future Retro ORB auch die Pattern-Daten der Revolution laden, beruht er doch auf der gleichen Grundlage.

von Benjamin Weiss aka Nerk in De:Bug 132

Übersicht
Klein, quadratisch, leicht: Der Future Retro ORB ist in ein stabiles, dunkelgraues Metallgehäuse eingebaut, das direkt neben den Future Retro XS passt, für den er eigentlich hauptsächlich gedacht ist. Er ist in etwa so groß wie eine 7″. Die Step-Tasten sind wie bei der Revolution kreisförmig angeordnet und mit schicken blauen Leuchtdioden ausgestattet. Der ORB hat MIDI In, Out und Thru, außerdem CV-, Gate- und Accent-Ausgänge im Klinkenformat. Man kann ihn also sowohl als Sequenzer für Analogsynths als auch als MIDI-Sequenzer nutzen. Nebenbei ist er auch noch ein MIDI-to-CV- Interface.

Future Retro ORB mit dem Leipzig Keyboard (Test hier)

Sequenzer
Der ORB ist ein monophoner Sequenzer, will sagen, dass die Steps immer nur eine Note gleichzeitig spielen/erzeugen können. Insgesamt hat man 256 Speicherplätze für Patterns, die in 16 Bänken organisiert sind. Es gibt einen dreistufigen Swing/Shuffle und das Taktmaß kann wahlweise 3/4tel (12 Steps) oder 4/4tel (16 Steps) betragen. Steps werden im Patternmodus editiert, wobei ein Lauflicht anzeigt, wo man sich gerade im Pattern befindet. Der jeweils selektierte Step blinkt, kann dann in der Tonhöhe editiert und mit Glide und Accent versehen werden. Längere Noten werden erzeugt, indem man die Step-Taste gedrückt hält und dann die nächste Step-Taste, bis zu der der Ton andauern soll, drückt. Das Pattern als Ganzes lässt sich stepweise nach links und rechts verschieben, transponieren und außerdem mit der Loopfunktion in der Länge variieren. Pro Pattern kann man einen Loop-Punkt setzen, mit dem es sich kürzen lässt, was auch im laufenden Betrieb kein Problem ist.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass man Edits eines Steps erst hört, sobald man die Taste wieder losgelassen hat. Hält man ihn weiterhin gedrückt, so ist alles wie vorher. Die Remix-Funktion war schon bei der Revolution ein Highlight des Sequenzers: Mit den zwei gerasterten Remix-Drehreglern lassen sich in Echtzeit 256 Varianten des gerade laufenden Patterns erzeugen, die dabei immer auf den Originalnoten beruhen. Die Remix-Funktion kann jederzeit bei laufendem Sequenzer zu- und abgeschaltet werden, wodurch man schon mit einem Pattern eine Menge Variationsmöglichkeiten fürs Livespielen und Produzieren hat. Schließlich gibt es noch einen Song-Modus: Hier können 16 Songs mit bis zu 3580 Takten aus den Patterns erzeugt werden.

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Bedienung
Die Bedienung ist ziemlich logisch, und dank einer flachen Hierarchie ist man eigentlich immer mit zwei bis drei Tastendrückern am Ziel. Die Einschränkung der Monophonie stellt sich in der Praxis nicht wirklich als Problem dar. Denn wer will schon komplexe Akkorde aus den oft selbst monophonen Analogsynthesizern rausholen? Zum Jammen ist der ORB ein Tool, das nicht nur mit analogen Modularsynths Spaß macht, sondern auch im Zusammenspiel mit den DAWs dieser Welt eine gute Möglichkeit ist, schnell und intuitiv Sequenzen und Variationen davon zu erstellen. Nicht ganz billig, aber der Formfaktor und die Bedienung sind auf jeden Fall sehr überzeugend.

Preis: 555 Euro

Anschlüsse: MIDI In/Out/Thru, je ein Klinkenausgang für CV, Gate und Accent

Future Retro

Deutscher Vertrieb: SchneidersBuero

One Response

  1. De:Bug Musiktechnik » Seeq-It

    [...] mit kreisförmigen 8-Step – Sequenzer (wie wir das zum Beispiel schon von Future Retros ORB und von der Revolution her kennen), der mit einem LFO für Pitchmodulation, CV In und Out sowie [...]

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